Weiterbildung mit Profil (Teil 2 von 8): Mit Transferorientierung vom trägen Wissen zum kompetenten Handeln

Transferorientierung – eines der sieben Merkmale aus dem Produkteprofil der WB/PH Luzern.
Eine Weiterbildung, die sich am Transfer orientiert, leitet die Teilnehmenden dazu an, das Gelernte in die Unterrichtspraxis umzusetzen und stellt diese Umsetzung ins Zentrum. Die Umsetzung ist kein zufälliges Nebenprodukt (der Weiterbildung) sondern einer transferorientierten Weiterbildung inhärent.

WB_Produkteprofil_Transferorientierung

Weiterbildungen sollen den Teilnehmenden ermöglichen, neue Kompetenzen für die Praxis zu erwerben. Weiterbildungen mit Transferorientierung unterstützen den Prozess vom vermittelten Wissen zum kompetenten Handeln. Die systematische Planung, Durchführung und Auswertung von Umsetzungen des berufsspezifischen Wissens in die Praxis werden während der Weiterbildung gezielt angeleitet und fördern so den Auf- und Ausbau berufsspezifischer Handlungskompetenzen der Teilnehmenden. Die Wirksamkeit einer Weiterbildung kann sich so in der Umsetzung und damit in der Qualität des Unterrichts zeigen, was dazu führen soll, dass das Lernen der Schülerinnen und Schüler positiv unterstützt wird.

Wie sehen transferorientierte Weiterbildungen aus?

Transferorientierte Weiterbildungen thematisieren die Anwendung des Gelernten in der je eigenen Berufspraxis der Teilnehmenden. Die Umsetzungen werden während der Weiterbildung geplant und anschliessend im eigenen Unterricht durchgeführt. Die dabei gemachten Erfahrungen, sowohl positive wie negative, werden dann in einer Folgeveranstaltung gemeinsam reflektiert und weitere Handlungsoptionen daraus abgeleitet. Dieser kollegiale Erfahrungsaustausch, das Analysieren von Praxisbeispielen und die Reflexion der eigenen Praxis fördern den Praxistransfer, weil das Theoretische mit der Komplexität der Praxis konfrontiert wird.

„Good Practices“ aus dem Workshop „Transferorientierung“ an der Weiterbildungstagung für Dozierende der Weiterbildung vom 28. Mai 2016

An der Weiterbildungstagung der Weiterbildungsdozierenden der PH Luzern diskutierten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen mit Transferorientierung und formulierten Bedingungen für einen erfolgreichen Transfer:

  • Der Auftrag für die im Unterricht zu leistende Umsetzung soll konkret und präzise formuliert werden.
  • Erste Umsetzungsideen sollen im Kurs in Einzelarbeit entwickelt und anschliessend den andern Teilnehmenden und der Kursleitung vorgestellt und diskutiert werden.
  • Die Umsetzungen sollen genau angeleitet, eingefordert und überprüft werden. Nur so könne gewährleistet werden, dass tatsächlich auch neue Handlungsoptionen entwickelt werden.
  • In der Weiterbildung soll das vermittelte Wissen in konkreten Übungen angewendet und damit im Sinne eines Doppeldeckers (Wahl, 2013) erlebt und erfahren werden. Beispielsweise werden im Kurs „Lernmotivation von Schülerinnen und Schülern fördern“ mit einem Advance Organizer zu Beginn die Inhalte der drei Sequenzen im Zusammenhang vorgestellt. Der Advance Organizer gilt als motivierende Methode um das Vorwissen zu aktivieren und zu strukturieren. Die Teilnehmenden erfahren die Wirkung des Advance Organizers im Kurs (Doppeldecker), diskutieren diese Erfahrung und erhalten den Auftrag, selber einen Advance Organizer für ein aktuelles Thema aus ihrem Unterricht zu entwerfen und anschliessend einzusetzen.

Literatur

Wahl, D. (2013). Lernumgebungen erfolgreich gestalten: vom trägen Wissen zum kompetenten Handeln (3. Aufl. mit Methodensammlung.). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

 

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