Zukunftsraum

img_6240img_6238       

Zunkunftstag beim ZTP

Mit so viel inspirierender Dynamik hat der Archivraum des ZTP wahrscheinlich nicht gerechnet. Aber es ist so: Manchmal verändern Zukunftstage nicht nur die Sicht auf die eigene Arbeit. Jedenfalls in unserem Falle. Denn Anna und Yael (beide aus einer 5. Klasse) haben uns mit ihren Ideen und Vorstellungen während des Zukunftstages  richtiggehend überrascht. Die Auswirkungen davon spiegeln sich in der Neugestaltung des eher vergessenen und selten benutzten Archiv-Raumes.

img_6245

Unsere zwei „Zunkunfts-Besucherinnen“ haben diesen gestern unter eigener Regie womöglich zum begehrtesten und anregendsten Beratungsraum gemacht; ist aus dem Raum doch eine Bühne geworden, auf der künftig Beratungsgespräche für theaterästhetische Projekte stattfinden werden.

Welches Theater braucht die Schule?

“Welches Theater braucht die Schule?“

Kolloquium im Rahmen des Schultheaterfestivals Hannover „JugendspieltfürJugend“

Donnerstag 18. Juni 2015. Der prunkvolle Mosaiksaal des Neuen Rathaus in Hannover füllt sich allmählich. Vier Expertentische, auf denen noch einsame Schilder das Kommende ankündigen, werden umgehend zu Gastgebern für die kommenden drei Stunden. Es scheint mir eine schöne Übereinstimmung zu sein, dass sich in Bezug auf berufliche Ausgangspunkte und Hintergründe die vielfältig zusammengesetzte Gruppe interessierter Menschen gerade im Mosaiksaal trifft, in welchem sich Sichtweisen, Haltungen, Erkenntnisse und Fragen im Verlaufe der angeregten Diskussionen zu einem Bild, einem Gesamteindruck zusammenfügen. Als Momentaufnahme. Hier. Jetzt. In Bezug auf die Fragestellung. „Welches Theater braucht die Schule?“.

Mit einleitenden Worten umfasste Ole Hrschka die aktuelle Sicht auf die Beziehung zwischen Theater und Schule. Dabei erwähnte er, dass aus Sicht der kulturellen Bildung die Liaison Theater und Schule durchaus als „Traumpaar“ verzeichnet werden könne, was aber nicht bedeute, dass dennoch viel Optimierungspotenzial im Auge behalten werden müsse, um beispielsweise dem grundlegenden Anspruch, dass möglichst alle Kinder während ihrer Schulzeit mit den Künsten in Berührung, in Reibung und Auseinandersetzung gelangen können, Folge zu leisten.

Im Anschluss diskutierten an vier Tischen rund 50 TheaterleherInnen, TheaterpädagogInnen, sowie Dozierende und Studierende verschiedener Hochschulen. Die thematischen Schwerpunkte an den einzelnen Expertentischen wurden durch Kurzinputs von vier Referentinnen eröffnet, indem sie ihre persönlichen Arbeitsfelder, Erkenntnisse aus Forschungsergebnissen, Ausschnitte aus dem Schul-Theateralltag als Grundlage für eine Diskussion vorstellten. Inhaltlich folgten die Referentinnen folgenden Themenschwerpunkten:

– Zur Qualifikation von Theaterlehrer_innen (Prof. Dr. Dorothea Hilliger)

– Die Wirkung des Theaterspielens auf junge Menschen (Prof. Dr. Romi Domkowsky)

– Partizipativer Theaterunterricht (Maren Konn)

– Bildungspolitische Perspektiven (Katja Krach-Grimm)

Dabei erfassten 4 ModeratorInnen an den jeweiligen Tischen zusammenfassend sich herauskristallisierende Fragen. Dabei zeichneten sich Fragen zu umfangreichen Themenbereichen ab, welche hier ausschnittweise einzufangen versucht werden. Es waren dies Fragen…

  • zur Haltung der Spielleitung
  • zur Spannung zwischen Ziel- und Prozessorientierung
  • zu möglichen Methoden und Herangehensweisen (Handwerk und Haltung)
  • zu Wunschvorstellungen und Idealen gelungener Bildungsprozesse in Bezug auf künstlerisch-gestaltende Beteiligung
  • zur wünschenswerten Wirkung auf die Spielenden
  • zum Ausgangspunkt, wann künstlerische Arbeit beginnen kann
  • zu Grenzen eines top-down-Verhältnisses
  • zu Übergängen zwischen theatraler und aussertheatraler Welt
  • zu Zusammenhängen zwischen künstlerischem und demokratischen Handeln
  • zu den Chancen einer Öffnung der Schulen durch künstlerische Arbeitsweisen

Im anschliessenden Podiumsgespräch, welches sich aus

  • Detlef Lehmbruck, Referatsleiter Musik und Theater MWK
  • Sven Stagge, Niedersächsisches Kultusministerium
  • Gunter Mieruch, Vorsitzender des Bundesverbandes Theater in Schulen
  • Ursula Ulrich, Co-Leiterin Zentrum Theaterpädagogik, Luzern
  • Michael Bax, IGS Mühlenberg, Hannover

zusammensetzte, wurde zu den an den Expertentischen entstandenen Fragen die Diskussion eröffnet.

Inhalte dazu wurden rege diskutiert, wobei eine grosse Aufmerksamkeit auf die aktuellen politischen Begebenheiten um Gelder/ Kürzungen im Bundesland Niedersachsen Raum einnahmen.

Dennoch kamen Fragen wie „Kann sich Schule ernsthaft künstlerische Prozesse ergebnisoffen vorstellen?“ oder „Muss verantwortliche theaterpädagogische Arbeit alle aktuellen Diskurse abbilden und verhandeln?“ oder auch „Kann man Theater auf Augenhöhe (Spielleitung-Spielende) realisieren?“ nicht zu kurz.

In Deutschland stellen sich, da Theater als Schulfach DS (darstellendes Spiel) sowie als Theater-AG (Wahlfachkurse) in Bezug auf die LeherInnenbildung als auch auf das Aufeinandertreffen von Haltungen (künstlerischen und pädagogischen, beurteilenden, bewertenden, ergebnisoffenen und forschenden …) teilweise andere Fragen als in der Schweiz, wo Theater in den meisten Schulen zwar einen festen Platz einnimmt, nicht explizit als Schulfach im Lehrplan erscheint.

Möglicherweise, so mein Fazit, würde man die Frage in der Schweiz in Bezug auf die momentane Bildungssituation eher umdrehen und somit danach fragen:

„Welche Schule braucht das Theater?“

Dabei treten vorerst Fragen nach dem gewünschten Profil einer Schule, nach Triebkräften und Lobbys in Bezug auf künstlerische und kulturelle Bildung, nach Wirkungswünschen und deren Erkenntnissen, nach Reflexionschancen, nach Legitimationsargumenten motivierter und überzeugter Lehrpersonen, nach Gefässen, Räumen, Ressourcen für Theater, nach einem Mehrwert durch künstlerische Forschungsfelder in Bezug auf Schulkultur-Entwicklung, nach zusammenhängen zwischen Heterogenität und ästhetisch-künstlerischem Gestalten … in den Vordergrund, um sich in Wechselwirkung wiederum ebenso mit denselben Fragen auseinanderzusetzen, wie sie ober erwähnt wurden: Welches Theater braucht die Schule?

 

 

 

Ästhetische Werkstatt-Expedition 2 „Rollenkids“

Werkstatt 2 Blog   

„Vom individuellen Gestalten zum theatralen Gemeinschaftswerk“

eine Forschungswerkstatt mit einer 4. Primarklasse aus Luzern

Ein erster Einblick…

Werkstatt 2-2 Blog  Werkstatt 2-3 Blog

Erste Erkenntnisse zu …

«Geschichteninseln»

ich weiss um die «Geschichten in mir»

«Leerspielen»

ich spiele mich frei von fremden Bildern

Theatrale «Zeichen» einsetzen

ein  Rubin ist kein Rubin ist ein Rubin

Vertiefung durch «Gestalten»

wenn ich gestalte, bin ich

                                                                    

 …werden diskutiert und beschrieben…

     Werkstatt 2-1 Blog            

Kompetenzorientierung in der Theaterpädagogik; vom gestaltenden Individuum zum theatralen Gemeinschaftswerk.

Kompetenzorientierung per se.

Ein leerer Raum. Papierrollen. Klebebandrollen. Und Kinder, die es kaum erwarten können, loszulegen, zu gestalten, zu falten, zu kleben, zu rollen, zu entrollen und entfalten, zu zerreissen und auszulegen, zu experimentieren und fokussieren, zu entwickeln und zerstückeln, glattzustreichen und …

Es wachsen Bäume und es wandeln Gespenster, es posieren Bräute und stumm beobachtet die still entstandene Büste aus dem Augenwinkel das sanfte Kanonenkugelblasen der nahen Burg. Astronauten landen nahe dem Thron der Königin. Ob sie die Schatzkarte finden? Der Schneider ist bereit für seinen Einsatz. Und fortwährend werden neue Rollen entwickelt. Besuch aus der Steinzeit kündigt sich an, da müssen unbedingt neue Schuhe her. Und der Teppich, ist er schon ausgerollt?

Ob mit oder ohne Textvorlage – theaterpädagogisches Arbeiten ist längst aus den Kinderschuhen der „stofforientierten Unterrichtskultur“, in welcher Theater spielen noch „Texte auswendig lernen und aufsagen“ bedeutete – gewachsen. Das Zentrum Theaterpädagogik versteht theaterpädagogisches Arbeiten als Teil der ästhetischen Bildung im Sinne gestalterischer und künstlerischer Vermittlungs- und Unterrichtstätigkeit. Basierend auf einer ressourcenorientierten Grundhaltung werden dabei fachliche und überfachliche Kompetenzen im künstlerischen Schaffen erworben und weiterentwickelt.

Im Rahmen eines kunstpädagogischen Projektes steht Weiterlesen

Studienbuch Theaterpädagogik

Studienbuch Theaterpädagogik

Grundlagen und Anregungen

von Marcel Felder / Mathis Kramer / Roger Lille / Ursula Ulrich

Warum spielen Schülerinnen und Schüler gerne Theater? Soll man in der Schule überhaupt Theater spielen? Und wenn ja, was? Und was bringt das überhaupt? Herrscht dann nicht Chaos im Schulzimmer? Lässt sich das überhaupt organisieren? Und wenn die Kinder nicht mehr aufhören wollen? Überhaupt: Was ist eigentlich Theater? Und was ist das Spezielle an Schultheater? Ist das anders als normales Theater? Und wie macht man das, Theater spielen? Wie funktioniert Spiel? Kann man Spiel leiten? Oder eher zum spielen verleiten? Welche Rolle spielt man als Lehrperson? Darf man mitspielen? Oder muss man?

Und nun? Blättere ich weiter? Bin ich schon angesteckt?

ISBN 978-3-03755-136-3

Hier kann das Buch online gekauft werden:

Ästhetische Werkstatt-Expedition 1

Ästhetische Bildung; Theaterwerkstatt

Ästhetische Bildung; Theaterwerkstatt

Bericht Theaterwerkstatt

Forschungsprojekt «Theaterwerkstatt»

Integriert in die Schultheatertage konnte dieses Jahr zum ersten Mal das Forschungsprojekt «Theaterwerkstatt» durchgeführt werden. Die Initialzündung für das Pilotprojekt vom ZTP gaben zwei zentrale Entwicklungen, welche in Bezug auf theaterpädagogische Projekte in Schulen seit geraumer Zeit immer mehr spürbar wurden und sich offensichtlich verdichteten:

Weiterlesen