Coachen und begleiten – die Lehrpersonenrolle im Wandel

«Es ist nicht immer einfach die eigene Rolle zu definieren oder dabei nicht in Rollenkonflikte zu geraten.»

Lehrpersonen haben eine zentrale Rolle im Bildungsprozess. Sie tragen in einem komplexen Zusammenspiel von Qualitätsmerkmalen des Unterrichts zur Kompetenzentwicklung ihrer Schüler und Schülerinnen bei. Laut Hattie (2009) sind Lehrpersonen gar der wirksamste Faktor für den Lernerfolg der Kinder und Jugendlichen. Eine hohe Professionalität der Lehrpersonen ist daher unverzichtbar.

Durch Weiterentwicklungen im System Schule, veränderte Umweltbedingungen, neue Ansprüche der Gesellschaft etc. bedarf es einer ständigen Professionalitätsentwicklung und einer Überprüfung des eigenen und fremden Rollenbildes. Themen der letzten Jahre, welche zu Veränderung und Öffnungen des Unterrichts sowie der Erweiterung des Rollenverständnisses oder gar zur Entstehung neuer Rollen in der Schule geführt haben, sind beispielsweise Heterogenität, Multikulturalität, kompetenzorientierter Unterricht, Digitalisierung, Differenzierung, selbstorganisiertes Lernen oder geleitete Schulen. Durch den Wandel der Lehrpersonenrolle vermehrt hin zu einem Coach oder Berater/-in, der/die situationsbedingt entscheidet wie viel Konstruktion möglich und wie viel Instruktion nötig ist, bauen Lehrpersonen ihr pädagogisches Handlungsfeld aus. Sie beraten, fördern, unterstützen und coachen und gestalten Unterricht, der verstehensorientiert, autonomiefördernd oder interaktiv ist.

«Ich sollte als Lehrperson sachlich mein Programm durchführen wollen und können, aber sehr oft geht dies bei Teenagern nicht. Oft muss ich einfach andere Inhalte an erste Stelle rücken lassen, damit ich dann auch irgendwann zum vorgesehenen Inhalt wechseln kann. Wichtig ist aber für mich, dass das ‚Intermezzo‘ so aufgegleist wird, dass möglichst bald zum Fachunterricht zurück gewechselt werden kann. Lernen hängt für SuS/Menschen sehr von der Gefühlslage ab.» (Laura, T., Sekundarlehrerin)

(Laura, T. Sekundarlehrerin)

Nicht immer ist es einfach die eigene Rolle zu definieren oder dabei nicht in Rollenkonflikte zu geraten. Der Alltag von Lehrpersonen ist geprägt vom ständigen Abwägen und innerer Diskrepanzen aber auch mit der Auseinandersetzung von Rollen der Arbeitskolleginnen und -kollegen. Eine funktionierende Zusammenarbeit in einem multiprofessionellen Team in Schule und Unterricht setzt die Klärung der eigenen und fremden Erwartungen und die Akzeptanz der Rollenvielfalt im System voraus.

Dass sich die Rollen im System Schule weiterentwickeln und sich Berufsbilder verändern, hat sich in den letzten Jahren deutlich gezeigt. Wie sich Rollen in der Schule zukünftig entwickeln und diese auf Trends und auf veränderte Lebenswelten reagieren, möchten wir in der Vortragswerkstatt «Entwicklung der Lehrpersonenrolle» diskutieren. Unter Fachpersonen im Bereich der Bildung läuft zudem längst die Diskussion darüber, ob die Entwicklung der Rolle und der Professionalität von Lehrpersonen auch in einer beruflichen Laufbahn sichtbar werden kann. Es stellt sich die Frage, wie sich die Schule weiterentwickeln müsste, um Lehrpersonen Laufbahnperspektiven, bzw. Karriereaussichten zu bieten und welche Stolpersteine auf dem Weg zu einem solchen Schulsystem vorhanden sind?

Diese Fragestellungen wollen wir an der PH Luzern an drei Abenden (10.03.2021, 20.04.2021, 10.06.2021) in der Vortragswerkstatt «Entwicklung der Lehrpersonenrolle» weiterverfolgen. Wir hören Meinungen zur Thematik von unterschiedlichsten Akteuren und Akteurinnen des Bildungssystems – unter anderem auch Ihre – und wollen diese in einen Bezug zueinander stellen und gemeinsam Antworten finden.

Diese Vortragswerkstatt ist Teil des Weiterbildungsprogrammes rund um unseren Schwerpunkt 20/21 „je grandis“.

Melden Sie sich hier zur Vortragswerkstatt «Entwicklung der Lehrpersonenrolle» an.

Perkhofer-Czapek, M., & Potzmann, R. (2016). Begleiten, Beraten und Coachen: Der Lehrberuf im Wandel (1. Auflage). Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH.

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