Billy de Kid

Theater Katerland

Das Saallicht im Nordportal in Baden geht aus, und irgendwo im Westen (oder Western) treffen wir, gemeinsam mit einem Saal voller Jugendlicher auf ihn – Billy de Kid – wie er sich nennt. Verführt durch die Klänge von Livemusik finden wir uns wieder in einem kleinen amerikanischen Ort namens Süsswasser, ein Synonym für Langeweile, Angepasstheit und ewig währender Belanglosigkeit, denn Süsswassser kennt keine Tränen. So jedenfalls sieht Lucy ihr Dorf.

Er, Billy, hat jedoch soeben die Bank überfallen. Und die geschwätzige Lucy ist seine Geisel. Vorerst jedenfalls. Denn – endlich kommt Bewegung ins Dorf und Lucy`s Gedanken kreisen überraschend unmittelbar und frech bereits um den Ausgang der Geschichte: sie will die Heldin sein, wie dies in jedem echten Western eine Frau sei!

Je länger die beiden zusammen „Überfall mit Geisel“ erleben, umso hartnäckiger und direkter werden Lucy`s Fragen in Bezug auf die Beweggründe von Billy, diese Bank zu überfallen und sie als Geisel zu nehmen. Nach und nach erkennt sie auch eine andere Seite an ihm und beschriebt ihn als „Kastanie“. Stachelige Schale…. und darin ein trauriger und verunsicherter Junge, der versucht, den Weggang seines Vaters dadurch zu verstehen, indem er die in seinen Augen Schuldigen für diese verletzende Lebenssituation anzuklagen und zur Rechenschaft zu ziehen versucht.

Das Einschreiten des Sherif bringt zwar nicht das von Billy geforderte Duell. Es bringt vielmehr eine neue Sichtweise – und schliesslich eine Heldin. Genauso, wie sie sich Lucy vorgestellt hat.

 

Theaterperlen 2018 für ein junges Publikum

Bühne frei für die Gastspielreihe Theaterperlen!

Zum 19. Mal finden diesen Herbst die Theaterperlen statt. Auch dieses Jahr haben wir wiederum eine spannende Auswahl professioneller Theaterstücke für Kinder und Jugendliche gesucht und gefunden.

Aufgrund der guten Rückmeldungen der Klassenzimmerstücke ist dieses Jahr für die 3. – 6. Klasse «Das war der Hirbel» im Programm. Das Theater Katerland kommt zu Ihnen ins Schulzimmer und zeigt eine berührend lustvolle Produktion um das Anderssein.

Alle ausgewählten Stücke tragen der ästhetischen Bildung Rechnung, die Themenvielfalt lässt sich bestens in Vor- und Nachbereitung vertiefen und im Schulalltag einbetten. Gerne weisen an dieser Stelle auf das Angebot „Theater mit Resonanz“ hin. Im Rahmen dieses schukulu-special-Angebotes kommt auf Wunsch der Lehrperson eine Theaterpädagogin nach dem Theaterbesuch direkt ins Schulzimmer und bereitet mit der Klasse das Stück während 2 oder 4 Stunden, während eines Tages oder gar einer Woche sowohl künstlerisch als auch thematisch nach.

Dank einem äusserst guten Zusammenspiel zwischen der DVS, dem Zentrum Theaterpädagogik und den Theaterperlen-Veranstalter/innen in Luzern, Ruswil, Sursee, Schüpfheim, Willisau und Sarnen können auch dieses Jahr thearale Perlen mit viel Emotionen, Sinnlichkeit und Nachhaltigkeit erleben werden – im ganzen Kanton und darüber hinaus!

Lassen Sie sich von der sorgfältig zusammengestellten Auswahl von Kinder- und Jugendproduktionen inspirieren und ermöglichen Sie Ihrer Klasse auch dieses Jahr eine lustvolle Auseinandersetzung mit der künstlerischen Umsetzung von aktuellen Gesellschaftsthemen.

Für Kurzentschlossener gibt ein noch  wenige frei Plätze!

 

Unterricht kreativ gestalten!

Ab Anfang November 2018 erweitert das Zentrum Theaterpädagogik seinen „Spielraum“ und breitet im Pädagogischen Medienzentrum (PMZ) der PH Luzern den grünen Ideenteppich aus. Ab dem 7. November erwartet Sie jeden Mittwoch zwischen 14.00h und 16.00h eine Theaterpädagogin im PMZ.

Im spontan entstehenden Austausch mit interessierten Lehrpersonen und Studierenden werden an konkreten Unterrichtsinhalten direkt vor Ort gemeinsam kreative Inputs, theaterpädagogische Spielformen, ästhetische Gestaltungsideen oder Modelle und Medien passend zur jeweiligen Unterrichtsthematik gesucht. Dieses Beratungsangebot kann zufällig oder geplant, einmalig oder wiederkehrend genutzt werden. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

Sind auch Sie auf der Suche nach kreativen Ideen?

Dann auf zum grünen Teppich!

FRAGENFRAGEN Luzerner Schultheatertage 2019

Prologveranstaltung vom 17.Oktober 2018

Am 17. Oktober 2018 ging mit 13 spielbegeisterten Lehrpersonen im Theaterpavillon Luzern die Einstiegsveranstaltung der 31. Luzerner Schultheatertage über die Bühne.

Lehrpersonen aus der ganzen Zentralschweiz, die sich für die Teilnahme an den Luzerner Schultheatertagen interessieren, wurden zu einem ersten Spiel-Arbeitstreffen, dem Prolog, eingeladen. Ziel war es, praktische Spielimpulse, thematische Anregungen und Ideen zu formalen Gestaltungsmöglichkeiten von Bühnenproduktionen durch konkretes Erproben zu erleben. Zudem wurden Hilfestellungen zur zeitlichen Ablaufplanung, allgemeine Informationen zu den Schultheatertagen sowie zur Einbettung und zum Festivalverlauf vermittelt.

             

Ausgehend von einer sich verwandelnden Rauminstallation und einer durch den Nachmittag führenden „Bild-Frage-Spiel-Präsentation“, welche grosse und kleine, gewohnte und ungewohnte, überraschende und geheimnisvolle Fragen hervorbrachten, spielten wir mit Fragen und befragten diese aufs Neue. Denn: Weiterlesen

FLOW

Mehl Mensch Musik

Ein Theaterstück für Menschen ab 2 Jahren von Puppenspiel.ch

Vom Mehl… oder wie hat das eigentlich alles angefangen. Eine Entstehungsgeschichte.

Bereits beim Betreten des Theaterraumes im Kellertheater vis-à-vis in Bern ist eine Atmosphäre spürbar, die ein Sensibilisieren der Sinne ins Zentrum zu stellen scheint. Nichts ist dem Zufall überlassen. Die feinen kleinen Zuschauerbänkli mit purpursamtenen Kissen, die kreiszentrierte Bühne umgeben von einer musealen Anordnung von Instrumenten, Mikrophonen und Scheinwerfern. Eine, so scheint mir, direkte Einladung für sinnliche Erfahrungen.

Und schon befinde ich mich mittendrin. Getreidekörner tanzen aus den Händen der Schauspielerin auf den schwarzen Boden und ergeben eine feinklingende Musik, fast so, als wollten die schlafenden Körner eine Geschichte singen, ihre Geschichte. Eine Entstehungsgeschichte. Denn bald wird aus den Körnern Mehl gemahlen und … der Geist der Körner befreit. Schon erfüllt das Mehl die Luft als feine Wolke, ich höre den Wind, und gleich färbt der weisse Staub den Boden mit seinem leisen Spuren und verlockt zum Experimentieren. Das Zusammentreffen mit Wasser, das in akustischer Virtuosität dem Mehl beigemischt wird, führt die lustvolle Experimentierfreudigkeit zum figuralen Spiel (mit Teig) und ermöglicht den staunenden Zuschauer*innen das Teilhaben an der Entstehung neuer Geschichten aus der eigenen Fantasie. Dabei verführen sowohl klanglich-musikalische als auch bewegungsstarke Eindrücke all unsere Sinne und lassen im Staunen die „kleinen Dingen des Lebens“ zu grossen sinnlichen Erfahrungen werden, die dem frischen Duft von Brot folgen.

 

Ästhetische Expeditionen 06_30 bis 13_30

SPUREN ENTDECKEN

Acht spurenentdeckende Klassen der Stufen KU bis 2. Primarklasse begaben sich während eines halben Tages als Karton-Forschende auf Expedition.

Dabei wurde bereits beim Betreten des Gebäudes im forschenden Modus nach Spuren gesucht, welche es uns ermöglichen, die Augen, die Finger und die Ohren als Forschungsinstrumente zu erfahren. Durch Betasten und Beobachten der vielfältigen Wandoberflächen im Gebäude konnten die Forscherinnen und Forscher bereits auf dem Weg in die Lernwerkstatt Fantasie-Forschung betreiben. So wurde eine Wand schon bald als Drachenhaut, als Ziegeldach oder Fischschuppenhaut interpretiert, eine andere als Wellkarton-Fläche oder Fingerspitzenkitzel-Maschine.

Angekommen in der Lernwerkstatt waren die Schülerinnen und Schüler bereits mitten im Forschungsmodus.

Die erste Etappe der Karton-Fantasie-Expedition führte mit dem Expeditionselement  „Gewohnte Welt“ zu sinnlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten, welche Karton auf vielfältige Weise erfahrbar machte. Riechen, schmecken (essen!), hören, anschauen, tasten… und plötzlich war uns allen klar:

Karton ist Karton ist nichtKarton!

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Der gemeinsame Austausch über die neuen Erkenntnisse über Karton und den gewohnten Gebrauch im Alltag wurde ausführlich verhandelt und schliesslich durch zwei Forschungskolleg*innen – einem Hasen und einem Huhn – durchkreuzt.  Die Unzufriedenheit (Expeditionselement „Unruhe“) vom Huhn, dass eine leere Katonkiste doch kein Geburtstagsgeschenk sein kann, wurde genauer untersucht. Weiterlesen

Ästhetische Expedition 05_30

SPUREN SUCHEN

Von Ursula Ulrich und Valeria Stocker

Während einer Woche im Februar 2018 konnten die Schülerinnen und Schüler einer Baisistufe auf der gemeinsamen Expedition gestalterische, musikalische, bewegte und szenische Spuren suchen. Aus dem spielenden Umgang mit dem multifunktionalen Material Karton entstanden Objekte, rhythmische Kompositionen, szenische Miniaturen.

Ausgehend von der „Gewohnten Welt“ suchten die jungen Expeditionistinnen und Expeditionisten nach Spuren, die Karton in ihrem Alltag hinterlässt. Dabei bekamen Erinnerungen, Erzählungen, Anekdoten, Geschichten ihren Raum.

In eine kreative“Unruhe“ versetzt, folgten die Karton-ForscherInnen dem Duft, dem Klang, dem Anfühlen und ja, sogar dem Geschmack von Karton in lustvoller und experimenteller Weise. Weiterlesen

Ästhetische Expedition 29_30

SPUREN WIEDERAUFNHEMEN

Ästhetische Expeditionen als künstlerische Arbeitsweise

Im Rahmen der Lernumgebung «Spuren – theaterästhetische Expeditionen» wurde diese Expedition eigens für ehemalige Studierende des Spezialisierungsstudiums Theaterpädagogik an der PH Luzern gestaltet.

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Ausgehend von der Frage, “Willst du nicht auch wissen, was sich eigentlich tut in der Theaterpädagogik?“, trafen sich am 24. März 20 ehemalige Studierende aus der Spezialisierung Theaterpädagogik.

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Um die Expeditionistinnen in ihrer „Gewohnten Welt“ abzuholen, wurde ein Teil der Lernwerkstatt in ein Schulzimmer umfunktioniert, um nach kurzer Begrüssung auch gleich – sitzend und denkend – Theater zu machen.     Dabei wurde der Versuch lanciert, theatrales Können so zu beschreiben, dass es auch direkt beurteilbar und vergleichend bewertbar sein kann. Wie zu erwarten – die „Unruhe“ liess nicht lange auf sich warten. Alternativ zum Beschreiben von Theatererfahrungen konnte, dem „Ruf des Abenteuers“ folgend, im Basiscamp die Neuentwicklung des Formates „Ästhetische Expeditionen“ kennengelernt und befragt werden. Inhaltich führten die unterschiedlichen Hintergrundinformationen, die in Form einer Lernwerkstatt für Lehrpersonen aufgearbeitet wurden, zur Begegnung mit dem Begriff „Serendipität“.

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Serendipität beschreibt einen unvorhergesehenen Glücksfund oder eine Neuentdeckung, nach der nicht explizit gesucht wurde, die sich jedoch im Moment des Findens exakt einpasst in das Beschäftigungs- oder Tätigkeitsfeld. Sie unterscheidet sich vom glücklichen Zufall dadurch, dass sie sich beim Zurückblicken als mögliche logische, aber unbewusste Folge von Erfahrungen und Denkprozessen zeigt.“(U.U.2016)

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SPUREN SAMMELN

Im Rahmen der Lernumgebung «Spuren – theaterästhetische Expeditionen» gingen im März 2018 drei Oberstufenklassen auf eine theaterästhetischer Sound-Expedition. Auch diese Expedition wurde komponiert aus unterschiedlichen Elementen des Formates „Ästhetische Expeditionen“.

So startete diese Expedition in ihrer „Gewohnten Welt“. Der Welt der Geräusche, der Töne, der Klänge. Sie schaffte zudem Raum, über eine Fokussierung auf einzeln wahrgenommene Geräusche „Unruhe“ zu erzeugen, die gewohnte Welt zu irritieren und den „Ruf des Abenteuers“ auszulösen: Die Suche nämlich nach noch mehr und noch nicht gehörten Geräuschen oder Klängen. Das Element „Forschungsinstrument“ kam gleich zweimal zum Zuge: einerseits durch das Soundbearbeitungsprogramm, und andererseits durch das theatrale Improvisationsmodell, welches das szenischem Spiel eröffnete. Beim Zusammentreffen und weiterentwickeln von Szene und Soundvariationen begünstigten die Elemente „Experimentieren“ und „Verwandeln“ den weiteren Expeditionsverlauf. Abschliessend konnte mir dem Element „Gewohnten Ruf des Unbekannten“ eine Reflexionsebene geschaffen werden, welcher die Lust auf Neuentdeckungen und die Neugierde, die dem Unbekannten etwas Gewohntes zu verleihen vermag, in den Fokus genommen werden.

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Gaia

Vom Theater Luki*ju Luzern

Gespannt erwarte ich mit dem Premièrepublikum im Foyer des Kleintheater Luzern auf die Türöffnung; am Tor zu GAIA, der griechischen Göttinnen-Metapher für die Erde. Doch noch öffnen sich die Türen nicht. Vorerst verlassen wir in einer den Elementen Wasser, Erde, Luft oder Feuer zugeteilten Gruppe das Kleintheater nochmals, um im nahe gelegenen Park den vier Elementen zu begegnen.

Zurück im Theatersaal begrüsst der Showmaster „das Wunder Mensch“, die vier Elemente live on Stage. Im Zentrum der als Show gestalteten theatralen Performance stehen die vier Elemente. Schnell wird spürbar, dass die vier Elemente lebendiger aus ihrer Vergangenheit erzählen als vom heutigen Dasein in „unserer Welt“.

Es wird über die Ausbeutung der Erde, über die Folgen von Monokulturen, über den Zusammenhang vom Treibhauseffekt und dem schmelzenden Lebensraum der Eisbären bis hin zur Zukunfts-Vision, in der wir alle nicht mehr unterscheidbar gleich aussehen werden, gesprochen. Dabei werden Begriffe, Wortbedeutungen, Zahlen, Zusammenhänge und die Notwendigkeit, Umweltsensibilität wieder in den Fokus zu nehmen, als Ausgangslage für eine Auseinandersetzung mit brennenden Umweltthemen genutzt. Verspielt, bunt, illustrativ, bewegt, musikalisch: im performativen Modus wird der Mensch und sein Handeln bis hin zum Ausverkauf der Welt unter die Lupe genommen. Gemeinsam mit den zuschauenden Kindern wird nach alltagstauglichen Lösungsansätzen gesucht, die uns, der Welt und den Elementen mit diesem Lehrstück Handlungsmöglichkeiten für die Mitgestaltung unseres Lebensraumes zu ermöglichen suchen.