Ästhetische Expedition „Verwandlung“

Ein Weiterbildungsworkshop für Theaterpädagog*innen 

In einem gemeinsamen Workshop mit acht Theaterpädagog*innen des Zentrum Theaterpädagogik der PH Luzern und der Beratungsstelle Theaterpädagogik der PH FHNW gingen wir am 14. März 2019 auf Expedition. Im Zentrum der Weiterbildung stand eine erfahrungsbasierte Auseinandersetzung mit dem neu entwickelten Format „Ästhetische Expeditionen“.

wandeln

verwandeln

Verwandlung


Ausgehend vom Vermittlungsformat „Ästhetische Expeditionen“ begaben wir uns auf eine ästhetische Spurensuche. Als gemeinsame Ausgangslage stand der Begriff „Verwandlung“ im Zentrum. Initiiert wurde die Expedition mit dem Element „gewohnte Welt“. Dabei wurden in Bezug auf die verbindende Thematik „Verwandlung“ ausgehend von der Alltagswelt der Teilnehmenden Hintergrundwissen, Deutungen, Interpretationen, Erfahrungen, Erlebnisse, … notiert, skizziert, gesammelt, dokumentiert. 

Weiterlesen

Wie Grossvater schwimmen lernte

Besucht von Kathrin Brülhart Corbat im Neubad Luzern am Donnerstag 14.3.2019.

Ich sitze mit vielen Kindern im Neubad – genauer auf einer mit blauen „Wassermatten“ ausgepolsterten Treppe, mitten im Schwimmbecken. „Wo esch s’Wasser?“ fragt neben mir ein Junge. „Gsehsch es de“, die Antwort seiner Nachbarin. Tolles Bühenbild!

Heute ist der letzte Arbeitstag von Sophia, der Schwimmlehrerin. Oskar der Bademeister hilft ihr dabei, die beiden sind seit 20 Jahren ein eingespieltes Team. Schon bald erfahren wir, dass Sophia früher Profischwimmerin war, sie erzählt vom Leistungssport, von „Essen, Schlafen, Schwimmen, Essen, Schlafen, Schwimmen“, von Hundertstels- und Tausendstelsekunden. Sophia erinnert sich, wie sie als kleines dünnes Mädchen schwimmen lernte. Mit Fingerfarbe, die sie nun an die Bassinwand malt, tauchen wir in ihre Kindheit ein: Sophietta verbringt viel Zeit mit ihrem Grossvater. Sie gehen gemeinsam auf den Markt oder zum Bahnhof oder besuchen einen kranken Freund im Spital – immer „vielleicht zum letzten Mal“.

Warum nicht auch mal etwas das erste Mal machen? Zum Beispiel Schwimmen! Grossvater kann nämlich gar nicht schwimmen. Sophietta nimmt ihn an der Hand und führt ihn ins Wasser. Grossvater lernt schnell und schwimmt eines Tages so weit in den See hinaus, dass die Kleine ihn nicht mehr sehen kann.

Zeitsprung: Bei einem Wettkampf gelingt Sophietta die Rollenwende nicht, sie sinkt ab, sieht tanzende Lichter, ist am Ertrinken; für einen Moment füllt sich auch das Neubad wieder mit Wasser, das Kino im Kopf geht ab. Auf wunderbare Weise erscheint Sophie ihr Grossvater: „Schwimm nach oben Sophie, du schaffst das!“

Sehr einfühlsam wird in diesem Stück der Tod und das Verlieren thematisiert.

„Wie Grossvater schwimmen lernte“ basiert auf dem gleichnamigen Bilderbuch von Viola Rohner, die auch den Theatertext verfasst hat. Das Stück wechselt fliessend zwischen den Zeitebenen: Sophia als Schwimmlehrerin zusammen mit Oskar live mit uns im Neubad an ihrem letzten Arbeitstag, Sophia als Leistungssportlerin und schliesslich Sophietta als sechsjähriges Mädchen, das mit ihrem Grossvater unterwegs ist.

Hoffentlich wird dieses Stück von Sophie Stierle und Viola Rohner, das von Julia Schmidt und Ingo Ospelt gespielt wird, auch ausserhalb der grossartigen „Hallenbad-Ambiance“ gezeigt.

Theater erspielen

Die prozessunterstützende Broschüre ist da!

In Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle Theaterpädagogik der Pädagogischen Hochschule FHNW ist die neu vorliegende Broschüre „Theater erspielen – In 7 Schritten zur Realisierung“ entstanden. In einfacher und praxisorientierter Weise werden mögliche aufeinanderfolgende Schritte in theaterästhetischen Prozessen beschrieben.

Die einzelnen Schritte umfassen die Themenfelder

1_Vision und Organisation / 2_Spielen  / 3_Erfinden

4_Gestalten / 5_Komponieren / 6_Aufführen / 7_Reflektieren

Die Impulse der 7 Schritte können als direkt anwendbare Wegbegleiter dienen und basieren auf dem Lehr-Lernmittel „THEATERLUFT“

Möchten Sie mehr erfahren? Theater erspielen?

Dann kommen Sie vorbei, wir beraten Sie gerne!

Oder klicken Sie hier die online-Broschüre an!

Los Banditos

Theater Max

Besucht von Kathrin Brülhart Corbat.

Familienvorstellung im Brückenpfeiler in Bern am Samstag 2. März 19.

Ein Zimmer mit vier Türen, ein Tisch zwei Stühle ein Bett und eine Loge: Wir befinden uns im Altersheim Friedhofstörli. Hier ist alles furchtbar langweilig, man muss sehr früh ins Bett, bekommt becherweise Pillen und muss in die Musikthearapie….

Und Martha ?  Luc, Franz und Beat ? Warten auch sie bis es Abend wird? Hopp Martha! Man wünscht sich insgeheim, dass die vier auch in dieser Geschichte Helden bleiben und ihr Leben wieder in die Hand nehmen. Viele kleine ZuschauerInnen kennen Martha und ihre Freunde bereits aus dem Stück „Martha und die Seeräuberpiraten“.

Da kommt er, der erlösende Satz von Martha „Chömed, mier gründe e Band!“ „Was für ne Band?“ „E luti.“

Instrumente müssen her, es gibt streng geheime Geldsammelpläne: Die Los Banditos halten das ganze Altersheim auf Trab. „E sones Grosi wett ech au!“, dies ein Zuschauerkommentar neben mir, exakt in dem Moment, als Martha im Sarg sitzend durch die Luft fliegt.

„Los Banditos“ ist ein wildes, witziges Stück, mit viel toller Livemusik (Mark Oberholzer) über Rebellion und Widerstand gegen Fremdbestimmung und Altersmitleid.

 

Nur Tote singen schöner

Vorstadttheater Basel

Besucht von Kathrin Brülhart Corbat. Bild © Xenia Zezzi

Samstag 23.2.19 feierte die neue Hausproduktion Premiere. Ein Mann und eine Frau stellen sich singend vor einen roten Vorhang, der Vorhang fällt und eine wunderbar geschwungene, weisse Treppe und drei Musiker kommen zum Vorschein – das „Krimi-Taschenmusical“ kann beginnen:

Der Mann, er heisst Mikka und seine Frau, sie heisst Riitta, erzählen aus ihrem Leben. Sie wohnen in einem kleinen Kaff in Finnland und haben sich auf den Verkauf und Export von essbaren Pilzen spezialisiert. Sie geniessen das ruhige Leben im Norden (mit gutem Essen!) ohne grosse Ereignisse, bis Mikka zum Arzt muss und ihm eine schreckliche Diagnose gestellt wird: er wurde vergiftet und hat nur noch wenige Tage zu Leben.

Der Todgeweihte fährt sofort nach Hause, um Riitta einzuweihen und mit ihr seine ihm verbleibende kurze Zeit zu planen, doch oh Schreck – er entdeckt sie nackt mit einem Liebhaber auf dem Balkon…

Nun beschliesst Mikka, ohne seine Frau einzuweihen herauszufinden, wer ihn vergiftet hat. Der Liebhaber, dieser schmierige Österreicher ? Oder wollte seine Frau ihn loswerden? Oder …? 
Der Krimi beinhaltet alles, was ein Krimi braucht: Täter, Opfer, skurrile Gestalten, und traurige Helden. Immer wenn die Spannung steigt, die Gefühle und Ängste gross werden, wird gesungen – und wie! – begleitet von einer dreiköpfigen Band (Piano, Drums und Bass). Wir kommen in den Genuss eines durchkomponierten Musicals. Genau darin, dass eine der üppigsten Formen der darstellenden Künste auf ein Minimum an Platz und Darsteller*innen reduziert wird, liegt der grosse Reiz und der Humor dieser gelungenen Premiere !

 

Peer, du lügst!

Theaterclub der PH Luzern

Mit den Studierenden der Spezialisierung Theaterpädagogik Jg.2017.

Der Theaterclub der Pädagogischen Hochschule nimmt sich in seiner 15. Produktion Henrik Ibsens „Peer Gynt“ zur Brust, schüttelt den Stoff kräftig durch und entschlackt das umfangreiche Werk genussvoll.

 

Zum Inhalt

„…und hätte ich die Liebe nicht, ich wäre…“

Peer Gynt irrt – oder besser – torkelt durch die Welt auf der Suche nach Sinn und Zweck seines Daseins. Peer will alles und lebt alles, kompromisslos. Das Gegenstück zum bürgerlichen Lebensentwurf will er sein, masslos, anmassend, unbescheiden.

Berauschend solle es sein das Leben, voll praller dinoysischer Lebenslust. Peer, der Hedonist, der hin- und hertaumelt zwischen Phantasie und Wirklichkeit, die er durch seine Phantasie erschaffen will. Nur: Welche Reise macht er ganz real, welche ist nur in seinem Kopf, ist Rausch und ausgedacht? Peer findet im Bild der geschälten Zwiebel seinen Kern nicht, scheint ihn zu verpassen.

Aber da ist ja noch die Liebe…

 

Aufführungsdaten

Donnerstag, 9. Mai, 20.00 Uhr Première

Samstag 11. Mai, 20.00 Uhr

Sonntag, 12. Mai, 17.00 Uhr

Mittwoch, 15. Mai, 20.00 Uhr

Donnerstag, 16. Mai, 20.00 Uhr

 

Inszenierungsteam

Inszenierung: Reto Ambauen

Musikalische Leitung: Christov Rolla

Ausstattung: Bernadette Meier

Lichtdesign: Bruno Gisler

Regieassistenz: Elsbet Saurer

Grafik: Karin Willimann

Projektkoordination: Rita Spichtig

Spielende

Amhof Nadine / Brack Jeannine / Dentler Gabriela / Gander Rebeca / Gisler  Cheyenne / Kasper Anjna / Langenegger Julia / Lustenberger Sarina / Mora Anna / Müller Jasmin / Penasa Jsabelle / Purtschert Angelina / Rast Eliane / Schmid Michelle / Schmid Nicola / Schriber Jasmin / Thalmann Christoph / von Wyl Melanie / Weber Kim

Eintrittspreise: CHF 25.00 / 15.00

Reservationen: www.phlu.ch/theaterclub

 

Theater Forum Dehli

Eine besondere Expedition von Daniella Franaszek, Theaterpädagogin des ZTP.

Völlig unerwartet geschieht es: Während meiens Aufenthaltes in Südindien werde ich ans Theater Forum an der National School of Drama in Delhi eingeladen. Das Forum ist Teil des internationalen Theaterfestivals, das bereits zum 20. Mal durchgeführt wird. Gruppen aus ganz Indien, aus Asien und Europa sind angereist. Während drei Wochen findet im Campus der NSD ein dichtes Programm voller Theaterstücke und Performance statt. Thematisch verhandelt das Theater Forum dieses Jahr neue visuelle Sprachen im Theater.

20 Minuten habe ich, um dazu etwas zu präsentieren.

Serdendipität. Nie hätte ich gedacht, dass mich diese Reise für ein Kurzreferat nach Delhi führen wird.

Und schon geht es los. Ich stehe also in Dehli. Und habe 20 Minuten Zeit. Meine Zuhörer*innen und Zuschauer*innen schliessen die Augen, hören, wie ich mit Klebeband spiele. Sie assozieren dazu. Und schon sind wir mitten im Thema: ästhetischer Bildung initiiert durch ästhetische Erfahrungen.

Im Anschluss an diesen kurzen praktischen Einstieg sehen die Teilnehmenden Bilder, die unsere Arbeit im ZTP dokumentieren. Dazu hören sie meine Gedanken und Fragen zu unserer Arbeit am Zentrum Theaterpädagogik. Meine Zuhörer*innen sind ein dankbares und konzentriertes Publikum.

Die 20 Minuten verfliegen im Nu. Und sie hinterlassen bleibende Spuren. Hinterher folgt ein angeregter Austausch und bereichernde Fragen unter dem kühlen Frühlingshimmel von Delhi.

Und – wir werden herzlich eingeladen, wieder zu kommen. Ja, das werden wir. Wiederkommen für mehr! Für Austausch und Zusammenarbeit mit der Abteilung Theaterpädagogik an der NSD in Delhi.

Eine neue Expedition!

Dramaturgisch Gestalten – Verwandlungsprozesse

Fokus 2

Am 19. Februar 2019 nahmen sechs interessierte Lehrpersonen  am Forschungslabor_2 „Wahre Lügen – gestalten und verwandeln“ teil.

Gemeinsam schauten wir hinter die Kulissen von wahren Lügen, fragten uns, ob die Wahrheit eine Lüge ist und untersuchten ob die Wahrheit die Lüge braucht, weil vielleicht die Lüge wahrer ist als die Wahrheit!

Beim Betreten des „Spiel-Raumes“ erwartete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine „wahre Lügeninstallation“. Die Ausgangslage hierfür war eine im Voraus lancierte Sammlung anonym beantworteter Fragen in Bezug auf Lüge und Wahrheit.

  • Welche ist deine beste Notlüge?
  • Welche Geschichte hast du erlogen, um andere zu beeindrucken?
  • Welche Lüge hast du erfunden, um andere zu schätzen?
  • Welche Lüge bereust du?
  • Was ist für dich wirklich wahr?

 

 


Die zusammengetragenen Antworten wurden den verschlossenen Couverts entnommen und als „Wahres Lügennetz“ in Verbindung zueinander gebracht.

Die Installation begehend lenkten wir beim Lesen der Statements individuell den Fokus auf jene Inhalte, die etwas in uns in besonderer Weise irritierten, beunruhigten, überraschten. Nach einem ersten „Leserundgang“ wurde die Installation, nach wie vor im spielenden Modus, zu einem Ort des Austausches, in dem die Teilnehmenden ausgehend von gelesenen Geschichten ihre Gedanken, Erfindungen, neue Lügen, Behauptungen, Fantasien oder Wahrheiten in spontanen Dialogen mit den anderen Spielenden teilten.

Weiterlesen

Theater mit Resonanz

Künstlerische Kunstvermittlung  – direkt!

Nachbereitung eines Theaterbesuches aus den Gastspielreihen des ZTP.

Ende Januar 2019 konnte eine 3./4. Klasse aus dem Schulhaus Maihof Luzern während einer Woche zusammen mit einer Theaterpädagogin des Zentrums Theaterpädagogik künstlerische Kunstvermittlung hautnah erleben. Dabei begingen die Schülerinnen und Schüler über einen künstlerisch-ästhetischen Weg einen kreativen Gestaltungsprozess bis hin zur eigenen kreativen Komposition am Ende der Woche.

Diese künstlerische Weiterbearbeitung wurde angeregt durch den Besuch des Theaterstückes „Nox“, das die Klasse im Rahmen der Gastspielreihe „Theaterperlen“ besucht hatte. Ausgehend vom gemeinsamen Reflektieren des besuchten Theaterstückes wurde über die Kunstform Theater ausgetauscht. Dabei setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Unerwarteten, dem Fremden und der Zeichenhaftigkeit von Theater auseinander.

Weiterlesen

Theaterwoche im Schulhaus

Fairplay – erleben – erfahren – erspielen!

Das schukulu-special-Angebot „Theaterwoche im Schulhaus“ ist ein Angebot für alle Schulklassen und Lehrpersonen im Kanton Luzern, die unter der Leitung einer professioneller Theaterpädagogin neue künstlerische Arbeitsweisen unmittelbar erleben und die vielen Facetten eines theatralen Gemeinschaftswerkes erproben möchten.

Für eine Begegnung und Zusammenarbeit dieser Art entschieden sich auch die Lehrpersonen und die Schülerinnen und Schüler einer 3./4. Primarklasse aus Rothenburg und tauchten während den vergangenen zwei Monaten in einen theaterästhetischen Prozess ein. 

Unter der Spielleitung einer Theaterpädagogin des ZTP und in Zusammenarbeit mit der Lehrperson begann das Projekt mit ersten theaterpädagogischen Spieleinheiten. Gleichzeitig wurde über mehrere Wochen durch Kreativaufgaben (in regulären Schulfächern verortet)  eine kunstspartenübergreifende Recherchephase  zum Thema „Fairplay“ eröffnet. Ausgehend von dieser Spurensuche und Sammelphase setzten sich die Spielenden durch Spielformen des Theaters intensiv mit der gewählten Thematik auseinander. Dabei konnten sie durch ergebnisoffene und experimentelle Arbeitsweisen künstlerische Prozesse  – wortwörtlich – am eigenen Leib erfahren. Als Schauspielerinnen und Schauspieler wurden die körpereigenen Ausdrucksmittel im Dienste der thematischen Auseinandersetzung in direkter Verbindung erfahrbar.  Der gesamte theaterästhetische Prozess wurde ausgehend von Spielinteressen und Ideen der Klasse gestaltet.

Dabei entstand das Gemeinschaftswerk „ANIMALS UNHAPPY? HAPPY?!?“, das am 13. Februar 2019 im Schulhaus Konstanzmatte Première feierte und vor andern Klassen und den Eltern mit grosser Spielfreude, viel Schwung und genüsslich integriertem Schluss-Fest-Apéro präsentiert wurde. 

Wenn das nicht Fairplay ist?