Giraffenland

Theater visch und fogel

Ein interkulturelles Musiktheater

Besucht von Kathrin Brülhart am 26. Januar 2020 im Schlossgarten Riggisberg BE

Emma, eine Kuh aus dem Luzerner Hinterland, hat die Schnauze voll. Sie hat schon 10’ 950 Liter Milch gegeben und vier Kälbchen geboren. Als sie im Stall in der Radiosendung „Tiere und Horizonte“ von einem Giraffenland hört, ist sie fasziniert: „Bevor ich als Siedfleisch auf dem Teller lande, haue ich ab und suche diese Giraffen!“ Mit einem roten Koffer auf dem Rücken reist Emma (Vreni Achermann) nach Afrika, nach langem Suchen und Schwitzen findet sie endlich das Giraffenland und Griot, die Giraffe (Sadio Cissokho). Zuerst hapert es etwas mit dem Sich-Verstehen: Griot spricht Wolof, die Sprache aus Senegal und Emma Lozärn-Dütsch… Aber schon nach kurzer Zeit entdecken sie Gemeinsamkeiten, zum Beispiel die Vorliebe für Grünfutter:„Wir sind ja beide Wiederkäuer!“ und langsam entwickelt sich eine herzerwärmende Freundschaft, sie erzählen sich von ihren Familien und ihrer Heimat. Griot spielt auf seiner Kora, einem afrikanischen Saiteninstrument und verzaubert damit das Publikum und Emma. Und dank einem Kuhhandel erfahren wir, was Emma in ihrem roten Koffer mitgenommen hat und Griot lehrt Emma ein wunderschönes Lied in Wolof. Gemeinsam wird nun gesungen und gejodelt – eine poetische Geschichte, die für mehr interkulturelles Verständnis, Respekt und Toleranz plädiert.

Lernen im Spiel

Das Zentrum Theaterpädagogik leitete an der Impulsveranstaltung für Praxislehrpersonen der PH Luzern am 18.01. und 21.01.20 drei Workshops zum Thema «Theater im Klassenzimmer».

Theaterspielen ist ein ganzheitlicher Spielprozess, der ausgehend von ästhetischen Erfahrungen zu einem Gemeinschaftserlebnis wird. Mit Vielfalt auf Vielfalt reagieren, das ist die Grundidee, auf welcher theaterästhetische und performative Spielformen im kunstspartenübergreifendem Moduls aufgebaut sind und allen Spielenden jeder Klasse die Möglichkeit bietet, die individuelle Ausdruckskraft sowohl szenisch als auch gestaltend zu erfahren. Der Workshop machte in direkt anwendbarer Weise erfahrbar, dass Theaterspiel auf ergebnisoffenem, zweckbefreitem und wertfreiem Spielen basiert. Davon ausgehend erprobten die spielenden Lehrpersonen, wie mit wenigen Handgriffen theatrale Prozesse in den Unterricht einfliessen können und dass daraus in partizipativer Weise über gestalterische Prozesse (bildnerisches, technisches, musikalisches, bewegtes und szenisches Gestalten) aus der entstehenden Sammlung von Fundstücken ein Gemeinschaftswerk entstehen kann.

„klAnK“ – vom Lauschen und Horchen

puppenspiel.ch

Besucht von Kathrin Brülhart am 17. Janaur 2020 im Schlachthaus Theater Bern im Rahmen von PRIMA, internationales Theaterfestival für die Jüngsten.

Als ich das Schlachthaus-Foyer betrete, sieht es anders als sonst: es hat viele Kinderwagen, Kleinkinder unter 2 Jahren mit Nuggis, aber auch viele 3 bis 4 jährige, die zusammen mit ihren Kita-BetreuerInnen auf den Einlass warten. Endlich darf man rein, bevor das Theaterstück beginnt, wird erklärt, dass man bitte nicht auf die Bühne kommen soll und dass es überhaupt kein Problem sei, wenn man den Theaterraum verlassen möchte und dann wieder reinkommt. Ab jetzt gibt es keine gesprochene Sprache mehr – nun wird gelauscht und gehorcht: Was tönt den da? Wie klingt Stein, wie tönt Holz, Laub oder Knäckebrot? Es kreiselt, es reibt, es schlägt, wischt und klopft. Die Kleinsten sind voll dabei, konzentriert verfolgen sie die Klänge und Geräusche. Es gibt auch Geigen- und Flötentöne und viele magische Bilder: ein grosser, runder aufgehängter Korb, gefüllt mit Laub… orange Weidenruten, die sich fein bewegen… ein knorriger Wurzelstock der wunderbar klingt… Ich bin erstaunt, wie ruhig und konzentriert diese Knirpse das Geschehen verfolgen. 30 Minuten dauert das Stück, alle bleiben im Raum, manchmal greift eines schnell zu einer Hand neben sich oder steht kurz auf und setzt sich dann wieder hin. „klAnK“ – ein Theaterstück ab 2 Jahren ist sehr sinnlich und animiert: man möchte selber auch gleich durchs Laub rascheln, ausprobieren wie es tönt, wenn man Knäckebrot isst oder es mit den Händen zu Staub verreibt. Nach dem Applaus dürfen die Kinder den Flötentönen folgen, die sie zu einer vorbereiteten kleinen „Werkstatt“ führt, hier darf selber geklopft, gewischt und ausprobiert werden. Als ich vom PRIMA- Festival las, hab ich mich ertappt: braucht es das wirklich ? Theater für so kleine Kinder? Sind das nicht alles übereifrige Eltern, die sogenannte „kulturelle Frühförderung“ anstreben… Nach dem Erlebnis von heute Morgen mit „klAnk“ sage ich: ja unbedingt! je früher umso besser! Vorallem auch dann, wenn es gelingt Vorstellungen für Kitas zu organisieren. Kunst und Kultur soll für alle sein. Kleine Kinder gehören dazu, von Anfang an! Siehe auch www.prima-festival.ch

Ästhetische Expedition_Kunstspartenübergreifend verwandeln

14. Januar 2020

Gemeinsam mit sieben theaterbegeisterten Lehrperson und Studierenden startete am 14. Januar 2020 die ästhetische Expedition «Kunstspartenübergreifend verwandeln». Im Basiscamp wurden beim Eintreffen der Expeditionistinnen und Expeditionisten zuerst einmal die «Gewohnte Welt» befragt und Assoziationen zum Begriff «Verwandlung» gesammelt. Davon ausgehend gestalteten die Expeditionsteilnehmenden in praktisch angelegten Recherchefeldern Klänge, Kurzgedichte und Installationen zu einem von ihnen ausgewählten Begriffen.

Dabei entstanden durch das experimentelle Zusammenfügen der unterschiedlichen Fundstücke kurze Performences, die als Spuren geordnet und einander präsentiert wurden.

Die Präsentationen wiederum konnten exemplarisch genutzt um zu besprechen, wie vorgestellte Ideen mit anderen Ideen verbunden oder davon ausgehend neue entwickelt werden können. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf künstlerischen Verfahrensweisen, welche das im Moment Entstehende in den Fokus nehmen, draus Kreativität schöpfen und dem Unplanbaren Raum geben. Davon ausgehend wurde die Haltung der Spielleitung zum zentralen Thema.

In einem weiteren Schritt wurde, vorerst losgelöst, ausgehend von den Formen-Illustrationsspuren von Warja Lavater eine mögliche Geschichten-Erfindungs-Methode vorgestellt und erprobt. Dabei wurden abstrakte Formen zu Figuren, Gegenständen oder Zuständen.

Auf der Symbolebene konnten diese schliesslich in Beziehung gebracht und somit in Geschichten umgewandelt werden. In einem letzten experimentellen und erfinderischen Schritt wurden die Fundstücke aus dem ersten Teil des Workshops mit der Geschichten-Erfindungs-Methode verbunden und in kleinen Gruppen entstanden abschliessend kleine Erzählungen, die inhaltlich mit der Ausgangslage «Verwandlung» und den Begriffen aus der zu Beginn gesammelten «Gewohnten Welt» verbunden wurden.

Ästhetische Expeditionen – eine erfahrbare Auseinandersetzung mit Diversität

8. Januar 2020

Das Ausbildungs-Plenum der PH Luzern setzte sich dieses Jahr in Vorträgen und Workshops mit dem Wissen rund um Diversität, Inklusion und Chancengerechtigkeit an der PH Luzern auseinander. Ziel war und ist es, dieses Wissen zu systematisieren, zu vernetzen und nachhaltig zu verankern.

Im Rahmen dieses Plenums leitete auch das Zentrum Theaterpädagogik einen Workshop. 10 Dozierende und eine Studentin begaben sich auf „Ästhetische Expedition“ und suchten eigene Wege der gestalterischen Auseinandersetzung. Die künstlerischen Prozesse eröffneten eine Metaebene, durch welche dem persönlichen „Diversitätsverständnis“ individuell einen neuen Raum geschaffen und persönliche Erkenntnisse abgeleitet werden konnten. Ergänzend zur Auseinandersetzung mit Diversität erprobten die Teilnehmenden zudem in direkter Anwendung das Format „Ästhetische Expeditionen“.

«Ästhetische Expeditionen» kombinieren eine inhaltliche Spurensuche mit unterschiedlichen Kunstformen und ermöglichen dadurch eine direkt erfahrbare Auseinandersetzung mit einem Thema. Durch das Format «Ästhetische Expedition» werden mittels einer «Denkfigur» und einer «Denkformel» gewohnte Denk- und Handlungsweisen in neue Kontexte gestellt. Dabei begegnen und begünstigen sich forschende und künstlerische Prozesse im fächerübergreifenden Modus. 

«Ästhetische Expeditionen» ermöglichen ergebnisoffene und nicht vollständig didaktisierbare Prozesse. Auf Expedition wird beschrieben, beobachtet, entdeckt, gesammelt, dokumentiert, befragt, experimentiert, konstruiert, installiert, gestaltet, verwandelt, kombiniert, komponiert. Relevant hierfür ist ein lustvoller Entdecker- und Erfindergeist, der das Unplanbare als Ausgangslage nimmt und Erfahrungen der Selbstwirksamkeit (auch) im Umgang mit Diversität ermöglicht.

Schoggiläbe – Teilen ist bitter

Theater Fallalpha 

Schulvorstellung vom 19.11.2019 im Theater GZ Buchegg Zürich besucht von Kathrin Brülhart

Hier sieht es aus wie in einem Boxring: Scheinwerferstative und dicke rote Seile umzäunen das „Experimentier-Feld“ der Hubers. Bei diesem Experiment kann man Wäscheklämmerli-Punkte sammeln und natürlich auch „usegheie“, sprich vom Spiel ausgeschlossen werden. Die drei Hubers – Frau Huber, Herr Huber und Herr Huber haben die Aufgabe eine Tafel Schokolade gerecht unter sich aufzuteilen. Was passiert mit den Hubers, wenn ihnen die „Schoggi-Gier“ in die Quere kommt? Wer von ihnen kann sich dann noch gerecht verhalten?

„Das ist nicht gerecht! Du besch doss- raus!“ tönt es schon bald. 
Doch was ist gerecht? Frau Huber soll etwas mehr bekommen, sie hat die Schokolade schliesslich entdeckt, aber Herr Huber war als Erster hier und überhaupt…

Wir werden Zeuge, wie schwierig teilen ist. Die Hubers versuchen gerechte Regeln zu erfinden: Alle die eine Brille haben, bekommen etwas weniger… Nun wird auch das Publikum miteinbezogen. Fast alle Kinder finden das ungerecht. Warum ? Der Brillenträger, hat doch vorhin schon Schokolade gegessen, oder wie war das? 

Je mehr Schokolade im Spiel ist, desto schwieriger wird es: die Gier kommt ins Spiel und die kleinen Machtspiele beginnen. Ohne dass sie es wollen entfernen sich die Hubers immer weiter von der simplen Lösung, die Schokolade in drei gleich grosse Stücke zu teilen. 

In „Schoggiläbe“ wird das Thema Teilen und Gerechtigkeit aufgegriffen. Ein Mitmach- oder besser Mitdenk-Theater für alle ab sechs Jahren.

De Zeppelin flüügt nümme – zwischen Zeiten und Herzen

Theater Luki*ju Luzern

Ein herzhaftes Generationenstückfür für alle ab 7 Jahren

Besucht am Mittwoch, 13. November 2019 im Theaterpavillon Luzern

Mit dem Betreten des Theatersaales bin ich zugleich zu Besuch in der Alterswohnung von Johanna. Einfach, schlicht und ausdrucksstark erwartet das Bühnenbild das Publikum. Und Johanna erwartet Florian. Ihren Neffen. Florian, so scheint es auf den ersten Blick, hat seinen Weg im Leben noch nicht so richtig gefunden und soll endlich seine Oma im Pflegeheim besuchen. Doch schon bald wird klar, dass die Begegnung viel mehr eröffnet als ein netter Besuch. Florians Oma ist noch rüstig. Und interessiert an der Welt. Ihrer und der gossen Welt. Mit einfühlsamen Monologen zum Publikum wird bereits vor dem Aufeinandertreffen der beiden eine herzliche und fürsorgliche Beziehung spür- und hörbar. Die Erzählungen kommen aus den Herzen der beiden, mit den jeweiligen Zweifeln, das Gegenüber erneut zu enttäuschen. 

Da sitzt sie nun vor Florian, die Oma, die ihren Enkel als kleinen Bub so geliebt hat. Leider sind sich die zwei in der vergangenen Zeit zunehmend fremd geworden. Grund dafür war der Streit um dein Umzug ins Pflegeheim, den Florian nie verstanden und akzeptiert hat. 

Da sitzen sie sich gegenüber. Und schon bald sehen sich die beiden in einem neuen Licht. Der kleine, neugierige Junge, mit dem sie so gerne unterwegs war, steht wieder vor ihr. Verspielt und liebenswürdig kommen sie miteinander ins Gespräch; sie knüpfen an und reisen zusammen ins das Land der Fantasie, dahin, wo alles möglich ist, wo es keine Grenzen gibt, wo sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft die Hand reichen. Und so wird die Begegnung, der Florian so widerwillig entgegengeschaut hat, für beide unerwartet bereichernd, beflügelnd und beglückend. 

Eine wunderschöne Geschichte, die alle Grenzen zwischen den Generationen aufhebt und die Erinnerung zum gemeinsamen Reiseziel macht.

Am Horizont

Vom TKB ( Theater Kanton Bern ) 

Premierenbesuch am 31. Oktober 2019 im Kunst- und Kulturhaus VISAVIS Bern von Kathrin Brülhart

„Atemzug, Beinschlag, Atemzug, Beinschlag, Atemzug…“, Janek möchte an einem Schwimmwettkampf teilnehmen und wird von seinem Grossvater, einem ehemaligen Profi, trainiert. Doch irgendetwas stimmt mit seinem Grossvater nicht mehr: er liest die Zeitung von gestern, weiss nicht mehr, dass er soeben den Bananenjoghurt ausgegessen hat, geht mit dem Bademantel einkaufen… Der Grossvater ist krank, er hat Alzheimer. Schliesslich zieht er bei Janek und seiner Mutter ein. 

Langsam verschieben sich die Rollen: Janek muss mehr und mehr Verantwortung übernehmen, auf seinen Grossvater „aufpassen“, Janek kommt an seine Grenzen, als der Grossvater nun auch noch behauptet, Janek sei ein Dieb, er habe ihm das Geld und den Schlüssel gestohlen oder als Janek den Grossvater beim Feuermachen in der Stube entdeckt… 

Zum Glück ist da noch Anna, sie ist neu in seiner Klasse und  wird als „stummer Fisch“ gehänselt. Janek vertraut Anna seine Sorgen um seinen Grossvater an. Zu zweit ist es nun einfacher. „Das schaffen wir: Atemzug, Beinschlag, Atemzug, Beinschlag…“

Ein Generationenstück (Autorin: Petra Wüllenweber) das ein ernstes Thema mit Humor erzählt. 

Prolog Schultheatertage 2020

Prolog

Am 25. September 2019 verwandelte sich die Bühne des Theaterpavillon Luzern in ein theaterästhetisches Forschungslabor. Auf den Spuren der thematischen Ausgangslage «VERWANDLUNG» begaben wir uns zusammen mit 11 spielbegeisterten Lehrpersonen auf eine ästhetische Expedition. Und mit der Spurensuche eröffneten wir die 32. Luzerner Schultheatertage.

Lehrpersonen aus der ganzen Zentralschweiz, die sich für die Teilnahme an den Luzerner Schultheatertagen interessieren, wurden zu einem ersten Spiel-Arbeitstreffen, dem Prolog, eingeladen. Ziel war es, praktische Spielimpulse, thematische Anregungen und Ideen zu formalen Gestaltungsmöglichkeiten von Bühnenproduktionen durch konkretes Erproben zu erleben. Zudem wurden Hilfestellungen zur zeitlichen Ablaufplanung, allgemeine Informationen zu den Schultheatertagen sowie zur Einbettung und zum Festivalverlauf vermittelt.

 

Ausgehend vom Vermittlungsformat «ÄSTHETISCHE EXPEDITIONEN» wurden die teilnehmenden im Basiscamp empfangen und auf ihre «Expeditionstauglichkeit» geprüft.

 

Ausgehend von der «GEWOHNTEN WELT» wurden die unterschiedlichen Vorstellungen und Bilder zu «Verwandlung» freigespielt. Davon ausgehend folgten wir, geleitet von der Denkformel «X ist X ist nichtX» dem «RUF DES ABENTEUERS» und wagten den verWANDelnden Gang durch die Wand, hinter den Vorhang.

Ein Berg Kleider, Klebeband und Kisten voller Tücher warteten darauf, Raum zu bekommen, installiert, benutzt, verfremdet, bespielt zu werden.

Die daraus entstandenen Installationen wurden schliesslich unter dem Aspekt «SPUREN ORDNEN» im Raum präsentiert und mit einer zentralen Thematik beschriftet.

Mit Hilfe des Elementes «FORSCHUNGSINSTRUMENT», für welches Standbilder genutzt wurden, begaben sich die Spielenden auf die Ebene von «Experimentieren und Erfinden». Dabei stand das experimentelle und spielerische Handeln im Aufeinandertreffen von Installationen, Standbildern und thematischen Fragmenten im Zentrum.

Dem gestaltenden Akt des «VERWANDELN» folgend wurden dramaturgische und performative Elemente miteinbezogen und somit aktiv in die entstandenen Experimente und Fundstücke eingegriffen, diese ausgestaltet und zu szenischen Miniaturen zusammengefügt.

 

Spätestens zu diesem Zeitpunkt stand den spiel- und experimentierfreudigen Lehrpersonen durch dieses Erlebnis einer theaterästhetischen und performativen Auseinandersetzung mit «VERWANDLUNG» nichts mehr im Wege. Im Gegenteil. Die Verwandlung hatte bereits alle ergriffen.

 

Auf die persönlichen Spielerfahrungen folgte nun die individuelle Begehung der Rauminstallation im gesamten Theatersaal, welche zur Inspiration als Recherchearchiv zum Thema «VERWANDLUNG» angelegt wurde. Dabei konnten Kunstbilder, Fachtexte, naturwissenschaftliche Experimente, Bilderbücher, Fotos, … besucht und gefunden werden.

 

In einem zweiten Teil wurden mit sechs Lehrpersonen, die noch nie an den Schultheatertagen teilgenommen hatten, Hilfestellungen zu organisatorischen Abläufen erarbeitet. Informationen rund um Planung, Begleitung und den Festivalverlauf wurden besprochen. Zudem wurden die Möglichkeiten und Aufgaben in Zusammenarbeit mit Theaterpädagoginnen und Theaterpädagogen des Zentrums Theaterpädagogik erörtert und Fragen dazu beantwortet.

Professor Leonardos Hirnsausen (2. Streich)

Theater Thomy Truttmann

Besucht von Kathrin Brülhart am 12.Oktober 2019

Beim Reinkommen werden wir von Professor Leonardo persönlich begrüsst, ich als Professorin der Theaterwissenschaft… nicht weit weg von mir sitzt bereits Professor Sigmund Freud… die Vorlesung über das Gehirn kann beginnen. Heute ist Professor Leonardo in seinen Finken erschienen, das ist ihm noch nie passiert, ausgerechnet an dem Tag, an dem er über sein bahnbrechendes Experiment in der Hirnforschung berichten wollte… Wir erfahren, dass er im Moment französich lernt und dies vorallem wegen Yvette, einer seeehr netten Mitarbeiterin. Wenn wir etwas lernen „funkt“ es in unserem Gehirn, die Neuronen tanzen… – anhand von Wunderkerzen in einem angeschnittenen Blumenkohl wird uns „vorgeführt“, wie es in unserem Gehirn „funkt“, wenn wir zum Beispiel am überlegen sind, wie man „le pied“ schreibt. Überhaupt ist diese Vorlesung sehr anschaulich: das Publikum wird gebraucht, um Nervenbahnen darzustellen und wir erleben, warum wir nach einem Schnitt in den Finger überhaupt Schmerzen empfinden können. Immer wieder gibt es wunderschöne Hirnverrenkungen, Wortverdrehungen vom Gugelkopf bis zu den Hochstühlern, à propos Gugelhopf, den isst Yvette am Liebsten und heute Abend kommt sie auf Besuch. Professor Leonard hat bereits eingekauft, auch Blumenkohl gibt es – macht man den nun im Salzwasser oder im Dampfkochtopf ? Zum Glück gibt es erfahrene Blumenkohlköchinnen und Köche im Publikum… In Thommy Truttmanns Solostück erfahren wir, dass wir Menschen nicht nur von Wissen, Verstand und Vernunft bestimmt werden, sondern auch von Emotionen, Hormonen und wild gewordenen Neuronen. „Professor Leonardos Hirnsausen“ für alle Wissbegierigen ab 8 Jahren ist nach „Ohrenschmaus“ der zweite Streich. Nach dieser Vorlesung wünscht man sich gleich noch einen weiteren Streich!