Kunstspartenübergreifende Arbeitsweisen

Fokus 1

Am 15. Januar 2019 trafen sich sieben interessierte Lehrpersonen im Forschungslabor „Wahre Lügen“!

Ausgehend von einer einleitenden Recherche zur thematischen Ausgangslage direkt vor Ort entstand eine Sammlung von Begriffen, die Zugänge ermöglichten, hinter die Kulissen von wahren Lügen zu schauen und sich zu fragen, ob die Wahrheit eine Lüge ist oder ob die Wahrheit die Lüge braucht, weil vielleicht die Lüge wahrer ist als die Wahrheit?! Ausgehend von einem ausgewählten Begriff wurde eine individuelle Phase des Kreierens mit unterschiedlichem transparentem Plastik eröffnet. Die Teilnehmerinnen gestalteten – inspiriert durch den gewählten Begriff und die leitende Frage «Was machen das Material und der gewählte Begriff mit mit?» – Raum-Installationen, Objekte, Kostüme.

In einem weiteren Schritt konnten davon ausgehend musikalische Miniaturen (gestaltet mit Stimme, Instrumenten, Klängen, Geräuschen) entwickelt und aufgenommen werden. Darauf aufbauend wurde aus den jeweiligen Elementen eine Museums-Situation initiiert, in welcher die Installationen, die Begriffe und die musikalischen Miniaturen als kleine Komposition in sich geschlossen präsentiert und gegenseitig besucht werden konnten.

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Für immer und nie

Theater Kumpane

Besucht von Kathrin Brülhart Corbat.

Das Bett steht in der Wohnung der Mutter. Mira kann nicht schlafen. Sie möchte nicht mehr Miranda heissen. Mira klingt schöner…. Mira freut sich auf das Glacé essen mit Rico. Rico ist ihr Kollege, ab Morgen vielleicht ihr Freund. Miras Eltern leben nicht mehr zusammen. Eine Mira-Gedanken-Stimme erzählt aus dem Off in kurzen prägnanten Sätzen das Geschehen. Die Textfragmente (von Andry Beyeler) mischen sich mit Rhythmen und eindrücklichen Klängen. Die drei Tänzerinnen (Tina Beyeler, Lucia Gugerli, Angie Müller) ziehen das Publikum sofort in den Bann: es entstehen grossartige Bilder – Bewegungen dienen als Reflexionsebene, das soeben Gehörte wird tanzend verdaut oder vorausschauend angedeutet. Gespielt wird mit vielen kleinen Kisten, die immer wieder neue Räume erschliessen. Einmal befinden wir uns zum Beispiel am Küchentisch, an dem die Eltern Mira eröffnen, dass sie sich trennen. Danach ist nichts mehr so, wie vorher. Spannend sind auch die fliegenden Rollenwechsel, der drei Tänzerinnen: mal sind sie die Eltern von Mira, dann die machohaften, pubertierenden Jungs in Miras Klasse; dann schlüpfen sie in die Rolle der Schulfreundinnen. Die Tanz-Theater-Gruppe Kumpane thematisiert mit „Für immer und nie“ auf einfühlsame Art das Thema Trennung und darüber hinaus das Befreiende, das eine Trennung mit sich bringen kann; den Aufbruch, der in der Luft liegt. Für alle ab 9 Jahren.

Billy de Kid

Theater Katerland

Das Saallicht im Nordportal in Baden geht aus, und irgendwo im Westen (oder Western) treffen wir, gemeinsam mit einem Saal voller Jugendlicher auf ihn – Billy de Kid – wie er sich nennt. Verführt durch die Klänge von Livemusik finden wir uns wieder in einem kleinen amerikanischen Ort namens Süsswasser, ein Synonym für Langeweile, Angepasstheit und ewig währender Belanglosigkeit, denn Süsswassser kennt keine Tränen. So jedenfalls sieht Lucy ihr Dorf.

Er, Billy, hat jedoch soeben die Bank überfallen. Und die geschwätzige Lucy ist seine Geisel. Vorerst jedenfalls. Denn – endlich kommt Bewegung ins Dorf und Lucy`s Gedanken kreisen überraschend unmittelbar und frech bereits um den Ausgang der Geschichte: sie will die Heldin sein, wie dies in jedem echten Western eine Frau sei!

Je länger die beiden zusammen „Überfall mit Geisel“ erleben, umso hartnäckiger und direkter werden Lucy`s Fragen in Bezug auf die Beweggründe von Billy, diese Bank zu überfallen und sie als Geisel zu nehmen. Nach und nach erkennt sie auch eine andere Seite an ihm und beschriebt ihn als „Kastanie“. Stachelige Schale…. und darin ein trauriger und verunsicherter Junge, der versucht, den Weggang seines Vaters dadurch zu verstehen, indem er die in seinen Augen Schuldigen für diese verletzende Lebenssituation anzuklagen und zur Rechenschaft zu ziehen versucht.

Das Einschreiten des Sherif bringt zwar nicht das von Billy geforderte Duell. Es bringt vielmehr eine neue Sichtweise – und schliesslich eine Heldin. Genauso, wie sie sich Lucy vorgestellt hat.

 

Theaterperlen 2018 für ein junges Publikum

Bühne frei für die Gastspielreihe Theaterperlen!

Zum 19. Mal finden diesen Herbst die Theaterperlen statt. Auch dieses Jahr haben wir wiederum eine spannende Auswahl professioneller Theaterstücke für Kinder und Jugendliche gesucht und gefunden.

Aufgrund der guten Rückmeldungen der Klassenzimmerstücke ist dieses Jahr für die 3. – 6. Klasse «Das war der Hirbel» im Programm. Das Theater Katerland kommt zu Ihnen ins Schulzimmer und zeigt eine berührend lustvolle Produktion um das Anderssein.

Alle ausgewählten Stücke tragen der ästhetischen Bildung Rechnung, die Themenvielfalt lässt sich bestens in Vor- und Nachbereitung vertiefen und im Schulalltag einbetten. Gerne weisen an dieser Stelle auf das Angebot „Theater mit Resonanz“ hin. Im Rahmen dieses schukulu-special-Angebotes kommt auf Wunsch der Lehrperson eine Theaterpädagogin nach dem Theaterbesuch direkt ins Schulzimmer und bereitet mit der Klasse das Stück während 2 oder 4 Stunden, während eines Tages oder gar einer Woche sowohl künstlerisch als auch thematisch nach.

Dank einem äusserst guten Zusammenspiel zwischen der DVS, dem Zentrum Theaterpädagogik und den Theaterperlen-Veranstalter/innen in Luzern, Ruswil, Sursee, Schüpfheim, Willisau und Sarnen können auch dieses Jahr thearale Perlen mit viel Emotionen, Sinnlichkeit und Nachhaltigkeit erleben werden – im ganzen Kanton und darüber hinaus!

Lassen Sie sich von der sorgfältig zusammengestellten Auswahl von Kinder- und Jugendproduktionen inspirieren und ermöglichen Sie Ihrer Klasse auch dieses Jahr eine lustvolle Auseinandersetzung mit der künstlerischen Umsetzung von aktuellen Gesellschaftsthemen.

Für Kurzentschlossener gibt ein noch  wenige frei Plätze!

 

Unterricht kreativ gestalten!

Ab Anfang November 2018 erweitert das Zentrum Theaterpädagogik seinen „Spielraum“ und breitet im Pädagogischen Medienzentrum (PMZ) der PH Luzern den grünen Ideenteppich aus. Ab dem 7. November erwartet Sie jeden Mittwoch zwischen 14.00h und 16.00h eine Theaterpädagogin im PMZ.

Im spontan entstehenden Austausch mit interessierten Lehrpersonen und Studierenden werden an konkreten Unterrichtsinhalten direkt vor Ort gemeinsam kreative Inputs, theaterpädagogische Spielformen, ästhetische Gestaltungsideen oder Modelle und Medien passend zur jeweiligen Unterrichtsthematik gesucht. Dieses Beratungsangebot kann zufällig oder geplant, einmalig oder wiederkehrend genutzt werden. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

Sind auch Sie auf der Suche nach kreativen Ideen?

Dann auf zum grünen Teppich!

FRAGENFRAGEN Luzerner Schultheatertage 2019

Prologveranstaltung vom 17.Oktober 2018

Am 17. Oktober 2018 ging mit 13 spielbegeisterten Lehrpersonen im Theaterpavillon Luzern die Einstiegsveranstaltung der 31. Luzerner Schultheatertage über die Bühne.

Lehrpersonen aus der ganzen Zentralschweiz, die sich für die Teilnahme an den Luzerner Schultheatertagen interessieren, wurden zu einem ersten Spiel-Arbeitstreffen, dem Prolog, eingeladen. Ziel war es, praktische Spielimpulse, thematische Anregungen und Ideen zu formalen Gestaltungsmöglichkeiten von Bühnenproduktionen durch konkretes Erproben zu erleben. Zudem wurden Hilfestellungen zur zeitlichen Ablaufplanung, allgemeine Informationen zu den Schultheatertagen sowie zur Einbettung und zum Festivalverlauf vermittelt.

             

Ausgehend von einer sich verwandelnden Rauminstallation und einer durch den Nachmittag führenden „Bild-Frage-Spiel-Präsentation“, welche grosse und kleine, gewohnte und ungewohnte, überraschende und geheimnisvolle Fragen hervorbrachten, spielten wir mit Fragen und befragten diese aufs Neue. Denn: Weiterlesen

Die Wörterfabrik

EQUIPE WISS

Das Kleintheater Luzern lädt zur Premiere ein. Begleitet von einer dreiköpfigen Kinderjury treten wir in den zur Fabrik umgestalteten Raum.

„Willkommen in meiner Fabrik“, sagt die Chefin, „hier stelle ich alle Wörter her, die es nur gibt“. Hier muss jedes Wort gekauft und in den Kopf gebracht werden, bevor man es sagen kann. Die Chefin ist ganz reich: Sie hat viele Worte. Sie kann diese auch phantastisch singend erklingen lassen. Die Mitarbeiter Oskar, Paul und Marie haben ganz selten eines. Mal ein aus der Fabrik geklautes, auf den Geburtstag geschenktes oder mühsam erarbeitetes Wort. So schuften die drei an den Wortmaschinen – lustvoll umgesetzt mit Schlagzeug, Kontrabass, Klavier und wundersam entstehenden Ballonen.

Bestellungen gehen ein, z.B. vom Bäcker, der ganz anderes benötigt als der Zoodirektor – vielleicht die heimliche Liebschaft der Chefin – oder der Sportreporter. Apropos Liebe: Wie können Oskar und Paul ohne die passenden Worte ihre Liebe zu Marie kund tun? Und, kann man Worte lieben?

Die Wörterfabrik ist ein sinnlich, philosophisches Theaterstück voller Klänge und Poesie. Es hat neben mir auch die Jurykinder während der knappen Stunde in den Bann gezogen. Auf meine Frage, was für sie die Top-3 des Stückes waren, entstand in Sekundenschnelle eine Top-10- Liste mit Highlights des Stücks. Auf der Reise nach Hause machte sich bereits die Tiefe und Nachhaltigkeit des Stücks hörbar; angeregt diskutierten die drei, welches Wort sie als erstes kaufen würde – und ob es eines gibt, das das aller wichtigste ist …?

 

FLOW

Mehl Mensch Musik

Ein Theaterstück für Menschen ab 2 Jahren von Puppenspiel.ch

Vom Mehl… oder wie hat das eigentlich alles angefangen. Eine Entstehungsgeschichte.

Bereits beim Betreten des Theaterraumes im Kellertheater vis-à-vis in Bern ist eine Atmosphäre spürbar, die ein Sensibilisieren der Sinne ins Zentrum zu stellen scheint. Nichts ist dem Zufall überlassen. Die feinen kleinen Zuschauerbänkli mit purpursamtenen Kissen, die kreiszentrierte Bühne umgeben von einer musealen Anordnung von Instrumenten, Mikrophonen und Scheinwerfern. Eine, so scheint mir, direkte Einladung für sinnliche Erfahrungen.

Und schon befinde ich mich mittendrin. Getreidekörner tanzen aus den Händen der Schauspielerin auf den schwarzen Boden und ergeben eine feinklingende Musik, fast so, als wollten die schlafenden Körner eine Geschichte singen, ihre Geschichte. Eine Entstehungsgeschichte. Denn bald wird aus den Körnern Mehl gemahlen und … der Geist der Körner befreit. Schon erfüllt das Mehl die Luft als feine Wolke, ich höre den Wind, und gleich färbt der weisse Staub den Boden mit seinem leisen Spuren und verlockt zum Experimentieren. Das Zusammentreffen mit Wasser, das in akustischer Virtuosität dem Mehl beigemischt wird, führt die lustvolle Experimentierfreudigkeit zum figuralen Spiel (mit Teig) und ermöglicht den staunenden Zuschauer*innen das Teilhaben an der Entstehung neuer Geschichten aus der eigenen Fantasie. Dabei verführen sowohl klanglich-musikalische als auch bewegungsstarke Eindrücke all unsere Sinne und lassen im Staunen die „kleinen Dingen des Lebens“ zu grossen sinnlichen Erfahrungen werden, die dem frischen Duft von Brot folgen.

 

Livia 13

Gubcompany

 

Zum wiederholten Mal organisierte das ZTP das „Jugendstück im Schulhaus“ in Zusammenarbeit mit der Sekundarschule Tribschen, Luzern und der Fachschaft Deutsch der PH Luzern. So kamen an der diesjährigen Veranstaltung rund 60 Schülerinnen der 2. Sekundarschule und 80 Studierende der PH zu einem gemeinsamen Theatergenuss. Auf eindrückliche und multimediale Art und Weise rekonstruierten drei Schauspierinnen und ein Schauspieler eine Geschichte über das Heranwachsen in einer übermedialisierten Welt. Alkohol und die Sehnsucht nach dem donnernden Leben werden zum Stolperstein für die dreizehnjährige Livia. Nach einer Party kursieren an der Schule verfängliche Fotos von ihr. Bald ist sie die Schlampe, mit der niemand mehr etwas zu tun haben will. Auch langjährige Freundschaften zerbrechen daran. Was hat sich auf dieser Party wirklich abgespielt? Warum hat niemand eingegriffen? Die digitalen Zeugen berichten.

Vom Gesehenen gleichermassen betroffen und angetan, tauschten sich die SchülerInnen mit den Studierenden im Anschluss aus. Anknüpfungspunkte zum eigenen Umgang mit den virtuellen Möglichkeiten im Alltag lagen auf der Hand. Das persönliche Verhalten und jenes der Figuren wurden intensiv reflektiert und daraus resultierende Strategien diskutiert.

Ein spannender Theaterabend, der im Alltag weiter wirken wird!

Ästhetische Expeditionen 06_30 bis 13_30

SPUREN ENTDECKEN

Acht spurenentdeckende Klassen der Stufen KU bis 2. Primarklasse begaben sich während eines halben Tages als Karton-Forschende auf Expedition.

Dabei wurde bereits beim Betreten des Gebäudes im forschenden Modus nach Spuren gesucht, welche es uns ermöglichen, die Augen, die Finger und die Ohren als Forschungsinstrumente zu erfahren. Durch Betasten und Beobachten der vielfältigen Wandoberflächen im Gebäude konnten die Forscherinnen und Forscher bereits auf dem Weg in die Lernwerkstatt Fantasie-Forschung betreiben. So wurde eine Wand schon bald als Drachenhaut, als Ziegeldach oder Fischschuppenhaut interpretiert, eine andere als Wellkarton-Fläche oder Fingerspitzenkitzel-Maschine.

Angekommen in der Lernwerkstatt waren die Schülerinnen und Schüler bereits mitten im Forschungsmodus.

Die erste Etappe der Karton-Fantasie-Expedition führte mit dem Expeditionselement  „Gewohnte Welt“ zu sinnlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten, welche Karton auf vielfältige Weise erfahrbar machte. Riechen, schmecken (essen!), hören, anschauen, tasten… und plötzlich war uns allen klar:

Karton ist Karton ist nichtKarton!

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Der gemeinsame Austausch über die neuen Erkenntnisse über Karton und den gewohnten Gebrauch im Alltag wurde ausführlich verhandelt und schliesslich durch zwei Forschungskolleg*innen – einem Hasen und einem Huhn – durchkreuzt.  Die Unzufriedenheit (Expeditionselement „Unruhe“) vom Huhn, dass eine leere Katonkiste doch kein Geburtstagsgeschenk sein kann, wurde genauer untersucht. Weiterlesen