Ästhetische Expedition 05_30

SPUREN SUCHEN

Von Ursula Ulrich und Valeria Stocker

Während einer Woche im Februar 2018 konnten die Schülerinnen und Schüler einer Baisistufe auf der gemeinsamen Expedition gestalterische, musikalische, bewegte und szenische Spuren suchen. Aus dem spielenden Umgang mit dem multifunktionalen Material Karton entstanden Objekte, rhythmische Kompositionen, szenische Miniaturen.

Ausgehend von der „Gewohnten Welt“ suchten die jungen Expeditionistinnen und Expeditionisten nach Spuren, die Karton in ihrem Alltag hinterlässt. Dabei bekamen Erinnerungen, Erzählungen, Anekdoten, Geschichten ihren Raum.

In eine kreative“Unruhe“ versetzt, folgten die Karton-ForscherInnen dem Duft, dem Klang, dem Anfühlen und ja, sogar dem Geschmack von Karton in lustvoller und experimenteller Weise. Weiterlesen

Ästhetische Expedition 29_30

SPUREN WIEDERAUFNHEMEN

Ästhetische Expeditionen als künstlerische Arbeitsweise

Im Rahmen der Lernumgebung «Spuren – theaterästhetische Expeditionen» wurde diese Expedition eigens für ehemalige Studierende des Spezialisierungsstudiums Theaterpädagogik an der PH Luzern gestaltet.

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Ausgehend von der Frage, “Willst du nicht auch wissen, was sich eigentlich tut in der Theaterpädagogik?“, trafen sich am 24. März 20 ehemalige Studierende aus der Spezialisierung Theaterpädagogik.

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Um die Expeditionistinnen in ihrer „Gewohnten Welt“ abzuholen, wurde ein Teil der Lernwerkstatt in ein Schulzimmer umfunktioniert, um nach kurzer Begrüssung auch gleich – sitzend und denkend – Theater zu machen.     Dabei wurde der Versuch lanciert, theatrales Können so zu beschreiben, dass es auch direkt beurteilbar und vergleichend bewertbar sein kann. Wie zu erwarten – die „Unruhe“ liess nicht lange auf sich warten. Alternativ zum Beschreiben von Theatererfahrungen konnte, dem „Ruf des Abenteuers“ folgend, im Basiscamp die Neuentwicklung des Formates „Ästhetische Expeditionen“ kennengelernt und befragt werden. Inhaltich führten die unterschiedlichen Hintergrundinformationen, die in Form einer Lernwerkstatt für Lehrpersonen aufgearbeitet wurden, zur Begegnung mit dem Begriff „Serendipität“.

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Serendipität beschreibt einen unvorhergesehenen Glücksfund oder eine Neuentdeckung, nach der nicht explizit gesucht wurde, die sich jedoch im Moment des Findens exakt einpasst in das Beschäftigungs- oder Tätigkeitsfeld. Sie unterscheidet sich vom glücklichen Zufall dadurch, dass sie sich beim Zurückblicken als mögliche logische, aber unbewusste Folge von Erfahrungen und Denkprozessen zeigt.“(U.U.2016)

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Ästhetische Expedition 22_30 bis 27_30

SPUREN SAMMELN

Rahmen der Lernumgebung «Spuren – theaterästhetische Expeditionen» gingen im März 2018 drei Oberstufenklassen auf eine theaterästhetischer Sound-Expedition. Auch diese Expedition wurde komponiert aus unterschiedlichen Elementen des Formates „Ästhetische Expeditionen“.

So startete diese Expedition in ihrer „Gewohnten Welt“. Der Welt der Geräusche, der Töne, der Klänge. Sie schaffte zudem Raum, über eine Fokussierung auf einzeln wahrgenommene Geräusche „Unruhe“ zu erzeugen, die gewohnte Welt zu irritieren und den „Ruf des Abenteuers“ auszulösen: Die Suche nämlich nach noch mehr und noch nicht gehörten Geräuschen oder Klängen. Das Element „Forschungsinstrument“ kam gleich zweimal zum Zuge: einerseits durch das Soundbearbeitungsprogramm, und andererseits durch das theatrale Improvisationsmodell, welches das szenischem Spiel eröffnete. Beim Zusammentreffen und weiterentwickeln von Szene und Soundvariationen begünstigten die Elemente „Experimentieren“ und „Verwandeln“ den weiteren Expeditionsverlauf. Abschliessend konnte mir dem Element „Gewohnten Ruf des Unbekannten“ eine Reflexionsebene geschaffen werden, welcher die Lust auf Neuentdeckungen und die Neugierde, die dem Unbekannten etwas Gewohntes zu verleihen vermag, in den Fokus genommen werden.

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Kunstspartenübergreifend arbeiten

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FOKUS

Am 25.1.17 lud das Zentrum Theaterpädagogik zur Fokusveranstaltung „Kunstspartenübergreifend arbeiten“ ein.  Ausgangslage war ein offener Auftrag an die zehn Lehrpersonen – und hierfür bereitgestelltes Material: Papierrollen und Klebeband. Die Frage, die der darauf folgenden ästhetischen Kurz-Expedition vorausging, verband fortan die Spielenden im gemeinsamen ästhetischen Forschungsprozess:

„Was macht das Material mit mir? Was mache ich mit dem Material?“                                blog bild inside

Ausgehend von diesem Gestaltungsimpuls entstanden in unterschiedlichen und wechselnden Sozialformen zahlreiche Gestaltungsfelder, die individuelle Vorlieben, Fähigkeiten und Interesse in Form von bewegtem Gestalten, bildnerischem Gestalten, technischem Gestalten, musikalischem Gestalten oder szenischem Gestalten sichtbar und hörbar machten. Eindrücklich liess sich beobachten, dass eine stille und grosse Konzentration den Raum erfüllte und Worte vorerst wegblieben. Sie kamen später durch Spielideen für das szenische Spiel wieder in den Raum.

Fundstücke

Inspiriert und aufmerksam auf andere Zugänge wurde das Hauptaugenmerk im Anschluss auf Assoziationen gelegt, welche die entstandenen Fundstücke auslösten. Die Grenzen zwischen den einzelnen Gestalterinnen verschwanden. Die Spielenden suchten in Form von Titelsuche, Beschreibungen, Interpretationen und Assoziationen eigene Präsentationen der Kunstwerke, welche in Form gezeichneter oder beschriebener Träume der Objekte in einem Frage- und Antwortspiel reflektiert wurden. Dabei entstanden Geschichten. Neue Geschichten.

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Spielstücke

Ausgehend von den Fundstücken liessen sich individuelle Spielstücke entwickeln, welche wiederum im Kontext spartenübergreifender Impulse weiterentwickelt werden konnten. Hierfür erprobten wir die Geheimnisse der Wunschskulptur im Museum, um zu Inhalten zu kommen. Wir versuchten Rhythmen und kurze Rap, mit“ Stop and go“ kombiniert, wir zeichneten Comics aus den Geheimnissen heraus abgeleitet… was wiederum zum Spiel verleiten mochte… Der hier entstandene Prozess entwickelte sich aus dem Geben und Nehmen von entstandenen, sichtbar und hörbar gemachten Ideen.

In der anschliessenden Reflexionsphase wurde ausgetauscht darüber, dass solche Gestaltungseinheiten in direkter Weise Informationen über die Gruppe, die Vorlieben, persönliche Themen und Ressourcen sichtbar und hörbar machen. Weiter wurde deutlich, dass diese Verfahrensweisen Möglichkeiten eröffnen, der Diversität einer jeden Gruppe zu begegnen und ästhetische Erfahrungen zu begünstigen, welche über einen bewussten Prozess der Ausgestaltung zu Inszenierungsideen verführen können und gleichzeitig „theatrale Zeichen“ zentral werden.

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Material

Dabei stellte sich auch die Frage nach der Auswahl des Materials:

„Welche Materialien nutze ich, damit sie Teil des theaterästhetischen Prozesses werden können, und zugleich eine performative Komponente darstellen?“

„Welche eignen sich für diese Phase des Experimentierens, welche zum Gestalten?“

Welche Materialien ermöglichen überhaupt Experimente?“

Im Austausch sammelten wir Beispiele wie Papierrollen, Karton, Zeitungen, Schnur, WC-Papierrollen, Packpapier, Holzklötzli, Plastikrollen, Plastikfolien, …

Fazit

Die Ideen, auch die der anderen, also alle und frei kombiniert – sie machen etwas mit mir! Und ich, ich mache etwas mit ihnen!

THEATERLUFT

 THEATERLUFT

Von Ursula Ulrich und Regina Wurster

Eine Vielfalt möglicher Spiel- und Verfahrensweisen in theaterästhetischen Prozessen.

SPIELEN – ERFINDEN – GESTALTEN – KOMPONIEREN

Wenn Sie das theaterpädagogische Lehr- und Lernmittel «THEATERLUFT» auffächern, begegnet Ihnen eine Vielfalt von Spielweisen. Diese praxisorientierte Sammlung nimmt das Potenzial der Diversität einer spielenden Gruppe als Ausgangslage. Um der Vielfalt adäquat zu begegnen, können im Spannungsfeld zwischen Verschiedenheit und Gemeinsamkeit Möglichkeiten spielend verhandelt und dabei individuelle Grenzen überschritten werden. Die spielbasierten und kunstspartenübergreifenden Zugänge bringen Gestaltungsvorschläge hervor, die vom gestaltenden Individuum zum theatralen Gemeinschaftswerk führen.

Die SPIELEN-Karten unterstützen das direkte Anwenden mit konkreten Spiel- und Improvisationsformen und fördern die Spielkompetenz der spielenden Gruppe. Die THEMENASPEKTE machen das Nachdenken über die vielen Bereiche der theaterästhetischen Kunstvermittlung transparent. Ausgangspunkt sind Fragestellungen, die einen kreativen Prozess eröffnen, die die Zeichenhaftigkeit des Theaterspiels in den Fokus nehmen, und das Gestalten und Komponieren als Elemente variabler Transformationen verstehen. Fragen, die Antworten geben, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu hegen. Die REFLEXIONSIMPULSE auf transparentem Papier unterstützen eine forschende, partizipative und kreative Arbeitshaltung, die jeder theaterpädagogischen Tätigkeit zugrunde liegt.

 Das Lehr-und Lernmittel ist ab 21.12.2016 für Fr. 35.- beim Zentrum Theaterpädagogik der Pädagogischen Hochschule Luzern (PHLU) und bei der Beratungsstelle Theaterpädagogik der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (PH FHNW) erhältlich. Zudem ist es online bestellbar unter www.ztp.phlu.ch.

 

Zukunftsraum

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Zunkunftstag beim ZTP

Mit so viel inspirierender Dynamik hat der Archivraum des ZTP wahrscheinlich nicht gerechnet. Aber es ist so: Manchmal verändern Zukunftstage nicht nur die Sicht auf die eigene Arbeit. Jedenfalls in unserem Falle. Denn Anna und Yael (beide aus einer 5. Klasse) haben uns mit ihren Ideen und Vorstellungen während des Zukunftstages  richtiggehend überrascht. Die Auswirkungen davon spiegeln sich in der Neugestaltung des eher vergessenen und selten benutzten Archiv-Raumes.

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Unsere zwei „Zunkunfts-Besucherinnen“ haben diesen gestern unter eigener Regie womöglich zum begehrtesten und anregendsten Beratungsraum gemacht; ist aus dem Raum doch eine Bühne geworden, auf der künftig Beratungsgespräche für theaterästhetische Projekte stattfinden werden.

Ästhetische Werkstatt-Expedition 4 „Röhrenteenes“

 

blog_img_5991  RöhrenNetzWerk

Eingebettet in die Schultheatertage 2017 startete im August 2016 die vierte ästhetische Forschungswerkstatt. Die Spielenden sind Teilnehmer*innen einer Theaterwahlfachklasse (1.-3. ORST).

Im Zentrum des gemeinsamen Forschungsprozesses steht die theaterästhetische Auseinandersetzung mit der Ausgangslage NETZ. Wunsch und Ziel der Gruppe ist es, eine Bühnenproduktion zu entwickeln, ausgehend von ihren Vorstellungen, Ideen, Themen. In der praktischen Umsetzung bezieht sich die Theaterwerkstatt auf Erkenntnisse, welche aus den „ästhetischen Werkstatt-Expeditionen I-III (2012-2016)“ hervorgegangen sind und verfolgt einen Prozess „vom gestaltenden Individuum zum theateralen Gemeinschaftswerk“ (vgl. ästhetische Expeditionen).

Als grundlegendes und weiterzuentwickelndes Element der Gestaltung wurde die Arbeit mit einem Material und Klebeband, diesmal mit dem Objekt „Röhre“

(in unterschiedlicher Form, Grösse, Beschaffenheit) initiiert.

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Ausgehend von dieser Auseinandersetzung wurden von den Spielenden in einer Phase des „Spiels mit Material“ überraschend vielfältige Zugänge

(musikalisches, räumliches, technisches, szenisches Gestalten) gewählt.

Die dadurch ausgelösten Experimente führten im anschliessenden Reflexionsgespräch unter Einbezug der leitenden Denkformel zu Diskussionen, durch welche die Spielenden selbst ihre Theaterverständnisse und Vorstellungen befragten und sich selbst als Kreierende und zugleich Forschende erlebten. Aus dieser Reflexionsrunde eröffnete sich zudem für die Spielleitung eine erste mögliche Fragerichtung, welche basieren auf Aspekten der Aktionsforschung in den Fokus genommen werden könnte. Dabei steht das Hinterfragen gewohnter Handlungs- und Reaktionsweisen im Vordergrund und lenkt den Fokus auf einen bewussten Unterbruch im Umgang mit den Zuschreibungen „richtig und falsch“.

 

verNETZen Luzerner Schultheatertage 2017

blog_img_5646  Prologveranstaltung vom 28.9.2016

Die erste Begegnung mit den 29. Luzerner Schultheatertagen 2017 ermöglichte 20 interessierten Lehrpersonen aus der ganzen Zentralschweiz, sich am Prolog (und Prolog light) in direkter Weise spielend und entdeckend mit dem Thema NETZ auseinanderzusetzen. Die erprobten Spielimpulse, Anregungen und die daraus entwickelten Ideen begünstigten eine experimentelle Herangehensweise. Dabei standen der Umgang mit unterschiedlichen Materialien sowie inhaltliche VerNETZungspunkte im Zentrum.

Aus dem praktischen Handeln liessen sich immer wieder Hinweise für die Umsetzung in der eigenen Schulpraxis ableiten und direkt mit dem eigenen Handeln und den persönlichen Spielerfahrungen verknüpfen. Dabei wurde beispielsweise deutlich, dass der spielende Zugang über ein Material (und Klebeband) in unmittelbarer Weise eine Atmosphäre des wertfreien und vertieften Gestaltens begünstigt und darüber hinaus hin zur Interaktion führt. Der Umgang mit dem Material zeigte auch unmittelbare Transformationsprozesse auf, welche im Sinne künstlerischer Vermittlungsarbeit nutzbar gemacht werden können. So wurde beispielsweise eine Spielerin, eingerollt in ein grünes Netz, zum Kopfsalat, während die weissen kleinen Fetzen eines feinen Netzstoffes als Schneckenkörner dienten und den Salat zu retten vermochten.

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In einem zweiten Teil wurden praktische Spielmodelle, Improvisationsideen und Planungshilfen in Verbindung mit dem praktisch Erprobten erläutert und im Kontext der jeweiligen Praxishintergründe gemeinsam befragt.

Abschliessend  wurde die Verbindung zum DISG (Dienststelle Soziales und Gesellschaft, Kt. Luzern) und dem Kinder-und Jugendleitbild des Kt. Luzern vorgestellt und Möglichkeiten aufgezeigt, wie die entstehenden Theaterarbeiten in den Kontext der Aktivitäten des DISG gestellt werden könnten.

 

Schultheatertage 16

Prolog

Am 14.Okrober trafen sich im Theaterpavillon Luzern alle Lehrpersonen, welche sich für eine Teilnahme an den Schultheatertage 2016 interessierten. Im Zentrum standen ästhetische Erfahrungen mit dem Thema „Glück“. Der performative Einstieg über das „flüchtig-filigran-transparente“ Material Plastik (in vielfältigen Variationen) ermöglichte auf verschiedensten Gestaltungs- und Spielebenen einen persönlichen Zugang zum Experimentieren, Recherchieren und Improvisieren in Bezug auf das Thema „Glück“. Erfahrungen und Erkenntnisse daraus eröffneten einen zusätzlichen Zugang zu „gestalterisch-theatralen“ Prozessen. In einem zweiten Teil wurde theaterpädagogisches Schaffen in den Kontext ästhetischer Bildung und ästhetischer Forschung gestellt. Abschliessend wurden organisatorische und planerische Schritte erläutert und es konnte über Fragen zum gesamten Projekt „Schultheatertage“ ausgetauscht werden.

Welches Theater braucht die Schule?

“Welches Theater braucht die Schule?“

Kolloquium im Rahmen des Schultheaterfestivals Hannover „JugendspieltfürJugend“

Donnerstag 18. Juni 2015. Der prunkvolle Mosaiksaal des Neuen Rathaus in Hannover füllt sich allmählich. Vier Expertentische, auf denen noch einsame Schilder das Kommende ankündigen, werden umgehend zu Gastgebern für die kommenden drei Stunden. Es scheint mir eine schöne Übereinstimmung zu sein, dass sich in Bezug auf berufliche Ausgangspunkte und Hintergründe die vielfältig zusammengesetzte Gruppe interessierter Menschen gerade im Mosaiksaal trifft, in welchem sich Sichtweisen, Haltungen, Erkenntnisse und Fragen im Verlaufe der angeregten Diskussionen zu einem Bild, einem Gesamteindruck zusammenfügen. Als Momentaufnahme. Hier. Jetzt. In Bezug auf die Fragestellung. „Welches Theater braucht die Schule?“.

Mit einleitenden Worten umfasste Ole Hrschka die aktuelle Sicht auf die Beziehung zwischen Theater und Schule. Dabei erwähnte er, dass aus Sicht der kulturellen Bildung die Liaison Theater und Schule durchaus als „Traumpaar“ verzeichnet werden könne, was aber nicht bedeute, dass dennoch viel Optimierungspotenzial im Auge behalten werden müsse, um beispielsweise dem grundlegenden Anspruch, dass möglichst alle Kinder während ihrer Schulzeit mit den Künsten in Berührung, in Reibung und Auseinandersetzung gelangen können, Folge zu leisten.

Im Anschluss diskutierten an vier Tischen rund 50 TheaterleherInnen, TheaterpädagogInnen, sowie Dozierende und Studierende verschiedener Hochschulen. Die thematischen Schwerpunkte an den einzelnen Expertentischen wurden durch Kurzinputs von vier Referentinnen eröffnet, indem sie ihre persönlichen Arbeitsfelder, Erkenntnisse aus Forschungsergebnissen, Ausschnitte aus dem Schul-Theateralltag als Grundlage für eine Diskussion vorstellten. Inhaltlich folgten die Referentinnen folgenden Themenschwerpunkten:

– Zur Qualifikation von Theaterlehrer_innen (Prof. Dr. Dorothea Hilliger)

– Die Wirkung des Theaterspielens auf junge Menschen (Prof. Dr. Romi Domkowsky)

– Partizipativer Theaterunterricht (Maren Konn)

– Bildungspolitische Perspektiven (Katja Krach-Grimm)

Dabei erfassten 4 ModeratorInnen an den jeweiligen Tischen zusammenfassend sich herauskristallisierende Fragen. Dabei zeichneten sich Fragen zu umfangreichen Themenbereichen ab, welche hier ausschnittweise einzufangen versucht werden. Es waren dies Fragen…

  • zur Haltung der Spielleitung
  • zur Spannung zwischen Ziel- und Prozessorientierung
  • zu möglichen Methoden und Herangehensweisen (Handwerk und Haltung)
  • zu Wunschvorstellungen und Idealen gelungener Bildungsprozesse in Bezug auf künstlerisch-gestaltende Beteiligung
  • zur wünschenswerten Wirkung auf die Spielenden
  • zum Ausgangspunkt, wann künstlerische Arbeit beginnen kann
  • zu Grenzen eines top-down-Verhältnisses
  • zu Übergängen zwischen theatraler und aussertheatraler Welt
  • zu Zusammenhängen zwischen künstlerischem und demokratischen Handeln
  • zu den Chancen einer Öffnung der Schulen durch künstlerische Arbeitsweisen

Im anschliessenden Podiumsgespräch, welches sich aus

  • Detlef Lehmbruck, Referatsleiter Musik und Theater MWK
  • Sven Stagge, Niedersächsisches Kultusministerium
  • Gunter Mieruch, Vorsitzender des Bundesverbandes Theater in Schulen
  • Ursula Ulrich, Co-Leiterin Zentrum Theaterpädagogik, Luzern
  • Michael Bax, IGS Mühlenberg, Hannover

zusammensetzte, wurde zu den an den Expertentischen entstandenen Fragen die Diskussion eröffnet.

Inhalte dazu wurden rege diskutiert, wobei eine grosse Aufmerksamkeit auf die aktuellen politischen Begebenheiten um Gelder/ Kürzungen im Bundesland Niedersachsen Raum einnahmen.

Dennoch kamen Fragen wie „Kann sich Schule ernsthaft künstlerische Prozesse ergebnisoffen vorstellen?“ oder „Muss verantwortliche theaterpädagogische Arbeit alle aktuellen Diskurse abbilden und verhandeln?“ oder auch „Kann man Theater auf Augenhöhe (Spielleitung-Spielende) realisieren?“ nicht zu kurz.

In Deutschland stellen sich, da Theater als Schulfach DS (darstellendes Spiel) sowie als Theater-AG (Wahlfachkurse) in Bezug auf die LeherInnenbildung als auch auf das Aufeinandertreffen von Haltungen (künstlerischen und pädagogischen, beurteilenden, bewertenden, ergebnisoffenen und forschenden …) teilweise andere Fragen als in der Schweiz, wo Theater in den meisten Schulen zwar einen festen Platz einnimmt, nicht explizit als Schulfach im Lehrplan erscheint.

Möglicherweise, so mein Fazit, würde man die Frage in der Schweiz in Bezug auf die momentane Bildungssituation eher umdrehen und somit danach fragen:

„Welche Schule braucht das Theater?“

Dabei treten vorerst Fragen nach dem gewünschten Profil einer Schule, nach Triebkräften und Lobbys in Bezug auf künstlerische und kulturelle Bildung, nach Wirkungswünschen und deren Erkenntnissen, nach Reflexionschancen, nach Legitimationsargumenten motivierter und überzeugter Lehrpersonen, nach Gefässen, Räumen, Ressourcen für Theater, nach einem Mehrwert durch künstlerische Forschungsfelder in Bezug auf Schulkultur-Entwicklung, nach zusammenhängen zwischen Heterogenität und ästhetisch-künstlerischem Gestalten … in den Vordergrund, um sich in Wechselwirkung wiederum ebenso mit denselben Fragen auseinanderzusetzen, wie sie ober erwähnt wurden: Welches Theater braucht die Schule?