6 Möglichkeiten, sich im Sommerurlaub zwischendurch der Hochschuldidaktik zu widmen

Strandkorb, Berghütte, Flugzeugsessel oder Balkonien: Der Sommerurlaub ist bald die einzige Zeit im Jahr, die nicht mit geschäftlichen Terminen zugepflastert ist. Vielleicht bleibt da etwas Musse für all jene Themen, die mitten im Studienbetrieb etwas zu kurz kommen. Und dazu gehört für Dozierende sicher auch die entdeckende Lektüre von hochschuldidaktischen Blog- und Zeitschriftenartikeln, Buchkapiteln (oder gar ganzen Büchern?) … Anstelle der in unserem Blog üblichen Monatsrückblicken präsentieren wir unseren Leserinnen und Lesern (es werden immer mehr!) 6 Möglichkeiten, sich mit hochschuldidaktisch relevanten Texten auseinanderzusetzen. Und übrigens: Auch der HD-Blog macht im August Urlaub. Auf Wiederlesen im September 2016!

1. Back to the roots – Auseinandersetzung mit Allgemeiner Didaktik als Basis für die Hochschuldidaktik
Im ersten Lesetipp lassen wir uns durch eine Rezension dazu verführen, uns mit einer Neuerscheinung zur Allgemeinen Didaktik auseinanderzusetzen. Der anschliessende Transfer in die Hochschuldidaktik muss aber jede/r selber leisten. Die Rezension Hochschuldidaktik-Blog Gabi Reinmann (hier). Sie widmet sich dem Buch „Allgemeine Didaktik. Ein erziehungstheoretischer Umriss“  , verfasst von der Erziehungswissenschaftlerin Rotraud Coriand. Gute Nachrichten für alle, die sich mit dem Buch auseinandersetzen wollen: Im Netzwerk der PH Luzern (bzw. über VPN) ist der Volltext zugänglich (Titel in der Suchmaske auf der Startseite der ZHB Luzern eingeben).

2. PBL zum Stöbern
Am 16./17. Juni 2016 hat an der PH Zürich der Kongress #PBL2016 zum Problem-based Learning stattgefunden veranstaltet von den drei Trägerorganisationen Careum Stiftung, Pädagogische Hochschule Zürich PHZH und Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW. Anlässlich des Kongresses ist auf dem Careum-Blog ein sehr ausführlicher Blog-Beitrag (hier) mit mannigfachen Links entstanden, der zum Stöbern einlädt und aufzeigt, dass PBL „viel mehr ist als eine Methode“. Hier lohnt sich das Reinlesen und Treiben lassen!

3. Und nochmals PBL
Wir bleiben beim PBL und machen gleich noch etwas Werbung für Open Access-Publikationen: Die Zeitschrift für Hochschulentwicklung ZFHE hat sich das Prinzip Open Access auf die Flagge geschrieben und so ist auch die neueste Ausgabe zu „Problem-based Learning – Kompetenzen fördern, Zukunft gestalten“ im Volltext (hier) online frei zugänglich. Die Ausgabe 11/03 vom Juni 2016 bezieht sich auf den oben vorgestellten PBL-Kongress und beinhaltet auch Beiträge aus der Lehrerinnen- und Lehrerbildung.

4. Das auf den Kopf gestellte Modul
Flipped Classroom (FC / auch Inverted Classroom genannt) ist der in den vergangen 2, 3 Jahren wohl meist verwendete Begriff im Umfeld der Hochschuldidaktik. Für die einen ist FC eine Modeerscheinung, die so schnell verschwinde wie sie gekommen sei. Für andere stecken hinter FC Konzepte, die für einige Probleme in der Lehre, u.a. ausgelöst durch die konsequente Modularisierung, spannende Lösungsansätze bieten. Wir zählen uns eher zu Letzteren und haben an der PH Luzern beratend bei der Umgestaltung von Modulen mitgewirkt. Der Blog Infothek Lehre verweist auf eine kurze Publikation (hier) des FBZHL, in der auf wenigen Seiten die Elemente des Flipped Classroom-Modells zusammengefasst werden: Für eine erste Information eine empfehlenswerte (Sommer-) Lektüre.

5. Ein bekannter Sommerdrink neu gemixt
„Gehirngerechtes Lernen“? Bei dieser bereits etwas angejahrten Forderung geht bei vielen von uns der Warnblinker los. Zuviel vereinfachender Nonsens wurde unter diesem Stichwort in die Schulen hineingetragen. Trotzdem wagen es Andrea Hempel und Thomas Seidel vom Didaktikzentrum der Hochschule der Medien in Stuttgart ein vor kurzem herausgekommene e-Broschüre (hier) „11 Prinzipien zum gehirngerechten Lehren und Lernen“ zu benennen. Aber der Blick in die perfekt gegliederte und sehr gut aufgemachte Broschüre lohnt sich für Lehrende auf allen Stufen. Neu ist zwar nichts, aber die Prinzipien zu kennen heisst oft noch nicht, diese auch zielgerichtet und angepasst einzusetzen. Und für die Vertiefung gibt es ein ausführliches Inhaltsverzeichnis.

6. … und zum Schluss zurück zum Anfang
Unser erster Lesevorschlag für den Sommer 2016 ging von einer Rezension von Gabi Reinmann aus. Sie steht auch im Fokus unseres letzten Vorschlags. Unter der Bezeichnung „Impact Free“ veröffentlicht Gabi Reinmann (hier) Texte aus dem Freiraum zwischen spontaner Überlegung (z.B. in Blogs) und wissenschaftlicher Publikation (zum Beispiel im wissenschaftlichen Journals). Es sind – wie man es sich von Gabi Reinmann gewohnt ist – Texte, die in die Tiefe und in die Breite gehen, mal weitwinklig den Blick auftun, mal den Fokus auf das Detail richten. Spannend und anregend sind die Texte allemal, und es wird spannend sein zu verfolgen, wie sich das Format „Impact Free“ weiterentwickelt. Bereits online sind die Publikationen „Forschungsorientierung in der akademischen Lehre“ (hier), „Entwicklungen in der Hochschuldidaktik“ (hier) und (gemeinsam verfasst mit  Tobias Schmohl) „Autoethnografie in der hochschuldidaktischen Forschung“ (hier).

Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern einen erholsamen und anregenden Summer of ’16!

Share on FacebookTweet about this on Twitter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*