Ständige Konferenz Spiel und Theater an Hochschulen 2013

Vom 20.9. bis 21.9.2013 durfte ich an dieser Konferenz in Berlin teilnehmen. Gastgeber war das Institut Theaterpädagogik der Universität der Künste Berlin. Unter dem Thema «Was tue ich hier und warum?» gab es die Möglichkeit sich über den aktuellen Stand des Fachwissens auszutauschen. Ein Anliegen der Konferenz war es, den Graben zwischen Theorie und Praxis zu überwinden. Ebenso sollte das theaterpädagogische Wissen in seiner Ambivalenz zwischen Subversion und Anpassung kritisch befragt werden. Dies geschah einerseits mit drei Vorträgen und andrerseits mit einem «Basar theaterpädagogischen Wissens».
Am Basar konnte ich in zehn Begegnungen zehn verschiedene Theorie- und Praxisprojekte 1:1 kennenlernen. Besonders beeindruckte mich der Bericht über ein Schul-Projekt, welches soeben erfolgreich in Berlin durchgeführt wurde. Hier die Eckdaten:
Theater-Performance-Projekt «SprachRäume – SprechOrte»
Drei 7. Klassen erkunden während der ersten fünf Wochen des neuen Schuljahres gemeinsam mit renommierten Künstlern und Künstlerinnen als ausserschulische Partner und ihren Lehrer und Lehrerinnen ihre kreativen und sozialen Möglichkeiten. Die Ergebnisse werden in einer Präsentationswoche einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Im Mittelpunkt steht neben der Sprachförderung und der ästhetischen Bildung die Entwicklung eines nachhaltigen, wertschätzenden Miteinanders in der Klassengemeinschaft. Ein solches Setting bietet die Möglichkeit am Anfang der Sek 1-Stufe eine neue Lernkultur zu entdecken, eigene Möglichkeiten auszuloten, andere Zugänge zu Lerninhalten zu finden sowie ein verändertes Verhältnis zum Ort Schule zu bekommen.
Das Projekt wurde als Schulentwicklungsvorhaben zur ästhetischen und sozialen Kompetenzentwicklung durchgeführt.
Mit nach Hause nehme ich die Frage: Wäre so etwas im Kanton Luzern auch möglich? Meine vorläufige Antwort: Ich behaupte, das Zentrum Theaterpädagogik hat das notwendige Wissen und Können, so etwas auf die Schiene zu bringen. Die Frage bleibt: Gibt es auch Schulen, die sich auf so was einlassen möchten?

Aus den drei Vorträgen bleiben vorerst mal Stichworte und Mutmassungen hängen:
Kommodifizierung von Wissen!
Wissen in Produkte umwandeln!
Was ist theaterpädagogisches Wissen wert?
Welche Ziele sind wichtig? Wieso verfolgen wir bestimmte Ziele? Woher kommen die Ziele (z.B. «Inklusion»)?
Wissen ist keine Ware – Wissen wird konstruiert.
Wie kann Wissen transportiert werden?
Wir wissen mehr als wir zu sagen wissen.
Lässt sich implizites Wissen überhaupt explizit machen?
Lust auf Verlust. Schöpfung durch Verlust, durch Verausgabung. Lust an Grenzerfahrungen.
Das Prinzip der Kunst ist Verschwendung.
Könnte demnach die Natur als Modell für diesen Gedanken herhalten? Auch die Natur funktioniert nach dem Prinzip der Verschwendung. Da gibt es aber neben der Verschwendung auch Konzepte von Kreisläufen.

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