Ästhetische Werkstatt-Expedition 1

Ästhetische Bildung; Theaterwerkstatt

Ästhetische Bildung; Theaterwerkstatt

Bericht Theaterwerkstatt

Forschungsprojekt «Theaterwerkstatt»

Integriert in die Schultheatertage konnte dieses Jahr zum ersten Mal das Forschungsprojekt «Theaterwerkstatt» durchgeführt werden. Die Initialzündung für das Pilotprojekt vom ZTP gaben zwei zentrale Entwicklungen, welche in Bezug auf theaterpädagogische Projekte in Schulen seit geraumer Zeit immer mehr spürbar wurden und sich offensichtlich verdichteten:

– «Die steigende Heterogenität der Klassen scheint immer mehr Lehrpersonen resignieren zu lassen, wenn sie an die Durchführung eines Theaterprojektes denken. Verständlicherweise. Dem Potenzial, der Vielfalt und den Bedürfnisse der heterogen zusammengesetzten Klassen kann mit herkömmlichen Theatertextvorlagen oder mit engem Geschichtennachspielen kaum gerecht werden. Wie weiter? Der Vielfalt mit Vielschichtigkeit, den Bedürfnissen mit Chancen, dem Gemeinsamen mit dem individuellen Experimentieren begegnen?
– Theaterspielen erscheint nicht als Schulfach in unseren Lehrplänen. Für den immer stärker werdenden Druck auf die schulischen Leistungen der Kinder und die wachsenden Erwartungen der Umwelt auf den ersten Blick ein Dilemma, wenn sich Lehrpersonen dennoch dazu entscheiden, Theaterprojekte durchzuführen. Natürlich, es gibt Hinweise, die in verschiedenen Fachbereichen (z.B. Deutsch, Bewegung, Musik oder technisches Gestalten) im zur Konsultation freigegebenen Lehrplan 21; Stand Juni 2013 dazu auffordern, Theater zu spielen. Diese aber in Bezug auf den Unterricht zu nutzen, scheint vermehrt im Graubereich zu liegen. Was tun? Als Chance nutzen?»Eine Unterstufenklasse aus Luzern nutzte diese Chance und arbeitet intensiv mit dem ZTP zusammen. Als Fazit der durchgeführten «Theaterwerkstatt-Kistenkids», dessen Auswertung auf Beobachtungen der Theaterpädagogin und der Lehrpersonen sowie auf Rückmeldungen von Kindern und Eltern basierte, konnte einerseits eine Liste mit Gelingensbedingungen in Bezug auf eine Theaterwerkstatt mit heterogenen Klassen überprüft und ergänzt werden. Andrerseits liess sich das Erfahrene mit den hier folgenden Zeilen einfangen:

«… dass theaterpädagogische Gestaltungsprojekte zweifelsohne einen hohen und vielfältigen Bildungscharakter haben, lässt sich erkennen, wenn man die Beobachtungen der Entwicklungsprozesse der Kinder einbezieht und diese im Kontext der überfachlichen als auch der fachlichen Bildungsziele genauer betrachtet. Innovatives Theater eröffnet die Chance, in den Klassen über ein Kunstprojekt Integration und ästhetische Bildung in einem zu ermöglichen. Zum Gelingen dieses Bildungssettings nimmt ein kunstspartenübergreifendes Theaterprojekt den Weg über den individuellen Ausdruck hin zum kollektiven Kunsterlebnis. Der Weg führt über den künstlerischen Ausdruck in verschiedenen Sparten und stärkt damit die sich damit auseinandersetzende Persönlichkeit. Die Weiterführung der gestalterischen Elemente (sei dies im bildnerischen, musikalischen, szenischen… Ausdruck) können über die Anknüpfung an die Persönlichkeit zu einem grösseren Ganzen wachsen. Sie verbinden sich mit einem positiven Gefühl, dazuzugehören und integrierter Teil von etwas zu sein, das im Kollektiverlebnis zusätzlich Ausdruckskraft gewinnt, und schliesslich einem Publikum eine Reaktion, eine Betroffenheit, ein Berühren ermöglicht.»

(Auszüge aus dem Evaluationsbericht des Pilotprojekts «Theaterwerkstatt – Kistenkids» von Ursula Ulrich, September 2013)

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