Fragen zum «Doppelten Kompetenzprofil» der Dozierenden an Pädagogischen Hochschulen

Acht Deutschschweizer Pädagogische Hochschulen, darunter die PH Luzern, haben ein gemeinsames Projekt mit dem Ziel gestartet, ihre Dozentinnen und Dozenten im Hinblick auf ihre Tätigkeiten an der Pädagogischen Hochschule über die Förderung des «Doppelten Kompetenzprofils» zu stärken. Das in den staatlichen Richtlinien geforderte «Doppelte Kompetenzprofil» wirft erstmal Fragen auf. Bevor Entwicklungsmassnahmen entwickelt und umgesetzt werden, sollten einige Fragen diskutiert werden.

Der Lehrberuf als Profession setzt u.a. wissenschaftliche Begründungsfähigkeit voraus. Das erhöht die Qualität der Arbeit, was den Schülerinnen und Schülern und letztlich der Gesellschaft zu Gute kommt. Mit der Tertiarisierung der Lehrerinnen und Lehrerbildung wurde ein wichtiger Schritt in der Professionsentwicklung des Lehrberufs gegangen. Zudem festigen und erweitern Lehrpersonen in der Berufspraxis ihre Kompetenzen durch reflektiertes Praktizieren (learning by doing bzw. deliberate practicing). Diese Erfahrung hat unumstritten auch einen Wert in der Qualifizierung künftiger Lehrpersonen. Weiterlesen

Buchreview: Aus dem Reformalltag der beruflichen Grundbildung

«Ausbilden» von Carlen, Grassi, Hämmerle und Koch präsentiert entlang des Reformprozesses im Berufsfeld Verkehrswegbau einen reichen Strauss an Themen der beruflichen Grundbildung. Die Publikation präsentiert normative Konzepte, ethnografische Beobachtungen, hilfreiche Checklisten und selbstkritische Analysen, womit eine wichtige Dokumentation eines einmaligen Reformprozesses entstanden ist. Die 150 Seiten umfassende Publikation gibt Aussenstehenden wie auch Personen, die vor einer Revision einer Bildungsverordnung stehen, wichtige Einblicke in das System der beruflichen Grundbildung und Hinweise zur Gestaltung von Reformprozessen.

Das Buch «Ausbilden. Kompetenzorientierung und Lernortkooperation in der beruflichen Grundbildung» ist die jüngste Publikation der Reihe hep praxis und dokumentiert den Prozess der Reform des Berufsfelds Verkehrswegbau. Nach dem einleitenden Kapitel, das im Wesentlichen die Ausgangslage des Reformvorhabens beschreibt, folgen sieben inhaltliche Kapitel und ein Schlusswort. Weiterlesen

Der lange Schatten der digitalen Zukunft im Lehrberuf

Die Digitalisierungsdebatte in der Schweiz geht einher mit der Einführung von Medien und Informatik in den Schulen. Diese Entwicklung wirft Fragen bezüglich der Kompetenzen von Lehrpersonen auf. Auch in der digitalen Welt hängt die Employability von Lehrpersonen nicht von künstlicher sondern von humaner Intelligenz ab. Dabei spielen Schulleitungen eine zentrale Rolle.

Wer als Lehrperson tätig sein will, muss im Besitz eines entsprechenden Lehrdiploms sein. Das ist gut so. Der Gesellschaft sind die Investitionen in die Entwicklung der nächsten Generationen zu wichtig, um die institutionalisierte Bildung dem Zufall der Kompetenzen unklar qualifizierten „Lehrperson“ zu überlassen. Mit der strikten Zugangsregelung zum Arbeitsmarkt von Lehrpersonen sind aber auch Herausforderungen verknüpft, wie beispielsweise jene der beruflichen Mobilität oder der Sicherung der Employability von Lehrpersonen.

Mit der aktuellen Digitalisierungsdebatte und der Einführung von Informatik in den Schulen werden Forderungen nach adäquater ICT-Infrastruktur in den Schulen, nach der Nutzung von neuen Medien und Technologien für den und im Unterricht sowie nach hoher fachlicher, fachdidaktischer und praktischer Informatikkompetenz der Lehrpersonen laut. Weiterlesen

Die regionale Stärke in der Berufsbildung

Die Ausbildung von Lehrpersonen ist in der Schweiz traditionell Sache der Kantone. Mit der Schaffung der Pädagogischen Hochschulen wurde auch der über viele Jahre gehegte Wunsch möglich, die Qualifizierung von Berufsfachschullehrpersonen an Hochschulen in den Regionen durchzuführen. Heute bilden die Pädagogischen Hochschulen Luzern, St. Gallen und Zürich in ihren Regionen Berufsfachschul-, Berufsmittelschullehrpersonen, Berufsbildner/innen überbetriebliche Kurse (üK) und Lehrwerkstätten sowie Dozierende der höheren Fachschulen (HF) aus, womit auch eine regionale Stärkung der Berufsbildung verbunden ist.

Die Berufsbildung ist eine Aufgabe von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt. Dabei kommen die Kantone, die für die Umsetzung in der Berufsbildung zuständig sind, für drei Viertel der Kosten auf. Die Föderalisierung der Kosten spiegelt die regionalpolitische Bedeutung der Berufsbildung wieder. Denn eine Stärke der Berufsbildung ist die enge Verknüpfung mit der regionalen Wirtschaft. Nur so kann die arbeitsmarktbezogene Berufsbildung Fachkräfte für die unterschiedlichen Arbeitsmärkte qualifizieren. Diese enge Verknüpfung mit der regionalen und kantonalen Praxis ist auch ein Erfolgsfaktor in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. So sind beispielsweise Praktikumsplätze in Schulen für künftige Lehrpersonen nicht nur wichtige Lernorte, sondern auch ein effizientes Instrument des Arbeitsmarktes, das Stellen und Personen „matched“.

Ziel der Subsidiarität dank der Pädagogischen Hochschulen erreicht

In der Berufsbildung wurde die Abwesenheit einer regionalen Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen in der Berufsbildung (Berufsbildungsverantwortliche) lange bedauert. Bereits im Berufsbildungsgesetz von 1978 (Art. 36) wurde davon gesprochen, dass die Ausbildungen der Lehrpersonen an Berufsfachschulen nur dann beim Bund stattfinden sollen, wenn sie nicht an einer kantonalen Hochschule erfolgen kann. Weiterlesen

Begabte Kinder fördern – ein „Muss“ für die Volksschule!

 „14-Jähriger holt sich den Uni-Abschluss“, so berichtete kürzlich eine Schweizer Sonntagszeitung. „Typisch Amerika“, denken sich da wohl einige Lesende und blättern weiter. Meldungen über sogenannte „Wunderkinder“, die in frühem Alter Spitzenleistungen vollbringen, erregen Aufmerksamkeit, ihnen begegnen jedoch auch Vorurteile und Neid, weil sie und ihre Familien besondere Bedürfnisse haben. Wie geht die Volksschule mit speziellen Begabungen und besonderen Leistungen von Lernenden um?

In der Schweiz erregte Maximilian Janisch, das wohl berühmteste hochbegabte Kind der Schweiz, mit einem IQ von 149+ Aufsehen. In der Primarschule übersprang Maximilian drei Klassen und bestand mit neun Jahren die Mathematik-Matura mit Bestnoten. Maximilians Hochbegabung und seine Probleme, an der ETH studieren zu können, löste in den Medien grosse Reaktionen zum Umgang mit hochbegabten Kindern und zum Thema «Eltern» aus. Weiterlesen