Wenn das kulturelle Wirken nicht dem Job geopfert, sondern zum Teil der Aufgaben wird

Die aktuelle Ausgabe des PH-Magazins weiter der PH Luzern fokussiert die kulturelle Bildung und die kulturellen Betätigungen im pädagogischen Kontext. In einem Beitrag (siehe Magazin S. 9 oder http://blog.phlu.ch/weiter) vertreten die Teilnehmenden einer Diskussionsrunde die These, dass Lehrpersonen  einerseits breite Kompetenzen im kulturellen Bereich aufweisen und im Rahmen ihrer Weiterbildung auch laufend weiterentwickeln und anderseits eine grosse Verantwortung in der Förderung der bildnerischen oder musikalischen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder übernehmen. Ferner wird darauf hingewiesen, dass Lehrpersonen auch durch ihr ausserschulisches Engagement in Vereinen und Gemeinden wesentlich zum kulturellen Leben in der Schweiz beitragen. Lehrpersonen, die positive Erfahrungen mit ihrem ausserschulischen Engagement im Bereich der Kunst und Kultur gemacht haben, können hier als „Kommentar“ davon berichten und ihre Erfahrungen einem breiten Publikum zugänglich machen.

Prof. Dr. Jürg H. Arpagaus, Prorektor, PH Luzern

Menschenrechte in der Berufsbildung

An der diesjährigen Fachtagung des Zentrums Menschenrechtsbildung der PH Luzern stand die Menschenrechtsbildung in der Berufsbildung im Fokus. Für die Teilnehmenden waren es die Fragen, ob und wie das Thema der Menschenrechte in der Berufsbildung diskutiert und umgesetzt wird und wie die Menschenrechtsbildung in der Berufsbildung einen Beitrag zur Aufrechterhaltung und Erneuerung der Menschenrechte leisten kann?

Die berufliche Grundbildung trägt wesentlich zur Integration der Jugendlichen ins Erwachsenen- und Erwerbsleben bei. Sie prägt die berufliche Sozialisation, die über die reine Fachlichkeit hinausgeht und in einem gesellschaftlichen Kontext stattfindet. Dabei gehören Aspekte wie beispielsweise Toleranz, Respekt vor andern Kulturen, Religionen, Geschlechtern usw. gegenüber Kunden, Lieferanten, Kolleginnen und Kollegen zu den zentralen Themen. An der Fachtagung der PH Luzern und dem Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) haben Menschenrechtsexperten/innen, Berufsbildungsverantwortliche und Dozierende der Ausbildung von Berufsbildungsverantwortlichen über die Pflichten, Chancen und Möglichkeiten der Menschenrechtsbildung in der Berufsbildung diskutiert. Weiterlesen

Formatvielfalt im Weiterbildungsportfolio von Lehrpersonen

Lehrpersonen können sich heute in Weiterbildungskursen, Weiterbildungsstudiengängen, Vortragsreihen, Tagungen usw. weiterbilden. Die vielfältigen Weiterbildungsformate bedienen die heterogenen Bedürfnisse und steigern die Attraktivität der Weiterbildung, die im Wettbewerb mit Freizeitaktivitäten steht. Doch wann eignet sich welches Weiterbildungsformat?

Die Weiterbildung ist heute eine veritable Branche, deren Umsatz mit den ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen und dem Paradigma des Lebenslangen Lernens an Bedeutung gewonnen hat und weiterhin an Bedeutung gewinnen wird. Trotz den Bestrebungen, informelle Lernleistungen zu anerkennen und mit institutionalisierten Abschlüssen zu versehen, verlieren die formalen Weiterbildungsabschlüsse nicht an Bedeutung. Mit der Bologna-Reform und dem Europäischen und Schweizerischen Hochschul-Qualifikationsrahmen haben insbesondere die Weiterbildungsstudiengänge der Hochschulen, die mit einem Zertifikat (CAS), einem Diplom (DAS) oder einem Masterdiplom (MAS) und den damit verbundenen Bildungswährung (ECTS-Punkte) an Attraktivität gewonnen. Weiterlesen

Zukunftsfähig und visionär – Bildung für Nachhaltige Entwicklung in der Berufsbildung

Lernende fit zu machen für den Arbeitsmarkt von morgen ist eine Herausforderung für Lehrpersonen und Ausbildende. Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) wirkt dabei unterstützend und ist daran, Fuss in der Berufsbildung zu fassen.

Die Schweizer Wirtschaft ist auf zukunftsfähige und visionäre Arbeitskräfte angewiesen. Dazu gehört, dass Lernende und Berufstätige über Kompetenzen bezüglich einer Nachhaltigen Entwicklung verfügen. Aus diesem Grund sind in vielen Bildungsplänen und -verordnungen Fragen zur nachhaltigen Entwicklung aufgenommen (Frommherz & Bader, 2015). Doch wie sieht die Umsetzung in der Praxis aus?

Inspirierende Praxisprojekte zeigen, dass BNE kein zeitfressender Zusatz im Unterricht ist, sondern Fachthemen vernetzt und nahe an die Lebenswelt der Lernenden bringt und somit motivationssteigernd wirkt. Doch sind solche Projekte zurzeit noch dünn gesät und BNE in der Berufsbildung steckt in den Kinderschuhen. Eine Studie des Bundesamtes für Umwelt und des eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung (vgl. Volz Zumbrunnen, Stucki, & Dannecker, 2014) zeigt, dass nach wie vor Interesse und Vorwissen der Lehrpersonen ausschlaggebend sind, ob Nachhaltigkeit und Umweltaspekte in der beruflichen Grundbildung vermittelt werden. Weiterlesen

Dipl. Berufsfachschullehrer/in oder MA Berufsfachschullehrer/in

Die Lehrdiplome der Sekundarstufe IIb (Berufsbildung) sind keine Masterabschlüsse (MA, MSc), wie es das Lehrdiplom für die Sekundarstufe I (MA) ist. Weshalb ist das so und wohin wird sich die Ausbildung zum/zur Berufsfachschullehrer/in entwickeln? Das Thema ist noch wenig diskutiert und lässt viel Raum für Ideen, Innovationen und Spekulationen.

Kürzlich wurde ich von einem angehenden Dipl. Berufsfachschullehrer gefragt, weshalb er mit dem Lehrdiplom für die Berufsfachschule der Pädagogischen Hochschule Luzern (PH Luzern) einen Tertiär-B-Abschluss (Dipl.) erhalte und nicht einen Masterabschluss (MA oder MSc) auf Hochschulstufe (Tertiär A). Er bringe als Elektroingenieur (BSc Bachelor of Science ZFH in Elektrotechnik) doch alle Voraussetzungen für einen Master mit. Ob denn das Niveau der Ausbildung zum Berufsfachschullehrer – Sekundarstufe II – tiefer sei als die Ausbildung zum Sekundarlehrer der Sekundarstufe I? Weiterlesen