David Copperfield

Das Weltalm Theater Bern hat aus dem umfangreichen Roman «David Copperfield» von Charles Dickens ein berührendes Theaterstück auf die Bühne gebracht. Am 23. März bot sich für mich die Gelegenheit, im Theater Tuchlaube eine Schulvorstellung zu besuchen. Ja ich gestehe es: Vor der Vorstellung genehmigte ich im Café Tuchlaube meine geliebte Schale.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nach 70 spannenden und überzeugenden Minuten verliess ich glücklich und zufrieden das Theater. Die bewegte und bewegende Lebensgeschichte des englischen Jungen David Copperfield, der im Zeitalter der Industrialisierung keine einfache Kindheit und Jugend erleben durfte, aber einen guten Weg durch alle Schwierigkeiten gefunden hat, klingt nach.

David hat einen Lebenstraum. Diesem geht er konsequent nach und er trifft (deshalb?) immer wieder auf Mentoren, die es gut mit ihm meinen.

Die zwei Damen und die beiden Herren auf der Bühne spielen die verschiedenen Figuren der Geschichte glaubwürdig und prägnant. Der Einstieg in die Zeit der Industrialisierung gelingt mühelos. Mit Rauch und effektvoller Musik taucht man ein und hängt sofort an den Lippen des Erzählers in Frack und Zylinder. In plastischen Szenen wird David immer wieder vor Entscheidungen gestellt, in denen er abschätzen muss, was für ihn gut ist und wem er trauen darf. Sein Gespür für Lebenssituationen entwickelt sich im Laufe der Geschichte und das Publikum darf die Hochs und Tiefs hautnah miterleben. Man mag es dem Antihelden Copperfield ehrlich gönnen, dass er schliesslich seinen Platz in der Gesellschaft findet. Er hat es verdient.

Gespielt wird vor einer durchscheinenden Bauplane. Töne und Geräusche schaffen Raum und Atmosphäre. Hinter der Plane sind schemenhaft die Kleider der verschiedenen Figuren zu sehen. Man kann erkennen, wie sie von den Schauspielern von Büsten geholt oder wieder befestigt werden.

Der Junge, der als Waisenkind verstossen und verdingt wird, muss immer wieder aufstehen und hat das Glück, dass ihn die schrullige Tante Betsey gern hat. Sie gibt ihm ‚Lebensregeln‘ mit auf den Weg, die bei mir haften geblieben sind:

«Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen.»
«Wir müssen das Unglück müde machen, David.»

Geeignet ist das Stück für Schülerinnen und Schüler der 5./6./7. Klasse und auch für Erwachsene.

 

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