Vernehmlassung neue Jahresplanung mathbuch

Liebe Mathematiklehrpersonen,

 

Im vorletzten Blog-Eintrag habe ich dazu aufgerufen, euch bei mir zu melden, wenn ihr bei der neuen Jahresplanung zum mathbuch mitreden möchtet. Leider hat sich auf diesen Aufruf niemand gemeldet. Ich habe nun selber ein paar Lehrpersonen angefragt. Wir werden am Mittwoch, 19. September, um 14 Uhr die Jahresplanung im Unigebäude neben dem Bahnhof Luzern (UP) diskutieren. Wer Lust hat, in einer frühen Phase seine Erfahrungen und evtl. auch Bedürfnisse (SOL etc.) einzubringen, ist nach wie vor herzlich eingeladen, sich uns anzuschliessen, einfach per E-Mail bei mir melden. Vorkenntnisse sind keine erforderlich, lediglich intrinsisches Interesse an einem optimalen Vorschlag für eine Jahresplanung. 🙂

 

Liebe Grüsse

 

Martin

Wichtige Kursanzeige: Produkte im Mathematikunterricht – begleiten und bewerten

Liebe Mathematiklehrpersonen,

 

Leider habe ich im letzten Blog vergessen, auf einen ganz tollen Kurs hinzuweisen, den wir dieses Schuljahr über die LWB anbieten können. Er heisst Produkte im Mathematikunterricht – begleiten und bewerten. Annegret Nydegger und Werner Jundt werden ihn leiten. Sie haben ein gleichnamiges Handbuch als Begleithilfe zum mathbuch geschrieben, das im September 2018 erscheinen wird und allenfalls vom Kanton Luzern sogar als obligatorisches Lehrmittel deklariert werden wird (Abklärungen dazu sind im Gang). Die Autoren zeigen in diesem Handbuch (und damit auch im Kurs) an viele Beispielen, die direkt an die Lernumgebungen des mathbuchs angelehnt sind, wie man im Mathematikunterricht mit den Lernenden Produkte herstellen kann, diese kriterienorientiert in heterogenen Gruppen (summativ) bewerten und sie schliesslich auch förderorientiert für die Weiterarbeit einsetzen kann. Annegret Nydegger und Werner Jundt sind selber Mitautoren des mathbuchs, PH-Dozierende für Mathematikdidaktik und haben zusammen vermutlich ca. 70 Jahre selber auf der Sekundarschule unterrichtet – mehr Expertise auf diesem Gebiet ist kaum möglich!

Dieser Blogeintrag ist aus verschiedenen Gründen als wichtig markiert:

  • Ich habe ihn im letzten Blog-Eintrag vergessen zu erwähnen.
  • Der Kurs findet bereits ab 31. Oktober 2018 statt. Das Anmeldefenster schliesst ca. Ende September.
  • Momentan haben sich 10 Personen angemeldet, es braucht aber 14, damit der Kurs durchgeführt wird.
  • Ich bin überzeugt, dass der Kurs ein absolutes Highlight des gesamten Kursprogramms ist.
  • Die Arbeit an Produkten ist stark kompetenzorientiert und bildet damit für die Umsetzung des LP21 auch in Beurteilungsbelangen eine wichtige Grundlage.

Ich hoffe, ich konnte euch mit dieser Anzeige die kurzfristige Teilnahme am Kurs schmackhaft machen – vielleicht finden ja noch ein paar Lehrpersonen Zeit im sicher bereits schon gut gefüllten Kalender, dann kann der Kurs stattfinden. Ich fände es sehr schade, wenn er abgesagt würde.

Nochmals allen einen guten Start ins neue Schuljahr,

 

Martin Lacher

Schuljahr 2018/19

Liebe Mathematiklehrpersonen,

Ich möchte euch einige Wochen vor Beginn des neuen Schuljahrs mit aktuellen Informationen aus dem Bereich Mathematikunterricht Sekundarschule versorgen. Vieles steht dabei im Zeichen der Einführung des LP21, die ja ab übernächstem Schuljahr (2019/20) in der Sekundarschule gestaffelt erfolgt.

Lehrplan 21

Neuer Vorschlag Jahresplanungen mathbuch für LP21

Natürlich setzen wir auch nach der Einführung des LP21 weiterhin das mathbuch ein; insofern könnte man sagen, es ändere sich nicht viel bei den Jahresplanungen. Trotzdem habe ich für den neuen Vorschlag nicht einfach die „alten“ Planungen überarbeitet, sondern die Planung von Grund auf neu gedacht. Dabei stand das Kompetenzmodell Mathematik des LP21 im Vordergrund, ich habe aber auch versucht, den gewachsenen Differenzierungsansprüchen der Schulmodelle des Kantons Luzern und der bisher häufig beklagten Überfrachtung des 7. und 8. Schuljahrs Rechnung zu tragen. Um eine flexible und breite Verknüpfung der Lernumgebungen mit digitalen Dokumenten, bis hin zum Zentralschweizer Bildungsserver zebis.ch, zu erlauben, wird der Vorschlag der Jahresplanung zum ersten Mal webseitenartig veröffentlicht werden.

Bis dato habe ich einen ersten Entwurf der Planungen der drei Schuljahre auf Papier erarbeitet, den ich noch nicht veröffentlichen will. Wer sich bereits dafür interessiert und in einer frühen Phase mitdenken will, kann mit mir Kontakt aufnehmen, dann stelle ich gerne den Stand der Dinge persönlich vor und nehme Rückmeldungen entgegen. Die Fertigstellung und Veröffentlichung ist ca. für Ostern geplant.

Vorbereitungsdokumente für die Beurteilungsgespräche

Wie bereits seit längerem bekannt ist, werden mit der Einführung des LP21 die Elterngespräche in obligatorische Beurteilungsgespräche umgewandelt. Um deren Vorbereitung zu unterstützen, erarbeitet der Kanton sogenannte Fremdbeurteilungsdokumente, die neben den überfachlichen Kompetenzen und der Berufswahl auch fachliche Aspekte abdecken werden. Zusammen mit der Fachberatung Deutsch und Angela Brun, Beauftragte Sekundarschule des Kantons, die für die Dokumente verantwortlich ist, sind wir bestrebt, Unterlagen zu erstellen, die bei der Vorbereitung auch wirklich hilfreich sind und nicht zu einem Papiertiger ausarten. Wir werden die Dokumente in einem Pilotdurchgang erproben, so dass wir zuversichtlich sind, auf das Schuljahr 2019/20 ein nützliches Instrument vorzeigen zu können.

Zebis-Dossier Beurteilen im kompetenzorientierten Mathematikunterricht

Weil die Umsetzung des kompetenzorientierten Mathematikunterrichts hinsichtlich Beurteilen einige Fragen aufwirft und vermutlich in diesem Bereich auch grössere Änderungen der Unterrichtspraxis erfordert, habe ich auf zebis dazu ein Dossier begonnen. Es vereint Hinweise und Unterlagen aus der Theorie und der Praxis zu kompetenzorientierten Beurteilungskonzepten und Beurteilungsinstrumenten im Mathematikunterricht der Sekundarschule. Das Dossier versteht sich nicht als abgeschlossenes Gebilde, sondern als work in progress, das insbesondere von euren Erfahrungen aus dem Alltag profitieren können sollte! Wenn ihr also Idee, Hinweise oder gar Unterlagen aus eurem Unterricht zum Thema Beurteilen im kompetenzorientierten Mathematikunterricht habt, nehmt gerne mit mir Kontakt auf, damit ich sie integrieren kann.

Zebis-Dossier Beurteilen im kompetenzorientierten Mathematikunterricht

Aufbaukurs LP21 Mathematik

Ihr habt alle dieses Jahr den obligatorischen Grundkurs zum LP21 absolviert, viele von euch im Fach Mathematik. Darauf zurückblickend habe ich insgesamt den Eindruck, dass sich die Mathematiklehrpersonen sehr gut mit den neuen Konzepten auseinandergesetzt haben und wir für die Einführung des LP21 gut aufgestellt sind.
Ich möchte diesen Blogeintrag nutzen, um auf Aufbaukurs LP21 Mathematik hinzuweisen. Er ist speziell auf den Unterricht in heterogenen Gruppen ausgerichtet und wird von Luzia Christen und Beat Wälti geleitet, beides einerseits erfahrene Sekundarlehrpersonen und andererseits Dozierende an pädagogischen Hochschulen. Beat hat zudem das Buch Lernumgebungen im Mathematikunterricht: Natürlich differenzieren für Rechenschwache und Hochbegabte (Klett, 2008) mitgeschrieben.

LP21 Aufbaukurs Mathematik Zyklus 3 – Kompetenzorientiert unterrichten in heterogenen Gruppen

Der Coaching-Kurs zum mathbuch musste leider wegen zu wenig Anmeldungen abgesagt werden.

Lektürevorschläge für die eigenständige Weiterbildung

Sommerferien bedeutet auch Vorbereitung auf das neue Schuljahr. Diese geschieht nicht nur konkret in der Schule, sondern auch in unseren Köpfen. Weshalb also nicht wieder einmal einen Blick in ein gutes mathematikdidaktisches Buch werfen? Ich präsentiere euch hier drei aktuelle Vorschläge, die ich alle im letzten Jahr selber gelesen habe und aus der ich viele kleine (und auch grössere) nützliche Hinweise für meine eigene Unterrichtsentwicklung entnehmen konnte.

Mathematik unterrichten: planen, durchführen, reflektieren (Cornelsen, 2016)

Autoren: Bärbel Barzel, Lars Holzäpfel, Timo Leuders, Christine Streit

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, ist die Einteilung des Mathematikunterrichts in fünf Standardsituationen. Sie sind hilfreich, zu erkennen, dass es nicht einfach nur eine Konzeption von Unterricht geben muss, sondern dass es je nach Thema oder Lerngruppe sinnvoll sein kann, auf verschiedene Weise vorzugehen.

Flexibel differenzieren und fokussiert fördern im Mathematikunterricht (Cornelsen, 2017)

Autoren: Timo Leuders, Susanne Prediger

Dieses Buch hat mir in Erinnerung gerufen, dass es ja ganz verschiedene Aspekte gibt, nach denen man differenzieren kann, und dass je nach Unterrichtsphase unterschiedliche Aspekte wichtig sind oder auch vernachlässigt werden dürfen. In diesem Buch findet man insbesondere für hoch-heterogene Gruppen (ich denke da z.B. an ein ISS-Modell der Stadt Luzern) viele wertvolle Hinweise, wie man den Mathematikunterricht schülergerecht gestalten kann.

Problemlösen lehren lernen (Kallmeyer, 2018)

Autoren: Lars Holzäpfel, Martin Lacher, Timo Leuders, Benjamin Rott

Mathematiktreiben heisst im Kern Probleme lösen. Leider geht das ob der vielen Fertigkeiten, die auch für Vergleichstests etc. beherrscht werden müssen, in unserem Unterricht oft etwas unter. Wer diesen Aspekt gerne stärker berücksichtigen möchte, findet in diesem Buch praktisch eine Gesamtschau zum Thema, davon ausgehend, was Problemlösen ist, über welche Aufgaben sich im Unterricht eignen, bis hin zur Beurteilungsproblematik oder zur Frage, wie Schülerinnen und Schüler selber Probleme stellen können. Das Buch lässt sich aber gut auch auszugsweise lesen.

Die Fachberatung ist gerne für euch da

Zum Schluss möchte ich darauf hinweisen, dass die Fachberatung gerne für eure Fragen zum Mathematikunterricht zu Verfügung steht, sei es als unkomplizierte Einzelberatung in einem E-Mail oder Telefonat oder auch als Beratung einer Gruppe oder eines Teams vor Ort. Und vergesst nicht, allen Mathematiklehrpersonen, die diesen Blog noch nicht abonniert (siehe oben rechts!) haben, ihn weiterzuempfehlen.

Ich wünsche euch wunderbar erholsame Sommerferien und einen gelungenen Start ins neue Schuljahr!

 

Martin Lacher

Schuljahresbeginn = Planungszeit

Liebe Mathematiklehrpersonen,

Natürlich plant man das Schuljahr bereits vor der dritten Schulwoche. Aber trotzdem schweift man gedanklich auch nach Beginn des Schuljahrs noch oft zurück in die Planungsphase, gerade, wenn man das erste Mal mit dem mathbuch arbeitet. Deshalb an dieser Stelle zwei, drei Bemerkungen zur Jahresplanung und auch zur Planung einzelner Lernumgebungen.

Jahresplanungen

Die Fachberatung hat bereits seit längerer Zeit für den Kanton Vorschläge für Jahresplanungen für die verschiedenen Schuljahre und Niveaus erarbeitet. Man findet sie hier: Volksschulbildung Mathematik Sekundarschule, im Abschnitt Planungshilfen. Diese Planungshilfen sind Vorschläge, die nach bestem fachdidaktischem und praktischem Wissen erstellt, evaluiert und auch überarbeitet wurden. Sie sind aber mit keiner gesetzlichen Verbindlichkeit versehen (das ist lediglich der Lehrplan und die Verwendung des obligatorischen Lehrmittels). Die Jahresplanung des Mathematikunterrichts liegt in der Verantwortung jeder einzelnen Lehrperson. Das hat den angenehmen Effekt, dass man sie beliebig umstellen kann. So ist es z. B. möglich, zuerst alle Repetitionslernumgebungen durchzuführen, sich daraus ein Bild des Stands der Klasse zu machen und erst dann (z. B. in den Herbstferien) die definitive Jahresplanung zu erstellen. Oder Themenblöcke umzustellen oder Lernumgebungen wegzulassen oder hinzuzufügen. Es ist sehr im Sinne der Fachberatung Mathematik des Kantons, dass die Lehrpersonen diese Verantwortung für sich alleine oder in ihren Teams wahrnehmen. Und wenn Fragen dazu auftauchen, steht die Fachberatung gerne für Unterstützung zu Verfügung.

Zur Jahresplanung sind noch zwei weitere Dinge anzumerken:

  1. Es ist uns bewusst, dass die Planungen insbesondere im 7. Schuljahr sehr eng sind. Wir haben sie unter diesem Aspekt 2016 nochmals überarbeitet und versucht, wo immer möglich, zu reduzieren, bzw. Lernumgebungen zu kennzeichnen („R“), die man als Lehrperson im Niveau B und C reduziert durchführen soll.
  2. Vor der Einführung des Lehrplans 21 werden wir die Planungsvorschläge nochmals gründlich überarbeiten, um dem kompetenzorientierten Aspekt noch besser Rechnung tragen zu können. Wir werden diese Planungsvorschläge mit genügend Vorlauf vor dem Start des LP 21 in der Sekundarschule (Schuljahr 2019/20) veröffentlichen.

Detailplanung einzelner Lernumgebungen

Bei der Detailplanung der einzelnen Lernumgebungen hilft natürlich der Begleitband. Besonders auf der Doppelseite sind viele wertvolle Anregungen, bis hin zu möglichen Beurteilungsformen, zu finden. Bereits vor einigen Jahren habe ich begonnen, meine eigenen Erfahrungen in einem Dokument festzuhalten und zu Hinweisen für die einzelnen Lernumgebungen zu verarbeiten. Auch diese Hinweise sind in keiner Weise verbindlich, sondern können helfen, mögliche Schwierigkeiten zu umgehen oder auch eine Lernumgebung interessanter zu gestalten. Man findet sie auf zebis.ch:

Zum mathbuch 3 (Niveau C) konnte ich leider keine Hinweise zusammenstellen, weil ich das Niveau C noch nie in einem 9. Schuljahr unterrichten konnte. Viele Hinweise lassen sich aber aus den entsprechenden Lernumgebungen des mathbuch 3+ ableiten.

Bitte

Zum Schluss noch eine Bitte: Es haben bereits über 50 Lehrpersonen diesen Blog abonniert, toll! Aber je mehr Lehrpersonen wir damit erreichen, umso besser können wir den Unterricht unterstützen. Ich bin euch in diesem Sinne sehr dankbar, wenn ihr eure Kolleginnen und Kollegen darauf aufmerksam macht und ihnen zeigt, wie man den Blog abonnieren kann. Danke vielmals!

Anregungen und Fragen dürft ihr gerne als Kommentare hinterlassen (um den Kommentarbereich zu sehen, muss man zuerst auf den Titel des Blogbeitrags ganz oben klicken) oder mich damit direkt kontaktieren.

Hals- und Dezimalbruch, Martin Lacher