Kulturelle Bildung dreifach kombiniert

 

Theaterabend Di. 4. April: «Das Herz eines Boxers» im Schulhaus Tribschen

Einmal pro Jahr mit der Klasse ins Theater – das seit seit vielen Jahren ein Ziel, welches das Zentrum Theaterpädagogik als Dienstleistungsabteilung der Pädagogischen Hochschule Luzern verfolgt, um kulturelle Bildung in direkter Weise erfahrbar zu machen. Dabei unterstützt das Zentrum Theaterpädagogik Schulen und Lehrpersonen, um aus der Vielfalt professioneller Theaterstücke für ihre Zielstufe ein ideales Stück zu finden. Ein grosses Anliegen ist dabei auch die Vor- und Nachbereitung des Theaterbesuches. Um diesem Anliegen gewinnbringend und zukunftsorientiert zu begegnen, konnte das Zentrum Theaterpädagogik in Zusammenarbeit mit der Schule Tribschen und der Fachschaft Deutsch der Pädagogischen Hochschule ein neues Projekt entwickeln, das kulturelle Bildung gleich dreifach kombiniert und in seiner Art und Weise einzigartig ist – ein Gastspielbesuch direkt im Schulhaus. Weiterlesen

Ästhetische Expedition 5 „Kartonkids“

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Mit den „Kartonkids“ startete im März 2017 die fünfte Ästhetische Expedition. Ausgehend von Kartonkisten und Klebeband begegneten die Kindergartenkinder im Alter von 4-6 Jahren mit grosser Neugierde und Entdeckungslust dem multifunktionalen Material.
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Im leergeräumten Kindergarten bespielten die jungen Expeditionsteilnehmerinnen schon bald die leergeglaubte Burg, spezielle Autos wurden konstruiert, Unterschlupf für Tiere gebaut und zweckmässige Objekte wie i-Pad, Fotoapparate, Handys und Hundeknochen aus Kartonfetzen und Klebeband in die entstandenen Geschichten eingebaut. Während der Phase des Konstruierens zeigten sich in ersten spontan entstandenen Interaktionen bereits interessante Themenfelder, welche im weiteren Spielprozess als inhaltliche Ausgangspunkte weiterverfolgt werden können.

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Unterwegs mit der Kinder- und Jugendjury beim Visionieren

Seit Ende Dezember 2016 visionieren wir die Theaterstücke für unsere Gastspielreihen Theaterperlen und Theaterlenz zusammen mit unserer Kinder- und Jugendjury, die sich jeweils aus zwei bis vier Kindern oder Jugendlichen zusammensetzt. Im Anschluss an die jeweils besuchten Stücke wird zusammen mit ihnen über das Stück ausgetauscht. Ihre Sicht auf die Theaterstücke, Überlegungen und Fragen rücken wir für diesen Austausch ins Zentrum. Dabei ist es uns wichtig, gemeinsam mit der Kinder- und Jugendjury nach und nach einen Katalog zusammenzustellen, mit welchem die Diskussion in partizipativem Verhältnis stattfinden und die Beobachtungskriterien für die gemeinsame Diskussion laufend erweitert und ergänzt werden kann. Zudem versuchen wir, der Jury nach dem Besuch der Theaterstücke eine Begegnung mit den Schauspielerinnen und Schauspieler, der Regie oder der Dramaturgie zu ermöglichen und damit einen Dialog in unmittelbarer „Stücknähe“ zu ermöglichen

Für die Stimmen der Jury soll künftig bei den hier veröffentlichten Blogbeiträgen unter dem Label „Statement Kinder- und Jugendjury“ Platz eingeräumt werden. Wir sind überzeugt davon, dass sich dadurch der Blick auf die besuchten Theaterstücke zusätzlich um interessante Statements erweitert.

Kunstspartenübergreifend arbeiten

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FOKUS

Am 25.1.17 lud das Zentrum Theaterpädagogik zur Fokusveranstaltung „Kunstspartenübergreifend arbeiten“ ein.  Ausgangslage war ein offener Auftrag an die zehn Lehrpersonen – und hierfür bereitgestelltes Material: Papierrollen und Klebeband. Die Frage, die der darauf folgenden ästhetischen Kurz-Expedition vorausging, verband fortan die Spielenden im gemeinsamen ästhetischen Forschungsprozess:

„Was macht das Material mit mir? Was mache ich mit dem Material?“                                blog bild inside

Ausgehend von diesem Gestaltungsimpuls entstanden in unterschiedlichen und wechselnden Sozialformen zahlreiche Gestaltungsfelder, die individuelle Vorlieben, Fähigkeiten und Interesse in Form von bewegtem Gestalten, bildnerischem Gestalten, technischem Gestalten, musikalischem Gestalten oder szenischem Gestalten sichtbar und hörbar machten. Eindrücklich liess sich beobachten, dass eine stille und grosse Konzentration den Raum erfüllte und Worte vorerst wegblieben. Sie kamen später durch Spielideen für das szenische Spiel wieder in den Raum.

Fundstücke

Inspiriert und aufmerksam auf andere Zugänge wurde das Hauptaugenmerk im Anschluss auf Assoziationen gelegt, welche die entstandenen Fundstücke auslösten. Die Grenzen zwischen den einzelnen Gestalterinnen verschwanden. Die Spielenden suchten in Form von Titelsuche, Beschreibungen, Interpretationen und Assoziationen eigene Präsentationen der Kunstwerke, welche in Form gezeichneter oder beschriebener Träume der Objekte in einem Frage- und Antwortspiel reflektiert wurden. Dabei entstanden Geschichten. Neue Geschichten.

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Spielstücke

Ausgehend von den Fundstücken liessen sich individuelle Spielstücke entwickeln, welche wiederum im Kontext spartenübergreifender Impulse weiterentwickelt werden konnten. Hierfür erprobten wir die Geheimnisse der Wunschskulptur im Museum, um zu Inhalten zu kommen. Wir versuchten Rhythmen und kurze Rap, mit“ Stop and go“ kombiniert, wir zeichneten Comics aus den Geheimnissen heraus abgeleitet… was wiederum zum Spiel verleiten mochte… Der hier entstandene Prozess entwickelte sich aus dem Geben und Nehmen von entstandenen, sichtbar und hörbar gemachten Ideen.

In der anschliessenden Reflexionsphase wurde ausgetauscht darüber, dass solche Gestaltungseinheiten in direkter Weise Informationen über die Gruppe, die Vorlieben, persönliche Themen und Ressourcen sichtbar und hörbar machen. Weiter wurde deutlich, dass diese Verfahrensweisen Möglichkeiten eröffnen, der Diversität einer jeden Gruppe zu begegnen und ästhetische Erfahrungen zu begünstigen, welche über einen bewussten Prozess der Ausgestaltung zu Inszenierungsideen verführen können und gleichzeitig „theatrale Zeichen“ zentral werden.

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Material

Dabei stellte sich auch die Frage nach der Auswahl des Materials:

„Welche Materialien nutze ich, damit sie Teil des theaterästhetischen Prozesses werden können, und zugleich eine performative Komponente darstellen?“

„Welche eignen sich für diese Phase des Experimentierens, welche zum Gestalten?“

Welche Materialien ermöglichen überhaupt Experimente?“

Im Austausch sammelten wir Beispiele wie Papierrollen, Karton, Zeitungen, Schnur, WC-Papierrollen, Packpapier, Holzklötzli, Plastikrollen, Plastikfolien, …

Fazit

Die Ideen, auch die der anderen, also alle und frei kombiniert – sie machen etwas mit mir! Und ich, ich mache etwas mit ihnen!

Spring doch!

Es wird dunkel im Theaterraum. Fast dunkel. Geheimnisvoll bleibt ein Licht, das den Weg durch die milchige Beschaffenheit der Wasserkanister sucht. Ich werde aufmerksam auf die feinen Wellenbewegungen des Wassers – in den Kanistern drin. Es bewegt  sich in eigener Weise. Feine Bewegungen. Sie ergeben sich aus Raum und Widerstand. Und den Möglichkeiten, die sich auf der Suche nach neuen Wegen eröffnen. Zudem Klänge. Geräusche, die mehr und mehr an die Geräuschkulisse der als Kind erlebten sommerlichen Ausflüge in die Badi erinnern.

Und dabei finde ich mich in einer eigens erschaffenen Bilderwelt wieder. In der Turnhalle, auf dem Sprungturm in der Badi, zu Hause im Wohnzimmer, im Bus, in der Umkleidekabine … Dabei treffe ich, geschaffen durch die individuelle Vorstellungskraft, auf die Klassenkameraden, die Mutter, den Fahrgast im Bus, die Frau in der Badi, den Angst einflössenden Bademeister. Weiterlesen

THEATERLUFT

 THEATERLUFT

Von Ursula Ulrich und Regina Wurster

Eine Vielfalt möglicher Spiel- und Verfahrensweisen in theaterästhetischen Prozessen.

SPIELEN – ERFINDEN – GESTALTEN – KOMPONIEREN

Wenn Sie das theaterpädagogische Lehr- und Lernmittel «THEATERLUFT» auffächern, begegnet Ihnen eine Vielfalt von Spielweisen. Diese praxisorientierte Sammlung nimmt das Potenzial der Diversität einer spielenden Gruppe als Ausgangslage. Um der Vielfalt adäquat zu begegnen, können im Spannungsfeld zwischen Verschiedenheit und Gemeinsamkeit Möglichkeiten spielend verhandelt und dabei individuelle Grenzen überschritten werden. Die spielbasierten und kunstspartenübergreifenden Zugänge bringen Gestaltungsvorschläge hervor, die vom gestaltenden Individuum zum theatralen Gemeinschaftswerk führen.

Die SPIELEN-Karten unterstützen das direkte Anwenden mit konkreten Spiel- und Improvisationsformen und fördern die Spielkompetenz der spielenden Gruppe. Die THEMENASPEKTE machen das Nachdenken über die vielen Bereiche der theaterästhetischen Kunstvermittlung transparent. Ausgangspunkt sind Fragestellungen, die einen kreativen Prozess eröffnen, die die Zeichenhaftigkeit des Theaterspiels in den Fokus nehmen, und das Gestalten und Komponieren als Elemente variabler Transformationen verstehen. Fragen, die Antworten geben, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu hegen. Die REFLEXIONSIMPULSE auf transparentem Papier unterstützen eine forschende, partizipative und kreative Arbeitshaltung, die jeder theaterpädagogischen Tätigkeit zugrunde liegt.

 Das Lehr-und Lernmittel ist ab 21.12.2016 für Fr. 35.- beim Zentrum Theaterpädagogik der Pädagogischen Hochschule Luzern (PHLU) und bei der Beratungsstelle Theaterpädagogik der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (PH FHNW) erhältlich. Zudem ist es online bestellbar unter www.ztp.phlu.ch.

 

Zukunftsraum

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Zunkunftstag beim ZTP

Mit so viel inspirierender Dynamik hat der Archivraum des ZTP wahrscheinlich nicht gerechnet. Aber es ist so: Manchmal verändern Zukunftstage nicht nur die Sicht auf die eigene Arbeit. Jedenfalls in unserem Falle. Denn Anna und Yael (beide aus einer 5. Klasse) haben uns mit ihren Ideen und Vorstellungen während des Zukunftstages  richtiggehend überrascht. Die Auswirkungen davon spiegeln sich in der Neugestaltung des eher vergessenen und selten benutzten Archiv-Raumes.

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Unsere zwei „Zunkunfts-Besucherinnen“ haben diesen gestern unter eigener Regie womöglich zum begehrtesten und anregendsten Beratungsraum gemacht; ist aus dem Raum doch eine Bühne geworden, auf der künftig Beratungsgespräche für theaterästhetische Projekte stattfinden werden.

Ästhetische Expedition 4 „Röhrenteenes“

 

blog_img_5991  RöhrenNetzWerk

Eingebettet in die Schultheatertage 2017 startete im August 2016 die vierte ästhetische Forschungswerkstatt. Die Spielenden sind Teilnehmer*innen einer Theaterwahlfachklasse (1.-3. ORST).

Im Zentrum des gemeinsamen Forschungsprozesses steht die theaterästhetische Auseinandersetzung mit der Ausgangslage NETZ. Wunsch und Ziel der Gruppe ist es, eine Bühnenproduktion zu entwickeln, ausgehend von ihren Vorstellungen, Ideen, Themen. In der praktischen Umsetzung bezieht sich die Theaterwerkstatt auf Erkenntnisse, welche aus den „ästhetischen Expeditionen I-III (2012-2016)“ hervorgegangen sind und verfolgt einen Prozess „vom gestaltenden Individuum zum theateralen Gemeinschaftswerk“ (vgl. ästhetische Expeditionen).

Als grundlegendes und weiterzuentwickelndes Element der Gestaltung wurde die Arbeit mit einem Material und Klebeband, diesmal mit dem Objekt „Röhre“

(in unterschiedlicher Form, Grösse, Beschaffenheit) initiiert.

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Ausgehend von dieser Auseinandersetzung wurden von den Spielenden in einer Phase des „Spiels mit Material“ überraschend vielfältige Zugänge

(musikalisches, räumliches, technisches, szenisches Gestalten) gewählt.

Die dadurch ausgelösten Experimente führten im anschliessenden Reflexionsgespräch unter Einbezug der leitenden Denkformel zu Diskussionen, durch welche die Spielenden selbst ihre Theaterverständnisse und Vorstellungen befragten und sich selbst als Kreierende und zugleich Forschende erlebten. Aus dieser Reflexionsrunde eröffnete sich zudem für die Spielleitung eine erste mögliche Fragerichtung, welche basieren auf Aspekten der Aktionsforschung in den Fokus genommen werden könnte. Dabei steht das Hinterfragen gewohnter Handlungs- und Reaktionsweisen im Vordergrund und lenkt den Fokus auf einen bewussten Unterbruch im Umgang mit den Zuschreibungen „richtig und falsch“.

 

verNETZen Luzerner Schultheatertage 2017

blog_img_5646  Prologveranstaltung vom 28.9.2016

Die erste Begegnung mit den 29. Luzerner Schultheatertagen 2017 ermöglichte 20 interessierten Lehrpersonen aus der ganzen Zentralschweiz, sich am Prolog (und Prolog light) in direkter Weise spielend und entdeckend mit dem Thema NETZ auseinanderzusetzen. Die erprobten Spielimpulse, Anregungen und die daraus entwickelten Ideen begünstigten eine experimentelle Herangehensweise. Dabei standen der Umgang mit unterschiedlichen Materialien sowie inhaltliche VerNETZungspunkte im Zentrum.

Aus dem praktischen Handeln liessen sich immer wieder Hinweise für die Umsetzung in der eigenen Schulpraxis ableiten und direkt mit dem eigenen Handeln und den persönlichen Spielerfahrungen verknüpfen. Dabei wurde beispielsweise deutlich, dass der spielende Zugang über ein Material (und Klebeband) in unmittelbarer Weise eine Atmosphäre des wertfreien und vertieften Gestaltens begünstigt und darüber hinaus hin zur Interaktion führt. Der Umgang mit dem Material zeigte auch unmittelbare Transformationsprozesse auf, welche im Sinne künstlerischer Vermittlungsarbeit nutzbar gemacht werden können. So wurde beispielsweise eine Spielerin, eingerollt in ein grünes Netz, zum Kopfsalat, während die weissen kleinen Fetzen eines feinen Netzstoffes als Schneckenkörner dienten und den Salat zu retten vermochten.

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In einem zweiten Teil wurden praktische Spielmodelle, Improvisationsideen und Planungshilfen in Verbindung mit dem praktisch Erprobten erläutert und im Kontext der jeweiligen Praxishintergründe gemeinsam befragt.

Abschliessend  wurde die Verbindung zum DISG (Dienststelle Soziales und Gesellschaft, Kt. Luzern) und dem Kinder-und Jugendleitbild des Kt. Luzern vorgestellt und Möglichkeiten aufgezeigt, wie die entstehenden Theaterarbeiten in den Kontext der Aktivitäten des DISG gestellt werden könnten.

 

Sehnsucht nach Anerkennung II

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Im Rahmen einer Impulsveranstaltung des PMZ der PH Luzern konnten das Zentrum Theaterpädagogik zusammen mit dem Zentrum Menschenrechtsbildung unter der Leitung von Ursula Ulrich und Thomas Kirchschläger am 29.6.2016 der „Sehnsucht nach Anerkennung“ nachgehen.

Die Sehnsucht nach Anerkennung stellt für Kinder in ihrer Kindheit ein zentrales und entscheidendes Bedürfnis dar. Anerkennung, verstanden als Grundlage der Interaktion zwischen Menschen, spielt in der Erfahrung der Kinder über sich selbst und deren Mitmenschen als Subjekte von und mit Verantwortung eine grosse Rolle. Entsprechend ist die Qualität pädagogischer Beziehungen sehr wichtig. Dabei können Aspekte der ästhetischen Bildung, welche ein kreatives Agieren im Anerkennungsverhältnis voraussetzen, ein zentrales Bildungsmittel sein. Aktuelle Erkenntnisse aus der Theaterpädagogik werden im künstlerischen Tätigsein in direkter Weise erprobt. Die darunter liegende Haltung wird anhand des eigenen künstlerischen Schaffens in Verbindung gebracht mit der Grundhaltung der Anerkennungspädagogik und in direkter Weise mit den Inhalten der Kinderrechte verknüpft.

Im Modus Ästhetischer Forschung näherten sich die Kursteilnehmerinnen unter Einbezug verschiedener Zugängen dem Begriff Anerkennung. Kurze Sequenzen aus einem Fachtext, lebensweltliche Bezüge sowie eine gestalterische Auseinandersetzung mit Büchern und Klebeband spielten dabei eine zentrale Rolle. Das geschaffene Setting (offener Kreativauftrag ohne Zeitbeschränkung oder Nützlichkeitserwartung) eröffnete einen Raum, implizitem Handlungswissen nachzugehen und durch die individuelle Auseinandersetzung mit dem Begriff der Anerkennung auf verschiedenen Ebenen zu kollektiven Erfahrungen und Erkenntnissen zu gelangen.

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Im Anschluss an die gestalterische Auseinandersetzung liessen sich aus diesem kurzen „Forschungssetting“ im gemeinsamen Reflexionsgespräch Indikatoren ableiten, welche ein Handeln in Anerkennungsverhältnissen fassbar machen.

IMG_4876_kompDas Handeln in Anerkennungsverhältnissen kann so beschrieben werden, dass alle an Bildungsprozessen beteiligten Individuen als Subjekte erkannt und anerkannt werden; ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Empfindungen sind relevant und werden durch Beziehungen produktiv und in einen respektvollen Dialog einbezogen. Dabei werden den Individuen Zugänge und Handlungsräume zu möglichen anderen Selbst- und Weltverständnissen eröffnet.

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Wenn Verschiedenheit und Veränderbarkeit als grundlegende Aspekte einer anerkennenden Bildung mitverhandelt werden, kann zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Identifikation und Zugehörigkeit in Bezug auf sich, die Mit- und Umwelt angeregt werden. Dabei spielt auch ein Hinterfragen der stark geprägten Begriffe Wirklichkeit, Möglichkeit und Wahrheit eine wichtige Rolle. Ergänzt durch die Chancen, partizipative und soziale Verfahren, den Einbezug einer Vielfalt von Ausdrucksformen und einen sensibilisierten Umgang mit Sprache ergänzend in den Fokus rücken, wird Anerkennung in Bezug auf die pädagogische Praxis zur Aufforderung auf zwei Ebenen.

 

Einerseits fragt sie nach Bildungssettings, die Anerkennung zulassen. Diesbezüglich können beispielsweise Methodenvielfalt sowie aus den Fähigkeiten, dem Wissen und den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler geschaffene Formate pädagogischen Handelns in Anerkennungsverhältnissen wegweisend sein. IMG_4881_kompIMG_4883_komp

 

Andererseits ist ein permanentes Hinterfragen von Denk- und Handlungsweisen im Sinne stetig veränderbarer Konstruktionen gefordert.

Dabei spielen das Überwinden von Begrenzungen und das Hinterfragen von Gewohnheiten, Zuschreibungen oder Bewertungen, die durch persönliche Haltungen geschaffen sind, eine zentrale Rolle. Und nicht zuletzt wurde offensichtlich, dass das Erfahren und Ermöglichen von Anerkennungsverhältnissen zudem einen neuen Blick auf den Umgang mit der Zeit sowie mit wertfreien und zweckfreien Räumen wirft.