De Zeppelin flüügt nümme – zwischen Zeiten und Herzen

Theater Luki*ju Luzern

Ein herzhaftes Generationenstückfür für alle ab 7 Jahren

Besucht am Mittwoch, 13. November 2019 im Theaterpavillon Luzern

Mit dem Betreten des Theatersaales bin ich zugleich zu Besuch in der Alterswohnung von Johanna. Einfach, schlicht und ausdrucksstark erwartet das Bühnenbild das Publikum. Und Johanna erwartet Florian. Ihren Neffen. Florian, so scheint es auf den ersten Blick, hat seinen Weg im Leben noch nicht so richtig gefunden und soll endlich seine Oma im Pflegeheim besuchen. Doch schon bald wird klar, dass die Begegnung viel mehr eröffnet als ein netter Besuch. Florians Oma ist noch rüstig. Und interessiert an der Welt. Ihrer und der gossen Welt. Mit einfühlsamen Monologen zum Publikum wird bereits vor dem Aufeinandertreffen der beiden eine herzliche und fürsorgliche Beziehung spür- und hörbar. Die Erzählungen kommen aus den Herzen der beiden, mit den jeweiligen Zweifeln, das Gegenüber erneut zu enttäuschen. 

Da sitzt sie nun vor Florian, die Oma, die ihren Enkel als kleinen Bub so geliebt hat. Leider sind sich die zwei in der vergangenen Zeit zunehmend fremd geworden. Grund dafür war der Streit um dein Umzug ins Pflegeheim, den Florian nie verstanden und akzeptiert hat. 

Da sitzen sie sich gegenüber. Und schon bald sehen sich die beiden in einem neuen Licht. Der kleine, neugierige Junge, mit dem sie so gerne unterwegs war, steht wieder vor ihr. Verspielt und liebenswürdig kommen sie miteinander ins Gespräch; sie knüpfen an und reisen zusammen ins das Land der Fantasie, dahin, wo alles möglich ist, wo es keine Grenzen gibt, wo sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft die Hand reichen. Und so wird die Begegnung, der Florian so widerwillig entgegengeschaut hat, für beide unerwartet bereichernd, beflügelnd und beglückend. 

Eine wunderschöne Geschichte, die alle Grenzen zwischen den Generationen aufhebt und die Erinnerung zum gemeinsamen Reiseziel macht.

Am Horizont

Vom TKB ( Theater Kanton Bern ) 

Premierenbesuch am 31. Oktober 2019 im Kunst- und Kulturhaus VISAVIS Bern von Kathrin Brülhart

„Atemzug, Beinschlag, Atemzug, Beinschlag, Atemzug…“, Janek möchte an einem Schwimmwettkampf teilnehmen und wird von seinem Grossvater, einem ehemaligen Profi, trainiert. Doch irgendetwas stimmt mit seinem Grossvater nicht mehr: er liest die Zeitung von gestern, weiss nicht mehr, dass er soeben den Bananenjoghurt ausgegessen hat, geht mit dem Bademantel einkaufen… Der Grossvater ist krank, er hat Alzheimer. Schliesslich zieht er bei Janek und seiner Mutter ein. 

Langsam verschieben sich die Rollen: Janek muss mehr und mehr Verantwortung übernehmen, auf seinen Grossvater „aufpassen“, Janek kommt an seine Grenzen, als der Grossvater nun auch noch behauptet, Janek sei ein Dieb, er habe ihm das Geld und den Schlüssel gestohlen oder als Janek den Grossvater beim Feuermachen in der Stube entdeckt… 

Zum Glück ist da noch Anna, sie ist neu in seiner Klasse und  wird als „stummer Fisch“ gehänselt. Janek vertraut Anna seine Sorgen um seinen Grossvater an. Zu zweit ist es nun einfacher. „Das schaffen wir: Atemzug, Beinschlag, Atemzug, Beinschlag…“

Ein Generationenstück (Autorin: Petra Wüllenweber) das ein ernstes Thema mit Humor erzählt. 

Professor Leonardos Hirnsausen (2. Streich)

Theater Thomy Truttmann

Besucht von Kathrin Brülhart am 12.Oktober 2019

Beim Reinkommen werden wir von Professor Leonardo persönlich begrüsst, ich als Professorin der Theaterwissenschaft… nicht weit weg von mir sitzt bereits Professor Sigmund Freud… die Vorlesung über das Gehirn kann beginnen. Heute ist Professor Leonardo in seinen Finken erschienen, das ist ihm noch nie passiert, ausgerechnet an dem Tag, an dem er über sein bahnbrechendes Experiment in der Hirnforschung berichten wollte… Wir erfahren, dass er im Moment französich lernt und dies vorallem wegen Yvette, einer seeehr netten Mitarbeiterin. Wenn wir etwas lernen „funkt“ es in unserem Gehirn, die Neuronen tanzen… – anhand von Wunderkerzen in einem angeschnittenen Blumenkohl wird uns „vorgeführt“, wie es in unserem Gehirn „funkt“, wenn wir zum Beispiel am überlegen sind, wie man „le pied“ schreibt. Überhaupt ist diese Vorlesung sehr anschaulich: das Publikum wird gebraucht, um Nervenbahnen darzustellen und wir erleben, warum wir nach einem Schnitt in den Finger überhaupt Schmerzen empfinden können. Immer wieder gibt es wunderschöne Hirnverrenkungen, Wortverdrehungen vom Gugelkopf bis zu den Hochstühlern, à propos Gugelhopf, den isst Yvette am Liebsten und heute Abend kommt sie auf Besuch. Professor Leonard hat bereits eingekauft, auch Blumenkohl gibt es – macht man den nun im Salzwasser oder im Dampfkochtopf ? Zum Glück gibt es erfahrene Blumenkohlköchinnen und Köche im Publikum… In Thommy Truttmanns Solostück erfahren wir, dass wir Menschen nicht nur von Wissen, Verstand und Vernunft bestimmt werden, sondern auch von Emotionen, Hormonen und wild gewordenen Neuronen. „Professor Leonardos Hirnsausen“ für alle Wissbegierigen ab 8 Jahren ist nach „Ohrenschmaus“ der zweite Streich. Nach dieser Vorlesung wünscht man sich gleich noch einen weiteren Streich!

„Tätärätätäää!“

 Theater Sgaramusch

Besucht von Kathrin Brülhart am 16. September 2019

Schulvorstellung im Schlachthaus Theater Bern

Ich sitze zusammen mit zwei Unterstufenklassen im Gewölbekeller des Schlachthauses. „Warum sind wir im Keller und nicht oben, da wo die grosse Bühne ist?“ fragt ein Kind die Lehrerin. „Weil es hier viel gemütlicher ist, schau doch es gibt einen Zirkus!“, antwortet die Sitznachbarin. „Pscht – es fängt an !“ Der rote Vorhang öffnet sich einen kleinen Spalt breit, schliesst sich aber sofort wieder. „Du muesch!“ hört man hinter dem Vorhang jemanden murmeln. Vorsichtig kommt ein Clown zum Vorschein, er traut sich nicht, weiss nicht genau was er machen muss. Auch seine Partnerin ist unsicher: „Grüezi- sagen“ mit der Hand ist schwierig, vorallem, wenn die Hand nicht will… „Zum Glück sind die nicht oben auf der grossen Bühne!“, flüstert das Kind neben mir. Immer wieder müssen die beiden Clowns auf einem Zettel spicken, welche Nummer als nächstes dran kommt. Dabei geraten sie sich in die Haare, schliessen aber auch wieder Frieden, weil „sonst werden wir nicht fertig mit der Show!“
Die Anforderungen sind hoch, die beiden Clowns haben sich viel vorgenommen: Akrobatik, Seiltanzen mit Ballon, dann die Pferdenummer… Können sie alles was sie müssen? Und müssen sie wirklich alles können, was sie sollen? Zum Glück hilft noch eine dritte Clownin auf der Leinwand mit, in Videosequenzen sichtbar. Sie spielt Schlagzeug oder hilft beim Pause machen und die beiden „Live-Clowns“ können ins Bild „hineinsteigen“. Die Kinder sind fasziniert von dieser Zauberei.

„Tätärätätäää !“ ein Stück übers Müssen, wenn man sich nicht getraut – oder eben nicht mehr zu müssen, weil man sich dagegen entscheidet – oder sich getraut und es einem Freude macht.

 

Niculina

Theater Tabula Rasa

Premiere in Solothurn am 7.September 2019

Am 7. September 2019 habe ich in Solothurn die eindrückliche und berührende Premiere des Theaterstückes „Niculina“ erlebt. Starke Spielmomente und Bilder, feine sowie dichte emotionale Momente und intensiv umrahmende Musik machen „Niculina“ zu einem äusserst sehenswerten Gesamtkunstwerk.

Niculina ist eine starke Mädchenfigur. Sie lebt in den Bergen, einer Welt voller Sagen und Geschichten. Sie und ihre Freundin Ladina haben trotz der kargen, ärmlichen Umgebung viele Lebensträume und Lebenspläne. Niculina will nicht Bäuerin werden, wie ihre Mutter. Sie möchte verreisen und Abenteuer erleben.

Durch die Krankheit ihrer Grossmutter wird Niculina mit dem Sterben konfrontiert. Sie will nicht, dass ihre Nonna stirbt, möchte unbedingt ihr Leben verlängern und beginnt nach dem Wasser des Lebens zu suchen. Niculina begegnet Bigna, einer Wölfin, die sie durch einen Spalt im Fels ins Innere vom Piz Spiert führt. Der Weg in die Zwischenwelt ist abenteuerlich und ungewohnt.

Niculina findet schliesslich den See des Lebens und erkennt, dass das Wasser keine Medizin ist, das ihre Grossmutter retten kann, sondern ein unterirdischer See in den alles Leben eingeht, um neu geformt wieder ins Leben einzutreten. In diesem See sieht Niculina ihre Grossmutter überglücklich baden….

Ein Theaterstück für alle am 8 Jahren.

 

«3,2,1 – Tussi wend mer keis!»

Theater Triplette

Besucht von Kathrin Brülhart Corbat

Schulvorstellung im Stiftstheater Beromünster am 8. April 2019

 

Geschmückt mit einem Elster-Stempel auf dem Handrücken, steigen wir die Treppen hinauf bis ins Dach des Stiftstheaters. „Wir gehen auf den Estrich“, sagt ein Kind –  oben angekommen sind wir mittendrin: im Nest auf dem Estrich. Die „Tschasla“ gehört einer Kinderbande: Lisa, Tina und Jo.

Hier wird „ge-elstert“, eitler Prinz gespielt, Gummischlangen gegessen und laut gefurzt. Während furchtlose Prinzessinnen böse Drachen verfolgen, werden Leidenschaften offenbart und Geheimnisse preisgegeben. Lisa zum Beispiel liebt die Stimme der Königin der Nacht, getraut dies aber niemandem zu sagen und Jo ? Ist er eigentlich ein Junge oder ein Mädchen? Und Tina hat sich die Zehennägel angemalt. „Was ? Du malst Dir die Zehennägel an ! Spinnst Du ! So peinlich !“

Gibt es in der Bande Dinge die erlaubt sind und andere nicht? Dürfen Jungs Zehennägel anmalen? Und wie ist es mit Freundschaft, darf ein Mädchen ein anderes auf den Mund küssen? Darf man klassische Musik lieben oder gehört man dann nicht mehr zur Bande?

Nun wird auch das Publikum befragt:

„Streckt mal alle auf, die finden pink ist eine Mädchenfarbe“

„Wer von Euch tanzt gerne?“

„Wer spielt gerne Fussball?“

«3,2,1 – Tussi wend mer keis!» packt mich und das Publikum, ab der ersten Minute.  Gegen Ende, als Jo seinen Freundinnen erzählt, dass er Theo das Bandenversteck gezeigt hat, wird es mucksmäuschenstill: „Auweiaa“, raunt meine Sitznachbarin,„das esch doch e Bueb…“

Ein geglücktes, humorvolles Theaterstück zur Genderthematik. 

 

 

 

 

Let’s Play: Ein Spiel für Benny

Theater Fabelfabrik

Besucht von Kathrin Brülhart Corbat

Premiere im Theater Tuchlaube Aarau, Samstag 23. März 2019

 

Was macht man, wenn eine Mama nicht mehr spricht? Wäre das Leben ein Computerspiel wüsste Lizza was zu tun ist. Aber jetzt?

Seit Benny’s Tod ist Mama ver-rückt.

Alle haben sich auf Bennys Geburt gefreut und jetzt ist er einfach weg, gestorben, bevor er ankam.

Die ganze Familie trauert, jeder auf seine Weise: Papa arbeitet nur noch, Mama zieht sich in die Stille zurück und Lizza flieht in die Gamewelt.

Als Lizza mit Benny in einen fiktiven Dialog tritt und mit seiner Hilfe das „Schiebepuzzle-Game“ zusammensetzt, findet sie einen Weg aus der Trauer und schafft es, ihre Mama wieder gerade zu rücken. Sie nimmt sozusagen ihr „Spielwissen“ zu Hilfe, um Ordnung in die schwierige Familiensituation zu bringen; taucht in die Game-Welt ab um hier Lösungen für ihre Probleme im Real Life zu finden.

Spannend ist, dass kein Game auf die Bühne projiziert wird, sondern jedes analog dargestellt ist. Die einzelnen Games, werden so zu Mini-Theaterstücken. Die Kinder erkannten die Figuren aus den jeweiligen Computerspielen sofort, die älteren Semester (ich inklusive 😉 natürlich nicht immer. Gepackt hat mich neben diesem „Creative Gameplay“ auch die Musik (komponiert von Simon Ho). Gamemusik vom Feinsten begleitet zum Beispiel einen Bewegungsablauf aus irgend einem Ballergame: „Cool! – das ist fast wie richtig…“ raunt neben mir ein 10 Jähriger.

Die Inszenierung „Let’s Play: Ein Spiel für Benny“ basiert auf dem gleichnamigen Theatertext aus der Feder der Autorin und Gameliebhaberin Bettina Wegenast.

Wie Grossvater schwimmen lernte

Besucht von Kathrin Brülhart Corbat im Neubad Luzern am Donnerstag 14.3.2019.

Ich sitze mit vielen Kindern im Neubad – genauer auf einer mit blauen „Wassermatten“ ausgepolsterten Treppe, mitten im Schwimmbecken. „Wo esch s’Wasser?“ fragt neben mir ein Junge. „Gsehsch es de“, die Antwort seiner Nachbarin. Tolles Bühenbild!

Heute ist der letzte Arbeitstag von Sophia, der Schwimmlehrerin. Oskar der Bademeister hilft ihr dabei, die beiden sind seit 20 Jahren ein eingespieltes Team. Schon bald erfahren wir, dass Sophia früher Profischwimmerin war, sie erzählt vom Leistungssport, von „Essen, Schlafen, Schwimmen, Essen, Schlafen, Schwimmen“, von Hundertstels- und Tausendstelsekunden. Sophia erinnert sich, wie sie als kleines dünnes Mädchen schwimmen lernte. Mit Fingerfarbe, die sie nun an die Bassinwand malt, tauchen wir in ihre Kindheit ein: Sophietta verbringt viel Zeit mit ihrem Grossvater. Sie gehen gemeinsam auf den Markt oder zum Bahnhof oder besuchen einen kranken Freund im Spital – immer „vielleicht zum letzten Mal“.

Warum nicht auch mal etwas das erste Mal machen? Zum Beispiel Schwimmen! Grossvater kann nämlich gar nicht schwimmen. Sophietta nimmt ihn an der Hand und führt ihn ins Wasser. Grossvater lernt schnell und schwimmt eines Tages so weit in den See hinaus, dass die Kleine ihn nicht mehr sehen kann.

Zeitsprung: Bei einem Wettkampf gelingt Sophietta die Rollenwende nicht, sie sinkt ab, sieht tanzende Lichter, ist am Ertrinken; für einen Moment füllt sich auch das Neubad wieder mit Wasser, das Kino im Kopf geht ab. Auf wunderbare Weise erscheint Sophie ihr Grossvater: „Schwimm nach oben Sophie, du schaffst das!“

Sehr einfühlsam wird in diesem Stück der Tod und das Verlieren thematisiert.

„Wie Grossvater schwimmen lernte“ basiert auf dem gleichnamigen Bilderbuch von Viola Rohner, die auch den Theatertext verfasst hat. Das Stück wechselt fliessend zwischen den Zeitebenen: Sophia als Schwimmlehrerin zusammen mit Oskar live mit uns im Neubad an ihrem letzten Arbeitstag, Sophia als Leistungssportlerin und schliesslich Sophietta als sechsjähriges Mädchen, das mit ihrem Grossvater unterwegs ist.

Hoffentlich wird dieses Stück von Sophie Stierle und Viola Rohner, das von Julia Schmidt und Ingo Ospelt gespielt wird, auch ausserhalb der grossartigen „Hallenbad-Ambiance“ gezeigt.

Los Banditos

Theater Max

Besucht von Kathrin Brülhart Corbat.

Familienvorstellung im Brückenpfeiler in Bern am Samstag 2. März 19.

Ein Zimmer mit vier Türen, ein Tisch zwei Stühle ein Bett und eine Loge: Wir befinden uns im Altersheim Friedhofstörli. Hier ist alles furchtbar langweilig, man muss sehr früh ins Bett, bekommt becherweise Pillen und muss in die Musikthearapie….

Und Martha ?  Luc, Franz und Beat ? Warten auch sie bis es Abend wird? Hopp Martha! Man wünscht sich insgeheim, dass die vier auch in dieser Geschichte Helden bleiben und ihr Leben wieder in die Hand nehmen. Viele kleine ZuschauerInnen kennen Martha und ihre Freunde bereits aus dem Stück „Martha und die Seeräuberpiraten“.

Da kommt er, der erlösende Satz von Martha „Chömed, mier gründe e Band!“ „Was für ne Band?“ „E luti.“

Instrumente müssen her, es gibt streng geheime Geldsammelpläne: Die Los Banditos halten das ganze Altersheim auf Trab. „E sones Grosi wett ech au!“, dies ein Zuschauerkommentar neben mir, exakt in dem Moment, als Martha im Sarg sitzend durch die Luft fliegt.

„Los Banditos“ ist ein wildes, witziges Stück, mit viel toller Livemusik (Mark Oberholzer) über Rebellion und Widerstand gegen Fremdbestimmung und Altersmitleid.

 

Nur Tote singen schöner

Vorstadttheater Basel

Besucht von Kathrin Brülhart Corbat. Bild © Xenia Zezzi

Samstag 23.2.19 feierte die neue Hausproduktion Premiere. Ein Mann und eine Frau stellen sich singend vor einen roten Vorhang, der Vorhang fällt und eine wunderbar geschwungene, weisse Treppe und drei Musiker kommen zum Vorschein – das „Krimi-Taschenmusical“ kann beginnen:

Der Mann, er heisst Mikka und seine Frau, sie heisst Riitta, erzählen aus ihrem Leben. Sie wohnen in einem kleinen Kaff in Finnland und haben sich auf den Verkauf und Export von essbaren Pilzen spezialisiert. Sie geniessen das ruhige Leben im Norden (mit gutem Essen!) ohne grosse Ereignisse, bis Mikka zum Arzt muss und ihm eine schreckliche Diagnose gestellt wird: er wurde vergiftet und hat nur noch wenige Tage zu Leben.

Der Todgeweihte fährt sofort nach Hause, um Riitta einzuweihen und mit ihr seine ihm verbleibende kurze Zeit zu planen, doch oh Schreck – er entdeckt sie nackt mit einem Liebhaber auf dem Balkon…

Nun beschliesst Mikka, ohne seine Frau einzuweihen herauszufinden, wer ihn vergiftet hat. Der Liebhaber, dieser schmierige Österreicher ? Oder wollte seine Frau ihn loswerden? Oder …? 
Der Krimi beinhaltet alles, was ein Krimi braucht: Täter, Opfer, skurrile Gestalten, und traurige Helden. Immer wenn die Spannung steigt, die Gefühle und Ängste gross werden, wird gesungen – und wie! – begleitet von einer dreiköpfigen Band (Piano, Drums und Bass). Wir kommen in den Genuss eines durchkomponierten Musicals. Genau darin, dass eine der üppigsten Formen der darstellenden Künste auf ein Minimum an Platz und Darsteller*innen reduziert wird, liegt der grosse Reiz und der Humor dieser gelungenen Premiere !