Hochschullehre – Flexibler dank Digitalisierung?

Mit seiner Keynote anlässlich des Ausbildungsplenums der PH Luzern zum Thema „Digitalisierung in der Lehre“ (10.1.2018 / mehr dazu siehe hier) hat Michael Kerres, Leiter des Learning Lab an der Universität Duisburg-Essen (UDE), aufgezeigt, wie das Lehren und Lernen an Hochschulen durch den Einsatz digitaler Medien sinnvoll unterstützt werden kann. Nun zeigt er als Herausgeber (gemeinsam mit Isabell van Ackeren und Sandrina Heinrich) mit der soeben erschienen Publikation „Flexibles Lernen mit digitalen Medien“ (PDF Open Access verfügbar!) auf, wie sich Digitalisierungsstrategien in der Hochschullehre umsetzen lassen.

„Digitalisierung als solches führt nicht zu einer besseren oder effektiveren Gestaltung des Kernprozesses  Studium & Lehre. Die digitalen Medien „verändern“ nicht das Lernen oder die Lernkultur; sie können in gleicher Weise genutzt werden, um traditionelle Unterrichtsmethoden mit digitalen Medien fortzusetzen. Die Entwicklung  innovativer Lehr-Lernszenarien, die durch digitale Medien profitieren können, muss aktiv angestoßen werden.“ (B. Getto & M. Kerres. 2018, S. 24)

Dieses Zitat zeigt den Ansatz, der im Sammelband verfolgt wird: Nicht die Digitalisierung an sich steht im Zentrum, sondern wie diese sinnvoll für die Entwicklung der Lehre genutzt werden kann. Anregungen und Hilfestellungen bietet die Publikation insbesondere auf zwei Ebenen:

  1. Wie wird an einer Hochschule eine breit abgestützte Digitalisierungsstrategie entwickelt, umgesetzt und evaluiert? Welche Strukturen müssen dafür angepasst und aufgebaut werden? Was kann die Digitalisierung zur Entwicklung einer Lehr- und Lernkultur beitragen?
    Wertvoll sind die geschilderten Erfahrungen auch deshalb, weil die UDE zu den ersten gehörte, die den Schritt zu einer Gesamtstrategie vollzog, ein Prozess, der an anderen Hochschulen (auch an der PH Luzern) erst in Gang gesetzt wird.
  2. Im zweiten – umfangreicheren – Teil des Sammelbandes finden sich, geordnet nach Wissenschaftsbereichen, zahlreiche Good-Practice-Beispiele, die an der Uni Duisburg-Essen umgesetzt wurden. Hier lohnt sich der Blick über den Tellerrand hinaus, kann man doch durchaus auch von Konzepten aus „fachfremden“ Bereichen profitieren. Für Dozierende an PHs ist natürlich die Auseinandersetzung mit den sechs Beiträgen im Kapitel „Zentrale Angebote zur Lehrerbildung“  trotz des anders gearteten Lehrerbildungssystems in Deutschland – äusserst anrgend (Seiten 375-444).

Im Fazit zum Sammelband werden drei unterstützende Massnahmenpakete aufgelistet, welche die UDE im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie verstärkt angehen will:

  • Nachfrageorientierte Stärkung der E-Learning-Unterstützungsangebote
  • Nutzung der Digitalisierungspotenziale in der Studiengangentwicklung
  • Offene Bildungsressourcen in der Hochschullehre

Diese drei zentralen Massnahmen lassen sich recht einfach auch auf die viel kleinere PH Luzern übertragen: E-Learning-Projekte werden auch an der PH Luzern nachfrageorientiert – insbesondere durch das Eduweb und die Stabsstelle Hochschuldidaktik – unterstützt. In die Studiengangentwicklung in der Aus- und Weiterbildung werden verstärkt Überlegungen Richtungen Flexibilisierung durch den Einbezug neuer digitaler Möglichkeiten angestellt. Und zum Thema Offene Bildungsressourcen (OER) organisieren das Eduweb und die Stabsabteilung Internationale Beziehungen, Mobilität und Kooperationen der PH Luzern gemeinsam mit der Hochschule Luzern am 28./.29. Januar 2019 einen internationalen Kongress (Details folgen nächstens).

Bibliografische Angaben:
van Ackeren, I., Kerres, M. & Heinrich, S. (Hrsg.). (2018). Flexibles Lernen mit digitalen Medien ermöglichen. Strategische Verankerung und Erprobungsfelder guter Praxis an der Universität Duisburg-Essen. Münster: Waxmann.
(Im Volltext hier)

PS: Dieser Blog-Artikel ist eingebettet in eine ganze Reihe von Beiträgen, die sich mit dem Thema des Ausbildungs-Plenums der PH Luzern vom 10. Januar 2018 „Digitale Lehre“ auseinandersetzen. Alle Artikel dieser Reihe sind auffindbar mit dem Schlagwort digi18.

 

 

 

 

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