Theaterpädagogik – erfahren, gestalten, spielen

Im Rahmen des war Wahl-Moduls „Theaterpädagogik – erfahren, gestalten, spielen“ gingen zwei Studierendengruppen des Studiengangs für Schulische Heilpädagogik der PH Luzern während je zwei Tagen auf Expedition. Auf der digital-ästhetischen Forschungsreise setzen sich die Teilnehmenden in ihren individuell vorbereiteten Gestaltungsräumen im privaten Umfeld via online-Unterricht „bildschirmübergreifend-spielend“ mit dem Vermittlungsformat „Ästhetische Expedition“ auseinander.

Im Zentrum stand die Auseinandersetzung mit ästhetischer Bildung durch theaterpädagogisches und kunstspartenübergreifendes Arbeiten. Dabei wurde, gemeinsam «expeditionierend», szenisches Spiel und die spielerische Auseinandersetzung mit sich, mit Gestaltungsmaterialien und der Welt ermöglicht und befragt und durch künstlerisch forschendes Spiel Zugänge zur eigenen Fantasie und Kreativität eröffnet.

Einen besonderen Fokus konnte auf die Verwandlung und das Zusammenspiel eigener und kollektiver Ideen in einem künstlerischen Prozess gelegt werden. Davon ausgehend entstand eine Sammlung von Zugängen, welche die Umsetzung in der Schulpraxis zu inspirieren vermögen.

Digital-ästhetisches Dramaturgie-Labor

Ästhetische Expedition Freiheit vom 23.Februar 2021.

«Willkommen zum digital-ästhetischen Dramaturgie-Labor „Freiheit“. Gemeinsam schauen wir hinter die Kulissen von wahrer Freiheit, fragen uns, ob es die Freiheit überhaupt gibt und untersuchen, inwiefern die Freiheit die Unfreiheit braucht, weil vielleicht die Unfreiheit freier ist als die vermeintliche Freiheit! Die gesammelten Fundstücke werden unter dem Aspekt „Dramaturgisch Gestalten – Verwandlungsprozesse“ zu einem Gemeinschaftswerk hin weiterentwickelt.

Eine Woche vor unserem gemeinsamen «digital-ästhetischen Labor-Versuch» erhielten die sechs Teilnehmerinnen mit dieser Einladung auch erste Vorbereitungsaufgaben.

Sammle während eines Tages alles, was dir zum Thema «Freiheit» begegnet. Zeichne skizziere, notiere, fotografiere… und lege die gesammelten «Ereignisse» vor dem Workshop «analog» aus. Organisiere dir einen bewegungsfreundlichen freien und ungestörten Raum. Lege dir eine Auswahl / Sammlung von Materialien bereit (freie gewählt nach Lust und Laune): ein Stapel alter Zeitungen / Malerklebeband beigegelb / Frischhaltefolie / Malerabdeckplastik / grosse alte Kartonkisten / Schnur / … A5 Papier und Filzstifte, einen Zoom-Zugang am Bildschirm (Bildgrösse!) – und – Entdeckerinnengeist (ist 100% coronaresistent).»

Zwischen analog und digital switchend eröffneten wir die gemeinsame Laborsituation mit «zoom-kompatiblen» theatralen Grundlagenspielen. Mit ein paar Kniffs und Tricks gelang es ohne Zögern, durch gewohnte «analog-Spiele» auch digital eine ansteckende Spiellust und Forscherinnengeist zu wecken.

Verführt durch die Spielform «Assoziationskette» fanden wir uns mitten in der thematischen Recherche wieder und nutzen im Anschluss an dieses Spiel ein erstes Mal die individuell vorbereiteten Dramaturgie-Labors. Sammlungen von Begriffen wurden verfasst und im eigenen Raum ausgelegt.

Die Auslegeordnung wurde mittels «fliegender Kamera» den anderen Zoom-Teilnehmerinnen vorgestellt. Inspiriert davon und kombiniert mit den im Voraus gesammelten Fundstücken gestalteten alle in ihren eigenen, vorbereiteten vier Wänden und unter Einbezug der Materialauswahl eine installative Bühnensituation. Sie folgten dabei der Grundfrage: Was machen die Materialien, der Raum und die gesammelten Begriffe mit mir – und was mache ich mit ihnen.

Ausgehend von den entstandenen Installationen bewegten sich die Spielenden in ihren gestalteten analog-Räumen und wurden dabei begleitet von einfachen dramaturgischen «Geschichte-Bau-Satzanfängen». Mit dieser dramaturgischen Spielform entstanden in den einzelnen Räumen mehrere Kurzgeschichten.

In Folge untersuchten wir gemeinsam diskutierend die dramaturgisch interessanten «…aber plötzlich…»-Momente in den einzelnen Geschichten, um möglichst unterschiedliche inhaltliche Beispiele für Überraschungen oder Wendepunkte auszulegen. Dieser gemeinsame Schritt ermöglichte eine bewusste Schärfung dramaturgischen Denkens.

Mit allen bisher gesammelten Fundstücken trafen sich anschliessend je drei Teilnehmerinnen in Breakout-Räumen. Im Fokus der Weiterarbeit standen einerseits das Vorstellen der Installationen sowie das gegenseitige Präsentieren ihrer bevorzugten Kurzgeschichte. Dabei wurde die Aufgabe des Erzählens mit jener gekoppelt, die Rauminstallationen als Spielraum mit einzubeziehen.

Aus den drei aufeinandertreffenden Geschichten entwickelten die Kleingruppen eine Wandergeschichte. Diese wurden schliesslich durch weitere Aspekte dramaturgischer Gestaltung (Einbezug performative Gestaltungselemente zur formalen Transformation von Wendepunkten) als szenische «Zoom-Stücke» präsentiert.

Abschliessend präsentierten die Dreiergruppen – ihre individuelle Bühne waren ihre Zoomfenster – den Zuschauenden ihre ausgestalteten, theater-ästhetischen Kurz-Inszenierungen.

Mit fast «coronavergessender» Spielfreude!

Ästhetisch-kulturelle Bildung

Das Team des Zentrum Theaterpädagogik auf Expedition.

Am 03.12.2020 setzten sich das Team des Zentrum Theaterpädagogik und eine Studentin des Spezialisierungsstudiums Theaterpädagogik während eines teaminternen Workshops mit Fragen zu ästhetischer und kultureller Bildung auseinander. Der erste Teil wurde durch eine Masterarbeitspräsentation aus dem Fachbereich Theaterpädagogik eingeleitet. Die dabei beleuchteten Hintergründe zu ästhetischen Bildungsprozessen wurde in Verbindung mit Prinzipien der kulturellen Bildung gebracht. Damit konnte das breite Feld unterschiedlichster Definitionen für unsere Auseinandersetzung eingegrenzt werden. Aus der Präsentation heraus liess sich als Kernpunkt ein Zitat von Fauser/Veith herausarbeiten, welches gleichzeitig zum praktischen Teil des Workshops hinführte.

„Eine verlässliche Auskunft auf die Frage, ob das, was wir […] (bei der sinnlichen Wahrnehmung) erleben, angenehm und schön ist oder als Missempfindung Abwehr provoziert, geben uns die Sinne nicht. Ganz offenbar steht die Kulturbedeutung eines Objekts im Zusammenhang mit den lebensweltlichen Praktiken von Gemeinschaften“ (Fauser/Veith 2011).

Mit der «Denkfolie» dieses Zitates setzten sich die Theaterpädagoginnen anschliessend in Zweiergruppen mit je einem Textabschnitt aus dem Fachtext Ästhetisch-kulturelles Lernen und kulturpädagogische Bildungspraxis (2013/ 2012) von Tom Braun und Brigitte Schorn auseinander. Eine aus dem Theater bekannte Textbearbeitungsmethode, die «Strichfassung», diente dazu, aus den bei jedem Lesedurchgang erneut gestrichenen «unnötigen Wörter» ein inhaltliches Konzentrat herauszukristallisieren.

Die dabei entstandenen Kurzzusammenfassungen des Fachtextes wurden im ästhetischen Modus als Toninstallation bearbeitet und präsentiert.

Inspiriert durch diese inhaltlichen Konzentrate an der Schnittstelle von ästhetischer und kultureller Bildung wurde der zweite Teil des Workshops eröffnet. Ausgehend von leitenden Elementen des Vermittlungsformates «ästhetische Expedition» begaben sich die Teilnehmerinnen auf die die Spurensuche der Frage:  «Was macht für dich aus, dass ein professionelles Kinder- und Jugendtheaterstück ästhetisch bildend wirkt?».

Die intensive Auseinandersetzung mit den Theoriehintergründen nahmen durch die gestalterische Arbeit mit unterschiedlichsten Materialien Form und «Metapherngehalt» an. Die dabei entstandenen Installationen regten unmerklich zu Interpretationen an

Der Prozess wurde in einem weiteren Schritt begleitet durch den Auftrag, die eigene Installation mit Adjektiven zu beschreiben.

Im Anschluss daran begaben sich alle auf Wanderschaft und liessen die anderen Installationen auf sich wirken (wie eine Theateraufführung). Die dabei aufkommenden Gedanken, Ideen und Fragen eröffneten nach und nach einen «stummen Dialog» zwischen den Gestalterinnen und ergänzten schliesslich die Spurensuche. Mittels subjektiver Zuordnung weiterer Adjektive entwickelten sich über die eigene Installation hinaus ein nonverbaler Austausch. Eine Art «Gruppendiskussion», welche abschliessend wieder zur Ausgangslage, der leitenden Fragestellung zurückführte.

Geblieben ist eine vielfältige Sammlung von Adjektiven, welche als Kategorisierungselemente nun im Nachklang zum Workshop im Kontext zweier bereits bestehender Visionierungskriterien-Katalogen verhandelt werden. Davon ausgehend entwickelt das Zentrum Theaterpädagogik in den kommenden Wochen ein ZTP-eigenes Instrument, das einerseits das Team des ZTP und andrerseits die Gastspiel-Veranstalter*innen unterstützen kann, ästhetisch bildende Theaterstücke sensibilisiert auswählen zu können.

Verwendete Literatur:

Fauser, Peter/Veith, Hermann (2011): Kulturelle Bildung und ästhetisches Lernen:

www.ganztaegig-lernen.de/kulturelle-bildung-und-aesthetisches-lernen (letzter Zugriff am 22.09.13)

Tom Braun , Brigitte Schorn (2013 / 2012): Ästhetisch-kulturelles Lernen und kulturpädagogische Bildungspraxis. In: KULTURELLE BILDUNG ONLINE:

https://www.kubi-online.de/artikel/aesthetisch-kulturelles-lernen-kulturpaedagogische-bildungspraxis (letzter Zugriff am 30.10.2020)

Auf den Spuren der Ästhetischen Expedition «Verschenkte Ideen»…

Das Geschenk an die «Schule mit Zukunft».

Eigentlich wäre doch alles anders geplant gewesen. Eigentlich. Denn Feste sollen gebührend gefeiert werden. Und ein Geschenk wäre ja auch schon parat gewesen. Ein Geschenk, das kreativ eroberte Räume der Schule gezeigt hätte. Ein Geschenk, das den gestalterischen Umgang mit neuen Ideen genauer zu beforschen versuchte.

Doch leider musste am 30.Oktober 2020 der feierliche Anlass abgesagt werden. Und somit unser Geschenk kurzerhand in eine neue, virtuelle Form gebracht werden. Denn ganz lassen konnten wir es natürlich nicht. Wollten wir die DVS doch trotzdem überraschen mit unserem Geschenk.

Und so übergaben wir zum erfolgreich abgeschlossenen Projekt „Schulen mit Zukunft“ unser Geschenk in digitaler Form.

Hier geht’s zur Präsentation unserer verschenkten Ideen.

Und zu guter Letzt unser Fazit:

Was geblieben ist und virus-resistente Wege sucht: die Lust zu spielen, zu erfinden, zu erzählen, zu gestalten! Zum Beispiel aus einer „Kiste nix“! Weiter… in die Zukunft der Schule, in welcher künstlerische Herangehensweisen eine Möglichkeit eröffnen, die forschende Haltung und die Experimentierfreude als Zukunftskompetenz weiter zu entwickeln.

Ästhetische Expedition – «Auf den Spuren verschenkter Ideen»

Im Rahmen einer Projektwoche vom 31.8.- 4.9.2020 begaben sich das Zentrum Theaterpädagogik gemeinsam mit zwei Studentinnen und einer 3./4.Primarschulklasse aus Luzern auf eine spannende, spielfreudige und experimentierlustige theaterästhetische Expedition. Dabei standen Kreativität, Forscher*innengeist, Erfindungsfreude, Ausdruckskraft und entstehende Geschichten einmal mehr im Zentrum. Gemeinsam begaben wir uns auf die Spuren einer «Kiste nix» und entdeckten, was leere Kisten so alles ermöglichen, wenn man sie gar nicht als leer, sondern als «voller Ideen» erlebt. Und das waren, bereits nach kurzer Zeit, allerhand viele! Die theaterpädagogisch erprobten Fundstücke wurden während der Woche nach und nach zu kleinen szenischen Miniaturen weiterentwickelt. Es entstand ein Gemeinschaftswerk aus vielen gestalterischen, szenischen und erzählenden Elementen.

Ästhetische Expedition «Ich und die Anderen – eine Verwandlung?»

«Stellt dir vor, du gehst auf Expedition. Verlässt deine „gewohnte Welt“, um etwas Neues, noch Unbekanntes zu erforschen. Du kennst dich nicht aus. Möglicherweise war vor dir sogar noch nie jemand hier. Und gerade weil dir dieser Herausforderung mit viel Unbekanntem verbunden ist, möchte mehr darüber herausgefunden werden. „Unruhe“ macht sich breit.»

Und genau das war Ausgangslage für die theaterästhetische Expedition des Zentrum Theaterpädagogik, die am Wochenende vom 29. /30. August im Rahmen eines Wahlmodules des Masterstudiengangs Schulische Heilpädagogik mit 27 Studierenden durchgeführt werden konnte. In theatral-gestalterischen Erfahrungsräumen eröffneten sich, verteilt im ganzen Haus Sentimatt viele Spiel-Experimente. Die leitende Frage, die unsere Expedition begleitete war: «Ich und die anderen – eine Verwandlung?» Die konkrete Erprobung des Vermittlungsformates «Ästhetische Expedition» ermöglichte das Erfahren von künstlerischen Zugängen, die in der Berufspraxis direkt angewandt werden können du das Gedankengut ästhetischer Bildung als Ausgangslage nahm.

Ästhetische Expedition_Verwandlungen dramaturgisch Gestalten

11. Februar 2020

Ausgehend von Verwandlungs-Installationen und thematischen Schwerpunkten aus dem Fokus 1 (Kunstspartenübergreifend gestalten) sammelten 8 Lehrpersonen und Studierende während der Fokusveranstaltung gemeinsam Aspekte, welche in diesem Workshop exemplarisch dazu dienen sollen, dramaturgische Handgriffe an konkreten Beispielen zu erleben.

 In einem weiteren Schritt erprobten wir ein dramaturgisches Improvisationsmodell. Darauf folgend konnten die Spielenden die aus den Installationen herauskristallisierten Themenfelder, Texte, Aussagen oder Ideen zur Weiterentwicklung nutzen, indem sie die Inhalte als Basis für das Spiel mit dem kennengelernten Improvisationsmodell nutzten.

Im Anschluss wurden die entstandenen Szenen mit performativen Gestaltungselementen ausgestaltet und mit Hilfe von dramaturgischen Strukturen eine Rahmengeschichte/Spielanlage skizziert.

Daraus entstanden Geschichten, die gerahmt und inspiriert durch den Installationsraum in eine „Rahmengeschichte“ eingearbeitet werden konnten.

 

Aus den gesammelten Fundstücken der zweistündigen Auseinandersetzung wurden schliesslich durch die praktische Erprobung „dramaturgische Verwandlungsweisen“ direkt angewandt erfahrbar.

 

Ästhetische Expedition_Kunstspartenübergreifend verwandeln

14. Januar 2020

Gemeinsam mit sieben theaterbegeisterten Lehrperson und Studierenden startete am 14. Januar 2020 die ästhetische Expedition «Kunstspartenübergreifend verwandeln». Im Basiscamp wurden beim Eintreffen der Expeditionistinnen und Expeditionisten zuerst einmal die «Gewohnte Welt» befragt und Assoziationen zum Begriff «Verwandlung» gesammelt. Davon ausgehend gestalteten die Expeditionsteilnehmenden in praktisch angelegten Recherchefeldern Klänge, Kurzgedichte und Installationen zu einem von ihnen ausgewählten Begriffen.

Dabei entstanden durch das experimentelle Zusammenfügen der unterschiedlichen Fundstücke kurze Performences, die als Spuren geordnet und einander präsentiert wurden.

Die Präsentationen wiederum konnten exemplarisch genutzt um zu besprechen, wie vorgestellte Ideen mit anderen Ideen verbunden oder davon ausgehend neue entwickelt werden können. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf künstlerischen Verfahrensweisen, welche das im Moment Entstehende in den Fokus nehmen, draus Kreativität schöpfen und dem Unplanbaren Raum geben. Davon ausgehend wurde die Haltung der Spielleitung zum zentralen Thema.

In einem weiteren Schritt wurde, vorerst losgelöst, ausgehend von den Formen-Illustrationsspuren von Warja Lavater eine mögliche Geschichten-Erfindungs-Methode vorgestellt und erprobt. Dabei wurden abstrakte Formen zu Figuren, Gegenständen oder Zuständen.

Auf der Symbolebene konnten diese schliesslich in Beziehung gebracht und somit in Geschichten umgewandelt werden. In einem letzten experimentellen und erfinderischen Schritt wurden die Fundstücke aus dem ersten Teil des Workshops mit der Geschichten-Erfindungs-Methode verbunden und in kleinen Gruppen entstanden abschliessend kleine Erzählungen, die inhaltlich mit der Ausgangslage «Verwandlung» und den Begriffen aus der zu Beginn gesammelten «Gewohnten Welt» verbunden wurden.

Ästhetische Expeditionen – eine erfahrbare Auseinandersetzung mit Diversität

8. Januar 2020

Das Ausbildungs-Plenum der PH Luzern setzte sich dieses Jahr in Vorträgen und Workshops mit dem Wissen rund um Diversität, Inklusion und Chancengerechtigkeit an der PH Luzern auseinander. Ziel war und ist es, dieses Wissen zu systematisieren, zu vernetzen und nachhaltig zu verankern.

Im Rahmen dieses Plenums leitete auch das Zentrum Theaterpädagogik einen Workshop. 10 Dozierende und eine Studentin begaben sich auf „Ästhetische Expedition“ und suchten eigene Wege der gestalterischen Auseinandersetzung. Die künstlerischen Prozesse eröffneten eine Metaebene, durch welche dem persönlichen „Diversitätsverständnis“ individuell einen neuen Raum geschaffen und persönliche Erkenntnisse abgeleitet werden konnten. Ergänzend zur Auseinandersetzung mit Diversität erprobten die Teilnehmenden zudem in direkter Anwendung das Format „Ästhetische Expeditionen“.

«Ästhetische Expeditionen» kombinieren eine inhaltliche Spurensuche mit unterschiedlichen Kunstformen und ermöglichen dadurch eine direkt erfahrbare Auseinandersetzung mit einem Thema. Durch das Format «Ästhetische Expedition» werden mittels einer «Denkfigur» und einer «Denkformel» gewohnte Denk- und Handlungsweisen in neue Kontexte gestellt. Dabei begegnen und begünstigen sich forschende und künstlerische Prozesse im fächerübergreifenden Modus. 

«Ästhetische Expeditionen» ermöglichen ergebnisoffene und nicht vollständig didaktisierbare Prozesse. Auf Expedition wird beschrieben, beobachtet, entdeckt, gesammelt, dokumentiert, befragt, experimentiert, konstruiert, installiert, gestaltet, verwandelt, kombiniert, komponiert. Relevant hierfür ist ein lustvoller Entdecker- und Erfindergeist, der das Unplanbare als Ausgangslage nimmt und Erfahrungen der Selbstwirksamkeit (auch) im Umgang mit Diversität ermöglicht.

Theaterpädagogik erfahren – gestalten – spielen

Ein Workshop-Einblick von Daniella Franaszek.

Vom 23. bis am 26. April 2019 fanden zwei aufeinanderfolgende Wahlmodule zum Thema Theaterpädagogik – erfahren, gestalten, spielen statt. Das Zentrum Theaterpädagogik konnte diese mit 38 Studierenden des Studiengangs Schulische Heilpädagogik durchführen. Inhaltlich konzentrieren sich beiden Modultage auf das Erfahren von Spielprozessen und künstlerischen Herangehensweisen, zu denen gemeinsam der Transfer zum eigenen Berufsalltag gesucht wurde. Im Zentrum standen das eigene Spiel und das ästhetische Forschen in verschiedenen Gruppenzusammensetzungen. Spiele und Wahrnehmungsübungen aus der Theaterpädagogik, sowie die offene Auseinandersetzung und Gestaltung mit dem Material Papier führen zu Improvisationen, aus denen die Teilnehmenden kleine Szenen im und um das Gebäude Sentimatt entwickeln, die in einem Theaterspaziergang einander präsentiert werden.