Wo verlaufen die Grenzen zur Integration von verhaltensauffälligen Kindern?

Die SUGUS-Studie (Eckstein et al., 2016), eine Untersuchung zu gestörtem Unterricht von der Universität Zürich, weist darauf hin, dass sich einige Lehrpersonen und Schüler/innen schnell ablenken lassen und sich stark ärgern über Unterrichtsstörungen, andere beschreiben sich als viel weniger empfindlich. Je empfindlicher die Befragten sind, desto mehr fühlen sie sich von einzelnen Kindern gestört – unabhängig vom Verhalten dieser Kinder. Was bedeutet dies für die Integration von verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern? Weiterlesen

Begabte Kinder fördern – ein „Muss“ für die Volksschule!

 „14-Jähriger holt sich den Uni-Abschluss“, so berichtete kürzlich eine Schweizer Sonntagszeitung. „Typisch Amerika“, denken sich da wohl einige Lesende und blättern weiter. Meldungen über sogenannte „Wunderkinder“, die in frühem Alter Spitzenleistungen vollbringen, erregen Aufmerksamkeit, ihnen begegnen jedoch auch Vorurteile und Neid, weil sie und ihre Familien besondere Bedürfnisse haben. Wie geht die Volksschule mit speziellen Begabungen und besonderen Leistungen von Lernenden um?

In der Schweiz erregte Maximilian Janisch, das wohl berühmteste hochbegabte Kind der Schweiz, mit einem IQ von 149+ Aufsehen. In der Primarschule übersprang Maximilian drei Klassen und bestand mit neun Jahren die Mathematik-Matura mit Bestnoten. Maximilians Hochbegabung und seine Probleme, an der ETH studieren zu können, löste in den Medien grosse Reaktionen zum Umgang mit hochbegabten Kindern und zum Thema «Eltern» aus. Weiterlesen

Weiterbildung zu einem ressourcen- und diversitätssensiblen Umgang mit Heterogenität

Integrative Förderung setzt voraus, dass Lehrpersonen genau erkennen, welche Ressourcen ihren Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stehen und auf welche Herausforderungen sie beim Lernen treffen. Für eine ‚Schule für alle‘ bedeutet dies, den förderdiagnostischen Blick der Lehrpersonen zu schärfen und einen gefüllten Methodenkoffer für die Gestaltung der Lernsettings bereitzustellen. Dazu zählt insbesondere auch ein differenziertes Fach- und Sachwissen im Hinblick auf unterschiedliche Diversitätsdimensionen. Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für die Weiterbildung?

Gemäss der Kammer PH swissuniversities (2016, S. 3) gehört der Umgang mit Heterogenität zu den zentralen Aufgaben sowohl der Regel- als auch der Sonderpädagogik. Die Frage ist allerdings, ob damit alle relevanten Dimensionen der Diversität, die es in einer ‚Schule für alle‘ zu berücksichtigen gilt, ‚abgedeckt‘ sind. Während sich die Sonder- und Heilpädagogik in der Vergangenheit nämlich auf die Heterogenitätsdimensionen Behinderung/Beeinträchtigung, Lernschwächen und Verhaltensauffälligkeiten konzentriert hat, haben sich um weitere Gruppen von Schülern und Schülerinnen weitere Formen der ‚Sonderpädagogiken‘ gebildet. So interessiert sich etwa die Genderpädagogik für die Herausforderungen einer chancengerechten Förderung von Jungs und Mädchen während sich die Migrationspädagogik (von der Ausländer- über die interkulturelle Pädagogik) mit den Herausforderungen einer chancengerechten Bildung für Schüler/innen mit Migrationshintergrund auseinandersetzt. Eine Pädagogik der Vielfalt unterstreicht seit Prengels gleichnamigem Buch (1993), dass eine chancengerechte Pädagogik all diese unterschiedlichen Formen der ‚Vielfalt‘ in der Schüler/innenschaft berücksichtigen muss. Weiterlesen

Kooperationen im Umgang mit Heterogenität

Die aktuellsten PISA-Ergebnisse zeigen, dass es in der Schweiz innerhalb der letzten zwölf Jahre gelungen ist, an Schulen Kinder mit unterschiedlichen Bedürfnissen und aus unterschiedlichen Herkunftsländern besser zu integrieren. Die Heterogenität im schulischen Kontext stellt in der heutigen Zeit für Lehrpersonen die grösste Herausforderung dar. Wie gelingt es ihnen, täglich die unterschiedlichsten Interessen, Wissensstände und Fähigkeit der Kinder in einer Gruppe wahrzunehmen? Wie schaffen sie es, damit einen ressourcenorientierten Umgang zu finden ohne dabei die Kinder zu unter- oder überfordern? Die Aufgabe scheint kaum bewältigbar. Vor allem dann nicht, wenn diese durch eine einzelne Lehrperson geleistet werden sollte. Die Lehrperson als „Einzelkämpfer/in“ hat ausgedient. Kooperationen sind notwendig, um die anstehenden Aufgaben, Fragen und Probleme, die der Schulalltag stellt, meistern zu können. In dem Masse wie Kooperationen funktionieren, können die täglichen Herausforderungen der Schule konstruktiv angegangen und effektiv gelöst werden. Zur Gestaltung und Optimierung der Kooperationen zwischen unterschiedlichen Lehrpersonen (z.B. Fachlehrpersonen, Lehrpersonen für Integrative Förderung und/oder Integrative Sonderschulung, etc.) und weiteren Fachpersonen (z.B. von therapeutischen Angeboten, den schulpsychologischen Diensten etc.) bestehen inzwischen zahlreiche Unterstützungsangebote (z.B. Weiterbildungs- und Beratungsangebote, Kooperationskarten oder Onlinetools). Um den Ansprüchen, die ein konstruktiver Umgang mit Heterogenität erfordert, gerecht zu werden, müssen Kooperationen gepflegt, weiterentwickelt und neu geschaffen werden. Nur so kann die Schule diesen genügen und den positiv eingeschlagenen Weg, den die aktuellsten PISA-Ergebnisse zu belegen scheinen, weiter gehen.