Prüfungen im Alter

Erwachsenenbildner/innen sind immer wieder auch mit der Frage des „Lernens auf Prüfungen“ konfrontiert. Sie wissen, dass sich viele Erwachsene ab dem mittleren Lebensalter schwer mit Prüfungen tun. Die PH Luzern mit der Abteilung Erwachsenenbildung kennt das Problem und hat Antworten und Strategien dazu.

Radio SRF 1 fragte mich an, ob ich in den Sendungen „Treffpunkt“ und „Ratgeber“ als Experte mitwirken würde. Als Thema seien „Prüfungen im Alter“ vorgesehen. Was mit „Alter“ gemeint sei? Ab etwa vierzig, sagte die Organisatorin am Telefon. Der Redaktor meinte: ab ca. fünfzig. Die beiden rechneten jeweils rund 10 Jahre zu ihrem eigenen Alter dazu. Nun, Alter ist relativ. Als zentrale Frage kristallisierte sich heraus: Wie können Erwachsene in Aus- und Weiterbildungen Prüfungen erfolgreich bestehen, wenn sie im Erwerbsleben stehen und den Schulkontext schon seit einiger Zeit hinter sich gelassen haben? In den beiden Sendungen wurden die Lernfähigkeiten Erwachsener und Tipps für die Prüfungsvorbereitungen thematisiert.

Die Lernfähigkeiten Erwachsener verändern sich

Nach einigen Jahren Berufspraxis oder Familienleben sind Erwachsene Prüfungen in Aus- und Weiterbildungen meist nicht mehr gewohnt. Das kann verunsichern. Man weiss nicht mehr, wie es um die eigene Lern- und Leistungsfähigkeit in Bezug auf Prüfungen bestellt ist. Das kann eine Bootsprüfung, eine höhere Fachprüfung oder ein Leistungsnachweis in einer Weiterbildung sein. Die Frage kann auch dann auftauchen, wenn die selben Erwachsenen berufliche und familiäre Herausforderungen kompetent meistern. Weiterlesen

Sag’ was du denkst – sensibler Umgang mit Sprache im Fachunterricht

In jeder Unterrichtssequenz werden Lernende in irgendeiner Form mit Sprache konfrontiert, sei dies im mündlichen Austausch, in schriftlichen Texten oder in Präsentationen. Die Sprache ist zentrales Medium der Verständigung und Vermittlung von Inhalten im Fachunterricht und Sachkompetenz kann nur erreicht werden, wenn ausreichende linguistische Sprachkompetenzen zur rezeptiven, produktiven und kognitiven Verarbeitung von Fachinhalten gegeben sind.

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Fachliches Lernen findet damit gewissermassen immer in der Sprache und mit der Sprache statt. Gleichzeitig ist Sprachlernen immer auch ein Lernen an und mit Inhalten. Damit sind Fach- und Sprachlernen über Verstehens- und Verarbeitungsprozesse integrativ miteinander verbunden (Ahrenholz & Oomen-Welke, 2008). Entsprechend zeigen verschiedene Studien, dass sich die Ursachen von Schwierigkeiten im Erschliessen von Fachwissen oftmals in mangelnden Sprachkompetenzen der Lernenden finden lassen (Brocksrocker, 2011). Diese Evidenzen untermauern die Notwendigkeit, dass sich auch Fachlehrpersonen zunehmend mit der Sprachförderung in ihrem Unterricht auseinandersetzen und sich damit der Thematik eines sprachsensiblen Fachunterrichts annehmen müssen. Weiterlesen

Lehrplan 21: Medien und Informatik and beyond

Mehr Informatikunterricht in den Schulen wird allseits begrüsst. Der Modullehrplan Medien und Informatik legitimiert die Lehrpersonen, in allen Fächern „Informatikunterricht“ zu betreiben und Kinder und Jugendliche an die digitale (und virtuelle) Welt heranzuführen. Der Enthusiasmus sollte aber nicht in einem blinden Digitalismus münden.

Der Modullehrplan Medien und Informatik des Lehrplans 21 erfährt aktuell auch ausserhalb des Bildungsbetriebs eine breite positive Resonanz. Verbände und Wirtschaftsvertreter, die vor der Industrie 4.0 stehen, unterstützen ein Mehr an Informatik an den Volksschulen. Das Digitale Manifeste fordert ebenso eine digitale Zukunft mit mehr Informatik an den Schulen, wie die Ökonomen und Futuristen aus der Technologiebranche.

Es gibt Stimmen, die wollen Programmieren als fünfte Landessprache einführen, andere wollen eine Fremdsprache in der Schule durch Programmieren ersetzen. Diese provokativen Forderungen rütteln die Bildungsbrache auf, die es scheinbar lange verpasst hat, der digitalen Wirklichkeit adäquat zu begegnen. Es ist nun an der Zeit, die digitale Realität auch in den Schulstuben Wirklichkeit werden zu lassen.

Informatikunterricht hat viel zu bieten

Informatikunterricht hat viel zu bieten. Das Programmieren ist dabei eine lehrreiche praktische Anwendung einer spezifischen Arbeitsweise mit einer hoch standardisierten Sprache (Syntax). Wichtiger als das Programmieren per se, sollten Lehrpersonen und Schüler/-innen die Ideen und Konzepte hinter dem Computational Thinking verstehen und adäquat anwenden lernen, z.B. beim Programmieren. Dazu eignet sich nicht nur der Informatikunterricht. Weiterlesen

Mentale Stärke – wenig genutztes Potenzial an Schulen?

„Schüler im Dauerstress“, „Lampenfieber vor dem Elternabend“, „Hohe Burnout-Rate bei Lehrpersonen“: Solche Schlagzeilen begegnen uns in Bezug auf Schulen immer wieder.  Die Bewältigung täglicher Anforderungen im Schulalltag sind für Schülerinnen und Schüler und für Lehrpersonen eine Herausforderung. Damit diese gemeistert werden können ist mentale Stärke gefragt – eine Kombination  mehrerer überfachlicher Kompetenzen, wie sie im Lehrplan 21 beschrieben sind. Doch geben wir dem Aufbau überfachlicher Kompetenzen in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen und im schulischen Alltag genügend Raum? Die PH Luzern bietet mit dem Heidelberger Kompetenz-Training für mentale Stärke (HKT) ein Instrument, mit dem mentale Stärke gezielt aufgebaut und trainiert werden kann.

Voraussetzung, um die im Fachunterricht erworbenen fachlichen Kompetenzen nutzbringend anwenden zu können sind eine Reihe von überfachlichen Kompetenzen. Gemäss Lehrplan 21 setzen sich diese aus drei Bereichen zusammen: „Personale Kompetenzen, Soziale Kompetenzen und methodische Kompetenzen“ (Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern (2016) Lehrplan 21, Grundlagen, S. 13-16). Während der Aufbau der fachlichen Kompetenzen sehr klar über die Fachdidaktiken und die Zeitgefässe in der Wochenstundentafel ihren Platz im Alltag haben, ist unklar, Weiterlesen

Männer an die Primarschule – oder wie Geschlechtersegregation reduziert wird

Auf der Kindergarten- und Primarstufe sind die Lehrerinnen überproportional stark vertreten. Diese „Feminisierung“ – oder besser diese Geschlechtersegregation ist mehrerer Hinsicht unerwünscht. Die vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) geförderte Initiative „Männer an die Primarschule“ will diesem Umstand entgegnen. Die PH Luzern leistet mit der Weiterbildung „Fördern statt kanalisieren. Gendersensible Vermittlung von Berufs- und Studienwahlkompetenzen“ einen Beitrag.

Der Alltag zeigt, dass die Lehrpersonen im Kindergarten weiblich und die Verwaltungsratsmitglieder von Unternehmen männlich sind. Befinden sich überproportional viele Männer oder Frauen in einem Beruf, dann wird von einer horizontalen Geschlechtersegregation gesprochen. Wenn hingegen ein Geschlecht überproportional oft in einer höheren – oder tieferen – Position zu finden ist, handelt es sich um eine vertikale Geschlechtersegregation. Weiterlesen