„Tätärätätäää!“

 Theater Sgaramusch

Besucht von Kathrin Brülhart am 16. September 2019

Schulvorstellung im Schlachthaus Theater Bern

Ich sitze zusammen mit zwei Unterstufenklassen im Gewölbekeller des Schlachthauses. „Warum sind wir im Keller und nicht oben, da wo die grosse Bühne ist?“ fragt ein Kind die Lehrerin. „Weil es hier viel gemütlicher ist, schau doch es gibt einen Zirkus!“, antwortet die Sitznachbarin. „Pscht – es fängt an !“ Der rote Vorhang öffnet sich einen kleinen Spalt breit, schliesst sich aber sofort wieder. „Du muesch!“ hört man hinter dem Vorhang jemanden murmeln. Vorsichtig kommt ein Clown zum Vorschein, er traut sich nicht, weiss nicht genau was er machen muss. Auch seine Partnerin ist unsicher: „Grüezi- sagen“ mit der Hand ist schwierig, vorallem, wenn die Hand nicht will… „Zum Glück sind die nicht oben auf der grossen Bühne!“, flüstert das Kind neben mir. Immer wieder müssen die beiden Clowns auf einem Zettel spicken, welche Nummer als nächstes dran kommt. Dabei geraten sie sich in die Haare, schliessen aber auch wieder Frieden, weil „sonst werden wir nicht fertig mit der Show!“
Die Anforderungen sind hoch, die beiden Clowns haben sich viel vorgenommen: Akrobatik, Seiltanzen mit Ballon, dann die Pferdenummer… Können sie alles was sie müssen? Und müssen sie wirklich alles können, was sie sollen? Zum Glück hilft noch eine dritte Clownin auf der Leinwand mit, in Videosequenzen sichtbar. Sie spielt Schlagzeug oder hilft beim Pause machen und die beiden „Live-Clowns“ können ins Bild „hineinsteigen“. Die Kinder sind fasziniert von dieser Zauberei.

„Tätärätätäää !“ ein Stück übers Müssen, wenn man sich nicht getraut – oder eben nicht mehr zu müssen, weil man sich dagegen entscheidet – oder sich getraut und es einem Freude macht.

 

Niculina

Theater Tabula Rasa

Premiere in Solothurn am 7.September 2019

Am 7. September 2019 habe ich in Solothurn die eindrückliche und berührende Premiere des Theaterstückes „Niculina“ erlebt. Starke Spielmomente und Bilder, feine sowie dichte emotionale Momente und intensiv umrahmende Musik machen „Niculina“ zu einem äusserst sehenswerten Gesamtkunstwerk.

Niculina ist eine starke Mädchenfigur. Sie lebt in den Bergen, einer Welt voller Sagen und Geschichten. Sie und ihre Freundin Ladina haben trotz der kargen, ärmlichen Umgebung viele Lebensträume und Lebenspläne. Niculina will nicht Bäuerin werden, wie ihre Mutter. Sie möchte verreisen und Abenteuer erleben.

Durch die Krankheit ihrer Grossmutter wird Niculina mit dem Sterben konfrontiert. Sie will nicht, dass ihre Nonna stirbt, möchte unbedingt ihr Leben verlängern und beginnt nach dem Wasser des Lebens zu suchen. Niculina begegnet Bigna, einer Wölfin, die sie durch einen Spalt im Fels ins Innere vom Piz Spiert führt. Der Weg in die Zwischenwelt ist abenteuerlich und ungewohnt.

Niculina findet schliesslich den See des Lebens und erkennt, dass das Wasser keine Medizin ist, das ihre Grossmutter retten kann, sondern ein unterirdischer See in den alles Leben eingeht, um neu geformt wieder ins Leben einzutreten. In diesem See sieht Niculina ihre Grossmutter überglücklich baden….

Ein Theaterstück für alle am 8 Jahren.

 

Theaterpädagogik erfahren – gestalten – spielen

Ein Workshop-Einblick von Daniella Franaszek.

Vom 23. bis am 26. April 2019 fanden zwei aufeinanderfolgende Wahlmodule zum Thema Theaterpädagogik – erfahren, gestalten, spielen statt. Das Zentrum Theaterpädagogik konnte diese mit 38 Studierenden des Studiengangs Schulische Heilpädagogik durchführen. Inhaltlich konzentrieren sich beiden Modultage auf das Erfahren von Spielprozessen und künstlerischen Herangehensweisen, zu denen gemeinsam der Transfer zum eigenen Berufsalltag gesucht wurde. Im Zentrum standen das eigene Spiel und das ästhetische Forschen in verschiedenen Gruppenzusammensetzungen. Spiele und Wahrnehmungsübungen aus der Theaterpädagogik, sowie die offene Auseinandersetzung und Gestaltung mit dem Material Papier führen zu Improvisationen, aus denen die Teilnehmenden kleine Szenen im und um das Gebäude Sentimatt entwickeln, die in einem Theaterspaziergang einander präsentiert werden.

 

Theaterclub PH Luzern

Einblick in die Endproben

Bereits im Herbst 2018 begannen im Rahmen des Spezialisierungsstudiums Theaterpädagogik im Modul 4  die ersten Proben für die diesjährige Theaterclub-Inszenierung „Peer, du lügst!“.

Vergangene Woche probten die 2. Jahres-Studierenden erneut unter der Leitung von Reto Ambauen und nähern sich nun in grossen Schritten den Endproben.

Willkommen zur Premiere!

Premiere Donnerstag 9. Mai 2019 um 20.00Uhr

im Theaterpavillon Luzern

Weitere Aufführungsdaten

Samstag 11. Mai, 20.00 Uhr

Sonntag 12. Mai, 17.00 Uhr

Mittwoch 15. Mai, 20.00 Uhr

Donnerstag 16. Mai, 20.00 Uhr

Bar jeweils eine Stunde vor Aufführungsbeginn geöffnet.

Theaterästhtetische Ausdrucks- und Gestaltugsformen

Spezialisierung Theaterpädagogik

Im Rahmen des Spezialisierungsstudiengang Theaterpädagogik haben sich die Studierenden im Modul 3 unter der Leitung von Dieter Ockenfels mit theaterästhetischen Ausdrucks- und Gestaltungsformen auseinandergesetzt. Dabei stand die Arbeit mit neutralen und expressiven Masken sowie die darauf aufbauende Auseinandersetzung mit der „masque utilitaire“ im Zentrum. Unter Einbezug von dramaturgischen Gestaltungselementen erarbeiteten die Studierenden täglich szenische Miniaturen, die einerseits als Abschluss der jeweiligen Ausdrucksform präsentiert und andrerseits als Reflexionsmomente für die Weiterarbeit nutzbar gemacht wurden.

Peer, du lügst!

Der Theaterclub der Pädagogischen Hochschule nimmt sich in seiner 15. Produktion Henrik Ibsens „Peer Gynt“ zur Brust, schüttelt den Stoff kräftig durch und entschlackt das umfangreiche Werk genussvoll.

Peer Gynt irrt – oder besser – torkelt durch die Welt auf der Suche nach Sinn und Zweck seines Daseins. Peer will alles und lebt alles, kompromisslos. Das Gegenstück zum bürgerlichen Lebensentwurf will er sein, masslos, anmassend, unbescheiden.

Berauschend solle es sein das Leben, voll praller dinoysischer Lebenslust. Peer, der Hedonist, der hin- und hertaumelt zwischen Phantasie und Wirklichkeit, die er durch seine Phantasie erschaffen will. Nur: Welche Reise macht er ganz real, welche ist nur in seinem Kopf, ist Rausch und ausgedacht? Peer findet im Bild der geschälten Zwiebel seinen Kern nicht, scheint ihn zu verpassen.

 

Aufführungsdaten:

Donnerstag, 9. Mai, 20.00 Uhr Première

Samstag 11. Mai, 20.00 Uhr

Sonntag, 12. Mai, 17 Uhr

Mittwoch, 15. Mai, 20.00 Uhr

Donnerstag, 16. Mai, 20.00 Uhr

Bar jeweils eine Stunde vor Aufführungsbeginn geöffnet

 

Spiel: Studierende der Spezialisierung Theaterpädagogik Jg.2017

 

Inszenierungs-Team Theaterclub der PH Luzern

Inszenierung: Reto Ambauen

Musikalische Leitung: Christov Rolla

Ausstattung: Bernadette Meier

Lichtdesign: Bruno Gisler

Regieassistenz: Elsbet Saurer

Grafik: Karin Willimann

Projektkoordination, Rita Spichtig, Zentrum Theaterpädagogik, PH Luzern

 

Eintrittspreise: CHF 25.00 / 15.00

Reservationen: www.phlu.ch/theaterclub

 

«3,2,1 – Tussi wend mer keis!»

Theater Triplette

Besucht von Kathrin Brülhart Corbat

Schulvorstellung im Stiftstheater Beromünster am 8. April 2019

 

Geschmückt mit einem Elster-Stempel auf dem Handrücken, steigen wir die Treppen hinauf bis ins Dach des Stiftstheaters. „Wir gehen auf den Estrich“, sagt ein Kind –  oben angekommen sind wir mittendrin: im Nest auf dem Estrich. Die „Tschasla“ gehört einer Kinderbande: Lisa, Tina und Jo.

Hier wird „ge-elstert“, eitler Prinz gespielt, Gummischlangen gegessen und laut gefurzt. Während furchtlose Prinzessinnen böse Drachen verfolgen, werden Leidenschaften offenbart und Geheimnisse preisgegeben. Lisa zum Beispiel liebt die Stimme der Königin der Nacht, getraut dies aber niemandem zu sagen und Jo ? Ist er eigentlich ein Junge oder ein Mädchen? Und Tina hat sich die Zehennägel angemalt. „Was ? Du malst Dir die Zehennägel an ! Spinnst Du ! So peinlich !“

Gibt es in der Bande Dinge die erlaubt sind und andere nicht? Dürfen Jungs Zehennägel anmalen? Und wie ist es mit Freundschaft, darf ein Mädchen ein anderes auf den Mund küssen? Darf man klassische Musik lieben oder gehört man dann nicht mehr zur Bande?

Nun wird auch das Publikum befragt:

„Streckt mal alle auf, die finden pink ist eine Mädchenfarbe“

„Wer von Euch tanzt gerne?“

„Wer spielt gerne Fussball?“

«3,2,1 – Tussi wend mer keis!» packt mich und das Publikum, ab der ersten Minute.  Gegen Ende, als Jo seinen Freundinnen erzählt, dass er Theo das Bandenversteck gezeigt hat, wird es mucksmäuschenstill: „Auweiaa“, raunt meine Sitznachbarin,„das esch doch e Bueb…“

Ein geglücktes, humorvolles Theaterstück zur Genderthematik. 

 

 

 

 

Auf der Suche nach unseren Träumen

Ein Theaterprojekt mit der ganzen Schule!

Projekteinblick beschrieben von Valeria Stocker

 

Das schukulu-special-Angebot „Theaterwoche im Schulhaus“ ermöglicht es Schulklassen und Lehrpersonen aus dem Kanton Luzern, unter der Leitung einer professioneller Theaterpädagogin neue künstlerische Arbeitsweisen zu erleben und die vielen Facetten eines theatralen Gemeinschaftswerkes zu erproben.

Im Rahmen dieses Angebotes entwickelte Valeria Stocker mit den Schülerinnen und Schülern der 1. – 9. Klasse der Rudolf Steiner Schule in Ebikon ein Theaterstück. Ausgehend von ihren Träumen liessen die SuS ihrer Fantasie freien Lauf. In einer ersten Phase wurde viel improvisiert und es entstanden neue wundersame Wesen und Welten. Parallel dazu begaben sich die SuS auf eine künstlerische Recherche und philosophierten u.a. zu den Fragen: Woher kommen unsere Träume? Warum träumen wir? Wer träumt was? Was ist mein liebster Traum? Und wovor habe ich Angst, was sind meine Albträume? Und was wäre wenn unsere Träume Realität würden? 

In einer weiteren Phase schrieb die Oberstufe gemeinsam mit der leitenden Theaterpädagogin aus all den szenischen Ideen der Kinder eine rahmende Geschichte: Die Geschichte der Traumfabrik. 

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Let’s Play: Ein Spiel für Benny

Theater Fabelfabrik

Besucht von Kathrin Brülhart Corbat

Premiere im Theater Tuchlaube Aarau, Samstag 23. März 2019

 

Was macht man, wenn eine Mama nicht mehr spricht? Wäre das Leben ein Computerspiel wüsste Lizza was zu tun ist. Aber jetzt?

Seit Benny’s Tod ist Mama ver-rückt.

Alle haben sich auf Bennys Geburt gefreut und jetzt ist er einfach weg, gestorben, bevor er ankam.

Die ganze Familie trauert, jeder auf seine Weise: Papa arbeitet nur noch, Mama zieht sich in die Stille zurück und Lizza flieht in die Gamewelt.

Als Lizza mit Benny in einen fiktiven Dialog tritt und mit seiner Hilfe das „Schiebepuzzle-Game“ zusammensetzt, findet sie einen Weg aus der Trauer und schafft es, ihre Mama wieder gerade zu rücken. Sie nimmt sozusagen ihr „Spielwissen“ zu Hilfe, um Ordnung in die schwierige Familiensituation zu bringen; taucht in die Game-Welt ab um hier Lösungen für ihre Probleme im Real Life zu finden.

Spannend ist, dass kein Game auf die Bühne projiziert wird, sondern jedes analog dargestellt ist. Die einzelnen Games, werden so zu Mini-Theaterstücken. Die Kinder erkannten die Figuren aus den jeweiligen Computerspielen sofort, die älteren Semester (ich inklusive 😉 natürlich nicht immer. Gepackt hat mich neben diesem „Creative Gameplay“ auch die Musik (komponiert von Simon Ho). Gamemusik vom Feinsten begleitet zum Beispiel einen Bewegungsablauf aus irgend einem Ballergame: „Cool! – das ist fast wie richtig…“ raunt neben mir ein 10 Jähriger.

Die Inszenierung „Let’s Play: Ein Spiel für Benny“ basiert auf dem gleichnamigen Theatertext aus der Feder der Autorin und Gameliebhaberin Bettina Wegenast.

Theaterpädagogischer Spieltag

Ein Spieltreffen für ehemalige Studierende der Spezialisierung Theaterpädagogik

Es ist Samstagmorgen. 30. März. Türen und Fenster geöffnet. Eine frische Morgenbrise bringt den Frühling in den Bewegungsraum der Sentimatt. Und in diese frühlingshafte Atmosphäre treten auch schon bald 13 ehemalige Studierende der Spezialisierung Theaterpädagogik ein, die dem Ruf des Theaterspiels gefolgt sind und sich wieder einmal mit voller Ausdruckskraft ins szenische Spiel vertiefen und der Fährte möglicher Verwandlungen folgen möchten.

Die „Verwandlung“ lässt auch gar nicht lange auf sich warten. Denn schon mit den ersten Spielformen finden wir uns in neu kreierten Geschichten wieder, die ausgehend vom leitenden Themenfeld „Verwandlung“ entstanden sind. Doch nicht genug – verwobene und in neuen Verbindungen weitergesponnene Spielthemen wurden mit einem Improvisationsmodell erspielt und mündeten schliesslich in drei vorerst unabhängige szenische Miniaturen.

 

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