Einstieg in den Lehrberuf – eine anspruchsvolle Phase in der Berufsbiografie einer Lehrperson!

Bald werden wie jedes Jahr auf das neue Schuljahr viele frischgebackene Lehrpersonen eingestellt. Sie werden von einem Tag auf den andern die Rolle der Studentin oder des Studenten ablegen und sämtliche Aufgaben einer Lehrperson übernehmen müssen. Wer bei diesen wichtigen ersten Schritten auf Unterstützung zählen kann, erlebt die Phase des Berufseinstiegs zwar als herausfordernd aber gleichzeitig auch als bewältigbar und befriedigend.

Worum geht es beim Berufseinstieg in den Lehrberuf?

Der Berufseinstieg ist eine sehr anspruchsvolle Phase in der Berufsbiografie einer Lehrperson. Junglehrpersonen sind von einem Tag auf den andern weitgehend auf sich allein gestellt und müssen die in der Ausbildung erworbenen Wissensbestände und Kompetenzen in der Praxis anwenden und an die lokalen Gegebenheiten der Schule oder der Klasse anpassen. Dabei müssen die Berufseinsteigenden sämtliche Kernaufgaben zeitgleich erfolgreich anpacken – teilweise ohne sie vorher erproben oder trainieren zu können: Unterricht planen und vorbereiten, mehrere Fächer unterrichten, Lernende begleiten und beraten, organisatorische Aufgaben übernehmen, mit Erziehungsberechtigten zusammenarbeiten, den Austausch mit Fachlehrpersonen gestalten, Teamarbeit praktizieren, die eigene Tätigkeit evaluieren, sich individuell weiterbilden. Was in dieser Phase des Überlebens und Entdeckens gelingt oder nicht gelingt, hat Auswirkungen auf die weitere Berufskarriere.

Welches sind die Herausforderungen beim Berufseinstieg?

Es gibt nicht die Herausforderung. Es sind die vielen vielschichtigen Aufgaben, die tagtäglich zeitgleich bewältigt werden müssen. Diese vielfältigen Aufgaben in eigener Verantwortung lösen zu müssen, kann schnell zu Überforderung führen, insbesondere dann, wenn die notwendige Unterstützung durch erfahrene Kolleginnen oder Kollegen fehlt. Zudem müssen die Junglehrpersonen eine Berufsidentität aufbauen: Lehrerin, Lehrer sein! Das bedeutet, eine vielschichtige Rolle (Lehrperson, Teil des Kollegiums, Vertreter/-in der Institution, öffentliche Person) zu übernehmen und vielen Erwartungen gerecht zu werden.

Wie können die Berufseinsteigenden unterstützt werden?

Das Wahrnehmen von Ressourcen trägt entscheidend zur Bewältigung von Herausforderungen bei. Es braucht einerseits ein effizientes persönliches Bewältigungshandeln (Copingstrategien) und andererseits fachliche und soziale Unterstützung an der eigenen Schule. Auch die PH Luzern unterstützt die Berufseinsteigenden mit verschiedenen Angeboten: Im Sommerkurs wird zusammen mit andern Berufseinsteigenden der gleichen Unterrichtsstufe während einer Woche unter Begleitung von erfahrenen Lehrpersonen der eigene Unterricht geplant und vorbereitet. In den Praxisgruppen treffen sich interessierte Junglehrpersonen im ersten und zweiten Berufsjahr unter fachkundiger Anleitung zum Austausch über herausfordernde Situationen aus dem Berufsalltag. Auf Berufseinsteigende zugeschnittene Weiterbildungskurse aus dem Kursprogramm der PH Luzern bieten weitere Unterstützung.

Und auch auf die Schulleitung kommt es an! Schulleitungen nehmen als Personalverantwortliche eine Schlüsselrolle ein für einen erfolgreichen Berufseinstieg: Sie haben es in der Hand, an ihren Schulen die fachliche und soziale Unterstützung der Berufseinsteigenden in Form von Mentoraten zu institutionalisieren und können bei Anstellungsgesprächen auch auf die Unterstützungsangebote der PH Luzern hinzuweisen.

Dorothee Lauper, Abteilungsleiterin Berufsbiografische Angebote

 

 

Ein Kommentar zu “Einstieg in den Lehrberuf – eine anspruchsvolle Phase in der Berufsbiografie einer Lehrperson!

  1. Auch als Berufsfachschullehrer/in ist der Einstieg oft auch sehr fordernd und schwierig. Erschwert wird der Einstieg zusätzlich, dass die Lehrpersonen vielfach über ein kleines pädagogisches und methodisch-didaktisches Wissen verfügen. Der grosse Vorteil ist jedoch, dass Berufsfachschullehrpersonen über eine mehrjährige Berufserfahrung auf ihrem erlernten Beruf besitzen. Meistens arbeiten diese Lehrpersonen bis zum Einstieg in der Berufsfachschule (oder auch darüber hinaus) in dem Beruf den sie unterrichten. Sie müssen in der Ausbildung der Lernenden innerhalb kürzester Zeit einen Rollenwechsel vollziehen, vom Ausbildner und Teamkollegen/in zum Lehrer. Bei diesem Rollenwechsel ist die Unterstützung durch erfahrene Berufspersonen zentral, ein Mentorat ist dabei ein wichtiger und unterstützender Punkt dabei. In der Anfangszeit haben uns unterschiedliche Themen beschäftigt, wie zum Beispiel zu wenig Austausch von Unterrichtsmaterial in der Klasse. Die erfahrenen Lehrpersonen, benötigen viel weniger Arbeitsaufwand, um die gleiche Arbeit zu erledigen (oder haben sie bereits in einem Vorjahr erledigt), dies wird nirgends berücksichtigt oder angerechnet.

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