Kulturelle Bildung dreifach kombiniert

 

Theaterabend Di. 4. April: «Das Herz eines Boxers» im Schulhaus Tribschen

Einmal pro Jahr mit der Klasse ins Theater – das seit seit vielen Jahren ein Ziel, welches das Zentrum Theaterpädagogik als Dienstleistungsabteilung der Pädagogischen Hochschule Luzern verfolgt, um kulturelle Bildung in direkter Weise erfahrbar zu machen. Dabei unterstützt das Zentrum Theaterpädagogik Schulen und Lehrpersonen, um aus der Vielfalt professioneller Theaterstücke für ihre Zielstufe ein ideales Stück zu finden. Ein grosses Anliegen ist dabei auch die Vor- und Nachbereitung des Theaterbesuches. Um diesem Anliegen gewinnbringend und zukunftsorientiert zu begegnen, konnte das Zentrum Theaterpädagogik in Zusammenarbeit mit der Schule Tribschen und der Fachschaft Deutsch der Pädagogischen Hochschule ein neues Projekt entwickeln, das kulturelle Bildung gleich dreifach kombiniert und in seiner Art und Weise einzigartig ist – ein Gastspielbesuch direkt im Schulhaus. Weiterlesen

Grosser Bruder

Einzig eine grosse Grünabfall-Mülltonne steht auf der ansonsten leeren Bühne. Wohlgekleidet treten eine Frau und ein Mann dazu. Anfänglich ist ihre Beziehung zueinander unklar. Nach und nach erfährt das Publikum, dass sie wohl Geschwister sind. Episoden aus der Kleinkindzeit, Einblicke in die Schul- bis Jugendzeit lassen die ambivalente Geschwisterliebe immer wieder in neuen Facetten erahnen. Rivalität, Hass und Liebe, Sehnsüchte, Ängste und Bedürfnisse der Geschwister werden in eindrücklichen Bildern, viel physischem aufeinander Treffen und miteinander ringen, sicht- und spürbar. Mit wenig Text und toller Bildsprache wurde mir klar, was diese Geschwister eint und was sie trennt. Berührt und über meine eigenen Geschwisterbeziehungen nachdenkend verliess ich nach einer Stunde die Tuchlaube.

Unterwegs mit der Kinder- und Jugendjury beim Visionieren

Seit Ende Dezember 2016 visionieren wir die Theaterstücke für unsere Gastspielreihen Theaterperlen und Theaterlenz zusammen mit unserer Kinder- und Jugendjury, die sich jeweils aus zwei bis vier Kindern oder Jugendlichen zusammensetzt. Im Anschluss an die jeweils besuchten Stücke wird zusammen mit ihnen über das Stück ausgetauscht. Ihre Sicht auf die Theaterstücke, Überlegungen und Fragen rücken wir für diesen Austausch ins Zentrum. Dabei ist es uns wichtig, gemeinsam mit der Kinder- und Jugendjury nach und nach einen Katalog zusammenzustellen, mit welchem die Diskussion in partizipativem Verhältnis stattfinden und die Beobachtungskriterien für die gemeinsame Diskussion laufend erweitert und ergänzt werden kann. Zudem versuchen wir, der Jury nach dem Besuch der Theaterstücke eine Begegnung mit den Schauspielerinnen und Schauspieler, der Regie oder der Dramaturgie zu ermöglichen und damit einen Dialog in unmittelbarer „Stücknähe“ zu ermöglichen

Für die Stimmen der Jury soll künftig bei den hier veröffentlichten Blogbeiträgen unter dem Label „Statement Kinder- und Jugendjury“ Platz eingeräumt werden. Wir sind überzeugt davon, dass sich dadurch der Blick auf die besuchten Theaterstücke zusätzlich um interessante Statements erweitert.

Spring doch!

Es wird dunkel im Theaterraum. Fast dunkel. Geheimnisvoll bleibt ein Licht, das den Weg durch die milchige Beschaffenheit der Wasserkanister sucht. Ich werde aufmerksam auf die feinen Wellenbewegungen des Wassers – in den Kanistern drin. Es bewegt  sich in eigener Weise. Feine Bewegungen. Sie ergeben sich aus Raum und Widerstand. Und den Möglichkeiten, die sich auf der Suche nach neuen Wegen eröffnen. Zudem Klänge. Geräusche, die mehr und mehr an die Geräuschkulisse der als Kind erlebten sommerlichen Ausflüge in die Badi erinnern.

Und dabei finde ich mich in einer eigens erschaffenen Bilderwelt wieder. In der Turnhalle, auf dem Sprungturm in der Badi, zu Hause im Wohnzimmer, im Bus, in der Umkleidekabine … Dabei treffe ich, geschaffen durch die individuelle Vorstellungskraft, auf die Klassenkameraden, die Mutter, den Fahrgast im Bus, die Frau in der Badi, den Angst einflössenden Bademeister. Weiterlesen

NOX – WOLFSNÄCHTE

NOX – WOLFSNÄCHTE

Sternensaal Wohlen. Saisoneröffnung. Schulpremière des neuesten luki-ju Stückes mit Thomy Truttmann. Das ist eine vielversprechende Affiche. Und ich darf dabei sein. Es ist Freitag, 16. September. Der Sternensaal füllt sich mit Schulklassen. Auf der Bühne sind dunkel bemalte Stellwände so aufgestellt, dass der Eindruck eines Labyrinths entsteht. Geheimnisvolle Durchgänge und Durchblicke sind zu sehen. Dann ist nur noch ein Harass, vermutlich war da mal eine grosse Mostflasche drin, auf der Bühne.

«Mich kännt fascht niemmer. Wenn ihr i d Schuel gönd, legg ich mis Pyjama a.» Mit solchen Sätzen wird nach und nach klar, dass wir einen Nachtwächter der Securitas vor uns haben. Wenn dann die Profi-Taschenlampe ins Spiel kommt, taucht man vollends  in die Welt von Nachtwächter Lorenz ein.  Diese geheimnis- und spannungsvolle Welt Weiterlesen

Hase und Bär

Zwei Kindergartenklassen warten auf der sonnenbeschienenen Seite der Rathausgasse in Bern vor dem Theater Schlachthaus. Endlich öffnen sich von Innen die Läden des Kellers und die steile Treppe in das Kellergewölbe wird sichtbar. Der Einlass beginnt, die Kinder werden vom Keller verschluckt. Ich folge ihnen und bin gespannt auf die angekündigte Geschichte über die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Angstbär und Hasenstark, übers Kranksein und die Kraft der Fantasie. Nach der Première und den ersten öffentlichen Vorstellungen findet heute am 6. Juni die erste Schulvorstellung statt. Weiterlesen

Die No 1 – En Fän isch en Fän isch en Fän

Heute geht es ins Fabriktheater nach Zürich Wollishofen. Die Theatertruppe «GMBH – Produktion» hat zu einer Spielshow eingeladen, an welcher das Publikum aktiv mit dabei ist und wo das Phänomen des Fan-Seins und des Fanens auf die Probe gestellt werden soll. Ich bin an diesem 24. Juli etwas zu früh auf dem Gelände der roten Fabrik und geniesse auf einer Parkbank am Zürichseeufer den knusprigen Morgen.

Bereits beim Einlass in den Saal wird klar, dass man als Publikum auch gleichzeitig eine Rolle zu spielen hat. Alle bekommen entweder eine blaue oder orange Abstimmungskarte. Entsprechend der Farbe nimmt man auf der blauen oder orangen Fan-Tribüne Platz. Die beiden Fangruppen, je ca. 50 Personen, sitzen einander gegenüber. Dazwischen befindet sich die Spielfläche. Ich kann meine Abstimmungskarte als überzähliger Orange-Fan wieder abgeben und darf ‚unabhängiger‘ Beobachter sein. Alle diese Vorbereitungen vermitteln mir das Gefühl, dass Wert darauf gelegt wird, ein genaues und gerechtes Setting einzurichten. Weiterlesen

David Copperfield

Das Weltalm Theater Bern hat aus dem umfangreichen Roman «David Copperfield» von Charles Dickens ein berührendes Theaterstück auf die Bühne gebracht. Am 23. März bot sich für mich die Gelegenheit, im Theater Tuchlaube eine Schulvorstellung zu besuchen. Ja ich gestehe es: Vor der Vorstellung genehmigte ich im Café Tuchlaube meine geliebte Schale. Weiterlesen

HERR MACBETH ODER DIE SCHULE DES BÖSEN

Vom Wetter her ist der 11. Mai kein lieblicher Maientag. Es bläst ein kalter Wind und ist nicht sicher ob es demnächst anfängt zu regnen. Heute fahre ich nach Basel ins Vorstadttheater. Die Affiche passt. Sie verspricht Wüstes und Böses. Ich bin gespannt. Ein erster Blick auf die Bühne lässt mich eintauchen in eine abgewrackte Welt. Ein kugelförmiges Gebilde liegt auf dem Bühnenboden. Es erinnert an eine Tauchvorrichtung oder eine Weltraumkapsel. Ich frage mich, ob sie soeben aufgetaucht oder aus dem All abgestürzt ist? Befinden wir uns unter Wasser oder auf einem Schrottplatz im Niemandsland? Bald schon tauchen aus dem Innern der Kugel vier Hexengestalten auf und schon ist das Publikum mitten im Reich des Bösen. Weiterlesen

HANNAH im Glück

Was macht dich glücklich? Wonach hast du Sehnsucht? Wie soll man leben, um glücklich zu sein?
In dichtem Gedränge vor der Kasse im Kleintheater Luzern sehe ich, wie Kinder auf bereitliegenden Karten ihre Sehnsüchte bildhaft festzuhalten versuchen. Es ist Sonntag, 24. April kurz vor 11:00 Uhr. Angesagt ist eine Premiere vom luki-ju theater luzern.
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