Ästhetische Expedition 29_30

SPUREN WIEDERAUFNHEMEN

Ästhetische Expeditionen als künstlerische Arbeitsweise

Im Rahmen der Lernumgebung «Spuren – theaterästhetische Expeditionen» wurde diese Expedition eigens für ehemalige Studierende des Spezialisierungsstudiums Theaterpädagogik an der PH Luzern gestaltet.

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Ausgehend von der Frage, “Willst du nicht auch wissen, was sich eigentlich tut in der Theaterpädagogik?“, trafen sich am 24. März 20 ehemalige Studierende aus der Spezialisierung Theaterpädagogik.

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Um die Expeditionistinnen in ihrer „Gewohnten Welt“ abzuholen, wurde ein Teil der Lernwerkstatt in ein Schulzimmer umfunktioniert, um nach kurzer Begrüssung auch gleich – sitzend und denkend – Theater zu machen.     Dabei wurde der Versuch lanciert, theatrales Können so zu beschreiben, dass es auch direkt beurteilbar und vergleichend bewertbar sein kann. Wie zu erwarten – die „Unruhe“ liess nicht lange auf sich warten. Alternativ zum Beschreiben von Theatererfahrungen konnte, dem „Ruf des Abenteuers“ folgend, im Basiscamp die Neuentwicklung des Formates „Ästhetische Expeditionen“ kennengelernt und befragt werden. Inhaltich führten die unterschiedlichen Hintergrundinformationen, die in Form einer Lernwerkstatt für Lehrpersonen aufgearbeitet wurden, zur Begegnung mit dem Begriff „Serendipität“.

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Serendipität beschreibt einen unvorhergesehenen Glücksfund oder eine Neuentdeckung, nach der nicht explizit gesucht wurde, die sich jedoch im Moment des Findens exakt einpasst in das Beschäftigungs- oder Tätigkeitsfeld. Sie unterscheidet sich vom glücklichen Zufall dadurch, dass sie sich beim Zurückblicken als mögliche logische, aber unbewusste Folge von Erfahrungen und Denkprozessen zeigt.“(U.U.2016)

Um den Begriff der Serendipität untersuchbar zu machen und einen persönlichen Bezug dazu zu ermöglichen, folgten die Expeditionistinnen dem „Ruf des Abenteuers“, indem sie eigens erlebte Serendipitätsmomente als Geschichtenskizzen auf kariertes Rapportpapier kritzelten.

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In musealer Weise wurden die Skizzen-Notizen als „Spuren geordnet“, ausgelegt, mit-geteilt; und die Teilnehmenden wiederum in „Unruhe“ versetzt. Ausgehend davon, welche der Skizzen für wen am meisten „Unruhe“ und somit natürlich auch Neugierde, Interesse oder Betroffenheit auslöste, bildeten sich verschiedene Gruppen. Um dieser Sammlung inspirierender Lebenssituationen nun ein geeignetes „Forschungsinstrument“ zu gewähren, wurden theatrale Improvisationsmodelle als „Forschungsinstrument“ für diese Inhalte zur Verfügung gestellt.

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Die Elemente „Experimentieren“ und „Verwandeln“ reichten sich schliesslich die Hand. Unterstützt durch den Gestaltungs-Kompass, welcher mit performativen Gestaltungselementen zur Verwandlung der Szenen anzuregen suchte, führten und verführten in theatralen Prozesse zu äusserst lustvollen und ausdrucksstarken szenischen Miniaturen.
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Die szenische Auseinandersetzung mit dem Begriff Serendipität führte schliesslich noch zu einer erweiterten Auseinandersetzung. Im Kontext von theatralen Prozessen im schulischen Kontext konnte das Element „Gewohnter Ruf des Unbekannten“ nochmals in neuen Zusammenhängen verhandelt werden. Dabei wurde klar erkennbar, dass das Spannungsfeld zwischen Gewohntem und Unbekanntem ein Synonym bedeuten kann für die Begegnung zwischen Schule und Theater, zwischen „können“ und „herausfinden“, zwischen „ein gestecktes Ziel erreichen“ und „Raum haben dafür, vielleicht ein ganz anderes Ziel zu erreichen als das Vorgesehene“; jedoch auch immer in Anbetracht dessen, dass erst Gegensätzlichkeiten ein produktives Spannungsfeldes begünstigen. Ganz nach dem Prinzip der Sernedipität.

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