Ästhetische Expedition – «Auf den Spuren verschenkter Ideen»

Im Rahmen einer Projektwoche vom 31.8.- 4.9.2020 begaben sich das Zentrum Theaterpädagogik gemeinsam mit zwei Studentinnen und einer 3./4.Primarschulklasse aus Luzern auf eine spannende, spielfreudige und experimentierlustige theaterästhetische Expedition. Dabei standen Kreativität, Forscher*innengeist, Erfindungsfreude, Ausdruckskraft und entstehende Geschichten einmal mehr im Zentrum. Gemeinsam begaben wir uns auf die Spuren einer «Kiste nix» und entdeckten, was leere Kisten so alles ermöglichen, wenn man sie gar nicht als leer, sondern als «voller Ideen» erlebt. Und das waren, bereits nach kurzer Zeit, allerhand viele! Die theaterpädagogisch erprobten Fundstücke wurden während der Woche nach und nach zu kleinen szenischen Miniaturen weiterentwickelt. Es entstand ein Gemeinschaftswerk aus vielen gestalterischen, szenischen und erzählenden Elementen.

Ästhetische Expedition «Ich und die Anderen – eine Verwandlung?»

«Stellt dir vor, du gehst auf Expedition. Verlässt deine „gewohnte Welt“, um etwas Neues, noch Unbekanntes zu erforschen. Du kennst dich nicht aus. Möglicherweise war vor dir sogar noch nie jemand hier. Und gerade weil dir dieser Herausforderung mit viel Unbekanntem verbunden ist, möchte mehr darüber herausgefunden werden. „Unruhe“ macht sich breit.»

Und genau das war Ausgangslage für die theaterästhetische Expedition des Zentrum Theaterpädagogik, die am Wochenende vom 29. /30. August im Rahmen eines Wahlmodules des Masterstudiengangs Schulische Heilpädagogik mit 27 Studierenden durchgeführt werden konnte. In theatral-gestalterischen Erfahrungsräumen eröffneten sich, verteilt im ganzen Haus Sentimatt viele Spiel-Experimente. Die leitende Frage, die unsere Expedition begleitete war: «Ich und die anderen – eine Verwandlung?» Die konkrete Erprobung des Vermittlungsformates «Ästhetische Expedition» ermöglichte das Erfahren von künstlerischen Zugängen, die in der Berufspraxis direkt angewandt werden können du das Gedankengut ästhetischer Bildung als Ausgangslage nahm.

Achtung?!

33. Luzerner Schultheatertage

8. bis 11. Juni 2021 im Theaterpavillon Luzern

Jetzt anmelden!

Für spiel- und experimentierfreudige Lehrpersonen und Schüler*innen aller Schulstufen aus der ganzen Zentralschweiz – mit oder ohne Theatererfahrung!

Theaterproduktion

Im Rahmen der thematischen Ausgangslage „ACHUTUNG!?“ gibt es die Möglichkeit, begleitet von Theaterpädagog*innen des Zentrum Theaterpädagogik der PH Luzern während des Schuljahres eine eigene Theaterproduktion zu realisierenund diese während der Festivalwoche interessierten Schulklassen zu zeigen. Für den theaterpädagogischen Prozess stehen eine hierfür zusammengestellte Spiel-, Materialien- und Methodensammlung bereit.

Eine Einstiegsveranstaltung (Prolog; 14.Oktober 2020) und verschiedene Weiterbildungsangebote ermöglichen interessierten Lehrpersonen praktische Spielimpulse, thematische Anregungen, Ideen zur Gestaltung von Bühnenproduktionen und organisatorische Hilfestellungen direkt zu erproben. Die Teilnahme an den Theatertagen ist kostenlos.

Erlebnistag Theater (bereits ausgebucht)

Dieses Angebot ist eine Mischung aus «Theatersehen und eigene Spielerfahrungen machen». Während eines ganzen Tages setzen sich die Spielenden mit dem Thema «ACHTUNG!?» auseinander, schlüpfen in verschiedene Rollen und gestalten den Tag aktiv mit: als wertschätzendes Publikum und als kreative Spielende. Die Teilnahme am Erlebnistag ist kostenlos.

ACHTUNG!

Ob als warnender Vorsichtsruf oder als respektgebührende Haltung, ob als Ausdruck von Bewunderung oder als Warnung vor einer nahenden Bedrohung, ob als schützende Gewohnheit um dem Unbekannten auszuweichen oder als Türöffner zu Neuentdeckungen: „Achtung“ begleitet unseren Alltag. „Achtung“ unterbricht oder stoppt eine Handlung. Fokussiert eine Situation aus neuer Perspektive. Ermöglicht gar einen neuen Blickwinkel. Und – bringt Spannung. Aufmerksamkeit. Manchmal kündigt „Achtung“ auch eine grosse Gefahr an oder wendet diese möglicherweise ab. Und wer weiss, vielleicht eröffnet ein ganz besonderes „Achtung“ sogar eine neue Welt, die beobachtend, beachtend achtend, erachtend oder achtgebend mit neuer “Achtung“ aufmerksam macht, innehalten lässt und das Gewohnte unterbricht.

Wie dem auch sei und in welche Situation „Achtung“ uns bringen kann…meistens wird es, ob für Augenblicke oder gar lebenslänglich, neue Sichtweisen eröffnen, neue Wege fordern, eine Richtungsänderung initiieren. Und darum gar nicht lange zögern… und anmelden: Achtung, fertig, Bühne frei!

Weitere Informationen und Anmeldung

Luzerner Schultheatertage auf digitaler Bühne

32. Luzerner Schultheatertage 2020

VERWANDLUNG

Treffender könnte das diesjährige Thema der Theatertage gar nicht sein.

Wir erleben eine Zeit, in welcher sich unbeschreiblich viel verwandelt. Verändert. Neu gedacht werden muss. Ja, Verwandlung hat viele Gesichter. Vielfältige Facetten. Unterschiedliche Bedeutungen und unzählige Formen. Sie umschreibt Veränderungen, Neuerungen und ermöglicht Entfaltung und Neuanfang zugleich. Sie geht hervor aus Veränderungen, die das Verlassen oder Verabschieden von Gewohntem voraussetzen oder herausfordern. Im Spannungsfeld zwischen vorher und nachher eröffnen sich neue Welten, neue Themen, neue Gestalten. Metamorphosen. Transformationen.

Im April 2020 musste die Durchführung der 32. Luzerner Schultheatertage 2020 infolge des coronabedingten Versammlungsverbotes abgesagt werden.

Doch ganz liessen wir uns das Theaterspielen nicht nehmen, bemerkten wir doch nach der Wiedereröffnung der Schule im Mai 2020, dass sich das Theatervirus als coronaresistent erwies. Daher war es fürs ZTP klar, dass den Lehrpersonen und ihren Klassen alle offenen Begleithalbtage mit den Theaterpädagog*innen nach wie vor zur Verfügung stehen würden. Damit verbunden war unser Anliegen, dass gerade in dieser emotional so bewegten Zeit die Theaterarbeiten, in denen so viel Herzblut steckte, ein gebührendes Ende finden würden. Der Rahmen konnte ganz verschieden und der individuellen Situation angepasst werden.

Angeknüpft an die Entwicklungsprozesse, welche für uns während theaterästhetischen Prozessen einen grossen Stellenwert einnehmen, suchten wir mit den Lehrpersonen nach Wegen, den Fokus auf etwas Spannendes und Überraschendes, auf Ausprobiertes und Erforschtes zu legen, und dies in digitaler Form festzuhalten. Damit verknüpften wir die Idee, den gesammelten Film-, Ton-, Bild- und Textdokumenten wenigstens eine virtuelle Bühne zu ermöglichen. Daraus ist unsere digitale Bühne der 32. Luzerner Schultheatertage entstanden, für welche sich hier der Vorhang öffnet.

EinBlick ins ZTP

Das ZTP stellt sich vor!

Seit Anfang Juli stellt sich das ZTP mit projektbezogenen Kurzfilmen auf seiner Webseite vor. Dabei werden das Angebot Unterstützung sowie die Projekte Schultheatertage, Theaterperlen und unsere schukulu-Angebote in den Fokus genommen und unsere Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden gleichermassen ins Rampenlicht gestellt.

Die Kurzfilme wurden von Fiona Limacher (Theaterpädagogin ZTP) konzipiert und in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Medienbildung und Informatik (Zembi) im Rahmen eines Lernenden-Auftrages entwickelt und ausgeführt. Schauen Sie rein!

Flüssiges Gold

Theaterprojekt Projektunterricht Schule Neuenkirch

Im Rahmen des Projektunterrichtes haben sich auch dieses Jahr wieder viele Jugendliche mit Schauspiel, Bühnenbild, Kostümgestaltung und Bühnentechnik auseinandergesetzt. Unter der Leitung von Kristin Bieri (Kostüme), Ursula Ulrich (Schauspiel) und Siggi Strack (Bühnenbild) haben 21 Schülerinnen und Schüler gemeinsam ein kurzes Theaterstück entwickelt. Dieses konnten sie am 17. Juni 2020 im Pfarreiheim Neuenkirch präsentieren. Um den Schutzmassnahmen des BAG gerecht zu werden, wurde die Zuschauer*innenzahl beschränkt und die drei Vorstellungen einem kleinen Publikum präsentiert.

Die Projektzeit war dieses Jahr eine ganz besondere Herausforderung. Mitten im inspirierenden Tun mussten die kreativen Prozesse auf Eis gelegt werden. Das Theatervirus hatte dann jedoch dem Corona-Virus glücklicherweise getrotzt und noch während der Corona-Pause haben die Spielenden Theatertexte, die Kostümbildnerinnen Entwürfe für Kleider und die Bühnenbilder*innen Vorschläge für die Bühne entworfen.

Kurze inhaltliche Verführung

Die Erde ist nicht mehr bewohnbar. Eine Gruppe letzter Überlebender rettet sich 2035 auf einen Planeten, der die Lebensgrundlagen zum Neuanfang bietet. Gelandet auf dem neuen Planeten blicken die Überlebenden zurück auf ihre Vergangenheit auf der Erde. Dabei spielen Macht, Freidenker-Lebensweisen, Unterdrückung und der langsame Zerfall der Lebensgrundlagen eine zentrale Rolle.

Virus

Das Theaterperformance-Tagebuch; eine Anleitung zur praktischen Umsetzung

Das Jahr 2020 steht ganz im Zeichen des Corona Virus. Gesellschaftliche Herausforderungen prägten und prägen auch weiterhin unseren Alltag. Gewohnheiten verlieren an Gültigkeit und neue Massnahmen schränken das Leben ein. Gleichzeitig öffnen sich alte und neue Türen.

«Virus» bearbeitet den aktuellen Stoff «Corona – Zeit». Dieses fiktive Projekttagebuch soll Lehrpersonen einen Weg eröffnen, mit ihrer Klasse mit theaterpädagogischen und performativen Elementen die Corona-Zeit zu bearbeiten, persönliche Erfahrungen zu verarbeiten und den Fragen und Fundstücken dieser Zeit eine Stimme geben.

Um dieser Idee Raum zu verschaffen, spannten Anfang Mai, kurz vor der Öffnung der Volksschule die Beratungsstelle Theaterpädagogik der PH FHNW und das Zentrum Theaterpädagogik der PH LU digital zusammen und entwickelten eine exemplarische Vorlage zu einer Theaterperformance, die den Stoff «Zeit mit Corona» für den schulischen Kontext, aufgreift.

Dabei orientierten sich die drei Autorinnen Ursula Ulrich, Ramona Gloor und Regina Wurster an der Theaterkartei «Theaterluft» sowie an der Broschüre: «Theater erspielen» – 7 Schritte zur Realisierung.

Das Projekttagebuch, Beratungen zur konkreten Umsetzung und mögliche Begleitungen im Klassenzimmer können beim Zentrum Theaterpädagogik bei ursula.ulrich@phlu.ch kostenneutral bezogen werden.

Interessiert?

Wir freuen und auf Ihre Anfrage!

«Online-Bilderbuch-Spielideen»

Neue theaterpädagogische Beratungsmaterialien online

Ab dem 11. Mai 2020 stellt das Zentrum Theaterpädagogik einmal wöchentlich eine neue Bilderbuchempfehlung mit konkreten Spielideen dazu online. Diese erscheinen als Broschüre auf der Webseite des ZTP unter «Beratung und Angebote».

Ob die Bilderbücher zum Staunen, Zuhören, Malen, zum Spielen oder zum Erfinden neuer Geschichten, zu einem Theaterprojekt verleiten oder gar die Welt auf den Kopf zu stellen vermögen, das wird sich zeigen…

Wir freuen uns, im Rahmen der «Online-Bilderbuch-Spielideen» einen anregenden Spielraum zu eröffnen. In diesem Sinne wünschen wir viel Neugier, viele kleine Entdeckungen und grosse Lust, den eigenen Alltag zu überraschen.

32. Luzerner Schultheatertage abgesagt

Der Bundesrat hat für den weiteren Schulbetrieb die Weichen gestellt. Auch wir vom Organisationsteam der Luzerner Schultheatertage haben nun entschieden:

Die 32. Luzerner Schultheatertage 2020 können nicht stattfinden.

Dennoch ist es uns ein Anliegen, dass gerade in dieser emotional so bewegten Zeit die Theaterarbeiten, in denen so viel Herzblut steckt, ein gebührendes Ende finden. Der Rahmen kann ganz verschieden und der individuellen Situation angepasst sein; die begleitenden Theaterpädagoginnen unterstützen die Projekte weiter. Um die geleistete Arbeit zudem zu würdigen, teilen wir ab Mitte Juni 2020 auf unserer Webseite Eindrücke, Bilder, Erfahrungen, Notizen, filmische Ausschnitte, Foos, Tagebuchauszüge, …

Wir zeigen, was die 14 beteiligten Klassen am Ausprobieren und Erforschen waren, was sie alles entdeckt, verworfen und wieder neu erfunden haben, worüber sie sich Gedanken gemacht haben, worüber sie gestolpert sind und natürlich auch, was dabei besonders inspirierend war und Spass gemacht hat. Dadurch ermöglichen wir zumindest einen Austausch digitaler Art, der den gestaltenden Kindern und Jugendlichen der beteiligten Klassen einen Einblick ermöglicht zu sehen, was bei anderen Gruppen zum Thema „VERWANDLUNG“ entstanden ist.

«4 Frauen» – ein Videoprojekt

Theaterclub der Pädagogischen Hochschule Luzern 2020

Seit Herbst 2019 befassten sich die Spielerinnen und Spieler des Theaterclub der PH Luzern mit vier Frauenbiographien, mit Vorreiterinnen und Pionierinnen aus der Zentralschweiz, die für ihre Rechte als Frauen in verschiedenen Lebensbereichen einstanden. In der Spezialisierungswochen nach Ostern 2020 hätten wir unser Theaterstück fertig entwickelt und danach im Theater Pavillon Luzern aufgeführt. Flyer und Plakate waren bereits gedruckt und im Umlauf.

Das Coronavirus hat diese Arbeit gestoppt – die Aufführungen konnten nicht stattfinden. Die Studentinnen und Studenten waren bitter enttäuscht, dass die Theaterarbeit nicht zur Aufführung gelangte. Wir versuchten nun, der neuen Situation kreativ zu begegnen. Wir wechseln das Medium – es entsteht eine Videoarbeit.

Die Studentinnen und Studenten verbinden nun damals mit heute. Die Grundlage der Arbeit bilden weiterhin die Lebensgeschichten der vier Frauen. Neu hinzu kommt, dass die vier Biografien auf die Situation hier und heute treffen lassen – auf die Zeit der Coronakrise – auf die Zeit des Lockdowns. Gemeinsame «analoge» Probe-Treffen zur selben Zeit am selben Ort waren nicht möglich. Die ganze Umstellung der Arbeit erfolgte per Mail, Telefon und Videobesprechungen.  Die Gruppen wurden während den fünf Tagen durch tägliche Videokonferenzen von Reto Ambauen gecoacht, Christov Rolla hat die Gruppen musikalisch beraten und die Arbeit mit musikalischen Beiträgen unterstützt.

Der Theaterclub der PH Luzern hat seit 2005 jährlich eine Inszenierung gemacht – nun also eine erste Videoproduktion – so wie es eben möglich war, mit den technischen Know-how, das in der Gruppe vorhanden war.

Viel Vergnügen!